Antwort liegt vor
Binnenschifffahrt in Norddeutschland bricht dramatisch ein
Hintergrund
Die AfD-Fraktion hatte nach aktuellen Zahlen der „Hafenrundschau Lübeck“ gefragt, die einen drastischen Rückgang der Binnenschifffahrt zeigen. An der Schleuse Geesthacht passierten 2025 nur noch 7.994 Binnenschiffe mit 5,2 Millionen Tonnen Ladung – zehn Jahre zuvor waren es über 18.500 Schiffe mit mehr als 10 Millionen Tonnen. Besonders dramatisch entwickelte sich der Elbe-Lübeck-Kanal mit nur noch 234 Schiffen in 2025.
Die Binnenschifffahrt im Hinterland des Hamburger Hafens ist in den vergangenen zehn Jahren dramatisch eingebrochen. Das bestätigt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/5729) vom 4. Mai 2026.
Die Zahlen sind ernüchternd. An der zentralen Schleuse Geesthacht passierten 2025 nur noch 7.994 Binnenschiffe mit rund 5,2 Millionen Tonnen Ladung. Zehn Jahre zuvor waren es noch über 18.500 Schiffe mit mehr als 10 Millionen Tonnen gewesen – ein Rückgang von mehr als der Hälfte. Noch drastischer ist die Entwicklung am Elbe-Lübeck-Kanal verlaufen: Hier sind 2025 lediglich 234 Binnenschiffe durch die Schleuse Lauenburg gefahren.
Ursachen bleiben vage
Dies ist bemerkenswert, da die Bundesregierung zur Bewertung des Rückgangs lediglich pauschal auf ihre Verkehrsprognose 2040 verweist. Konkrete Ursachen für den Einbruch benennt sie kaum. Zur achtmonatigen Sperrung der Donnerschleuse erklärt das Verkehrsministerium nur: „Der Bundesregierung liegen keine spezifischen Erkenntnisse zu den konkreten Auswirkungen vor.“ Die AfD sieht diese Sperrung als mitverantwortlich für den Rückgang.
Hintergrund der Sperrung sind standsicherheitsrelevante Schäden, die während einer Bauwerksprüfung im Oktober/November 2024 festgestellt und im ersten Quartal 2025 behoben worden sind. Bei der Wiederinbetriebnahme haben sich dann „erhebliche Grundwasserdrücke“ gezeigt. Weitere Sanierungen sind nötig gewesen.
400 Millionen Euro Förderung geplant
Die Bundesregierung fördert die Binnenschifffahrt dennoch im Rahmen des Haushaltstitels „Klimafreundliche Schifffahrt und Häfen“ mit bis zu 400 Millionen Euro aus dem Klimaschutz- und Transformationsfonds, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Ein Förderprogramm zum Aufbau Grüner Binnenschifffahrtskorridore wird derzeit finalisiert.
Für den Elbe-Lübeck-Kanal sind konkrete Investitionen geplant. Der Ersatz der Schleuse Witzeeze einschließlich Schleusenbrücke steht an, ebenso der Ersatz von Kanalbrücken sowie Optimierungen des elbseitigen Anschlusses. Am Elbe-Seitenkanal ist ein vorgezogener Ersatzneubau einer Schleuse in Lüneburg-Scharnebeck vorgesehen.
Die Verkehrsprognose 2040 geht für die gesamte deutsche Binnenschifffahrt von einer Verkehrsmenge von etwa 174 Millionen Gütertonnen beziehungsweise einer Verkehrsleistung von 48 Milliarden Tonnenkilometern aus.
Betroffen sind die Hafenwirtschaft in Hamburg und Lübeck, Binnenschifffahrtsunternehmen, Spediteure sowie indirekt alle Verbraucher durch mögliche höhere Transportkosten und Umweltbelastung durch Verlagerung auf die Straße.
Die Bundesregierung hat bereits eine Verkehrsprognose 2040 erstellt und fördert die Binnenschifffahrt mit bis zu 400 Millionen Euro im Rahmen des Klimaschutz- und Transformationsfonds. Eine Studie zu neuen Märkten für die Güterbinnenschifffahrt wird derzeit erarbeitet.
- Schleuse Geesthacht
- Wichtige Schleuse an der Elbe, die als Nadelöhr für den Binnenschiffsverkehr zwischen Hamburg und dem Hinterland fungiert.
- Modal-Split
- Verteilung des Güterverkehrs auf verschiedene Verkehrsträger wie Schiff, Bahn und Lkw.
- Elbe-Lübeck-Kanal
- 38 Kilometer langer Kanal, der die Elbe mit der Ostsee bei Lübeck verbindet und für die Binnenschifffahrt wichtig ist.























































