Eingereicht, Antwort aussteh…
AfD fragt nach Schwellenwerten bei Impfstoff-Warnungen
Hintergrund
Die Anfrage bezieht sich auf eine Stellungnahme von Ramona Gerlinger vom Bundesverein Impfgeschädigter e.V. in der Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie“ vom November 2025. Dort wurden Probleme bei der Auswertung von Nebenwirkungsdaten des Paul-Ehrlich-Instituts und der Europäischen Arzneimittel-Agentur kritisiert. Laut der Stellungnahme lagen zum November 2025 über 364.000 Verdachtsmeldungen zu Corona-Impfstoffen in Deutschland vor.
Die AfD-Fraktion hat am 8. April 2026 eine umfangreiche Kleine Anfrage zu den Bewertungskriterien des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) bei Corona-Impfstoff-Nebenwirkungen eingereicht. Die 22 Fragen der Drucksache 21/5215 zielten auf mehr Transparenz bei der Pharmakovigilanz ab.
Im Zentrum der Anfrage stehen die quantitativen und qualitativen Schwellenwerte, ab denen das PEI offizielle Risikowarnungen oder regulatorische Maßnahmen empfiehlt. Die Fragesteller wollen wissen, welche Anzahl schwerwiegender Nebenwirkungen oder Todesfälle je 100.000 Impfungen als kritisch gilt. Zusätzlich erkundigten sie sich nach den statistischen Methoden zur Bewertung.
Wissenschaftliche Datenbasis im Fokus
Die wissenschaftliche Grundlage der Sicherheitsbewertung von mRNA-Impfstoffen bildet einen weiteren Schwerpunkt. Hintergrund ist, dass diese Technologie zum Zeitpunkt der Corona-Impfkampagne noch relativ neu war. Die AfD fragt nach der Datenbasis für die Bewertung der Wirkstoffmenge, -intensität und -dauer. Auch die Organ- und Zellverteilung der Wirkstoffe interessiert die Fraktion. Besonders kritisch hinterfragt wird dabei die Berücksichtigung von Risikogruppen wie jungen Männern mit erhöhtem Myokarditis-Risiko.
Die Anfrage bezieht sich auf eine Stellungnahme von Ramona Gerlinger vom Bundesverein Impfgeschädigter e.V. in der Enquete-Kommission zur Corona-Pandemie-Aufarbeitung. Dort sind praktische Probleme bei der Auswertung von Nebenwirkungsdaten kritisiert worden – etwa die aufwendige Analyse der Excel-Datensätze des PEI und Unstimmigkeiten zwischen deutschen und europäischen Zahlen.
Stereochemische Aspekte unter der Lupe
Besonders detailliert wird nach stereochemischen Prüfungen gefragt. Dies ist bemerkenswert, da dieses Spezialgebiet der Chemie sich mit der räumlichen Anordnung von Molekülen befasst und für Laien schwer zugänglich ist. Die AfD erwähnt ein Schreiben mehrerer Wissenschaftler vom September 2025 an das PEI. Sie fragt, ob bei der Zulassung die „Stereoproblematik“ der Lipidnanopartikel beachtet worden ist.
Nach Angaben der Stellungnahme haben zum November 2025 insgesamt 364.390 Verdachtsmeldungen zu Corona-Impfstoffen in Deutschland vorgelegen. Davon sind 225.562 auf Tozinameran (Pfizer/BioNTech) entfallen. 67.224 betreffen Elasomeran (Moderna), 55.391 ChAdOx1 nCoV-19 (AstraZeneca).
Betroffen sind alle Geimpften mit Corona-Impfstoffen in Deutschland sowie Personen, die Nebenwirkungen gemeldet haben. Auch die allgemeine Öffentlichkeit ist betroffen, da es um Transparenz staatlicher Sicherheitsbewertungen geht.
Die Bundesregierung hat in der Regel zwei Monate Zeit, um auf die Kleine Anfrage zu antworten. Die Antwort wird voraussichtlich bis Juni 2026 im Bundestag vorliegen und dann öffentlich zugänglich sein.
- Pharmakovigilanz
- Systematische Überwachung der Sicherheit von Arzneimitteln nach der Zulassung durch Sammlung und Bewertung von Nebenwirkungsmeldungen.
- Paul-Ehrlich-Institut
- Deutsches Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, zuständig für die Zulassung und Sicherheitsüberwachung von Impfstoffen.
- Stereochemie
- Teilgebiet der Chemie, das sich mit der räumlichen Anordnung von Atomen in Molekülen beschäftigt und deren Auswirkungen auf biologische Wirkungen.























































