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AfD fragt nach Lieferengpässen bei Quetiapin-retard
Hintergrund
Das Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) trat am 27. Juli 2023 in Kraft. Es sollte ein Frühwarnsystem beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einrichten und Lieferengpässe verhindern. In der pharmazeutischen Fachberichterstattung wird über verlängerte Engpässe bei Quetiapin-retard-Präparaten berichtet, teils bis weit ins Jahr 2026 hinein.
Die AfD-Fraktion stellt 18 detaillierte Fragen zu anhaltenden Lieferengpässen bei dem psychotropen Arzneimittel Quetiapin-retard. In ihrer Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/5228) vom 8. April 2026 fragt sie die Bundesregierung, ob das 2023 eingeführte Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) ausreichend wirkt.
Anhaltende Probleme bei wichtigen Medikamenten
Das ALBVVG ist am 27. Juli 2023 in Kraft getreten. Dies ist bemerkenswert, da das Gesetz ein Frühwarnsystem beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorsieht, um Lieferengpässe zu verhindern – dennoch berichten Fachmedien über verlängerte Engpässe bei Quetiapin-retard-Präparaten. Diese sollen teilweise bis weit ins Jahr 2026 hinein andauern. Produktionsprobleme werden als Grund genannt.
Quetiapin ist ein wichtiges Medikament für Patienten mit psychischen Erkrankungen – Therapieunterbrechungen können gefährlich sein.
Konkret fragt die AfD nach der Anzahl der Lieferengpassmeldungen seit Januar 2024, den Hauptursachen der Engpässe und der Marktkonzentration bei diesem Medikament. Ihr Interesse gilt besonders den Dosierungen 50 mg, 150 mg, 200 mg und 300 mg.
Kritik am Frühwarnsystem
Die Wirksamkeit des neuen Frühwarnsystems steht im Mittelpunkt der Anfrage. Die AfD erkundigt sich, welche Daten erhoben werden und wie diese zur Vermeidung von Engpässen eingesetzt werden. Außerdem fragt sie, ob Quetiapin-retard-Engpässe überhaupt im System erfasst worden sind. Welche Maßnahmen daraus abgeleitet worden sind, interessiert sie ebenfalls.
Hintergrund ist die Kostenerstattung für Einzelimporte nach § 73 des Arzneimittelgesetzes, der bei Engpässen relevant werden kann. Die AfD erfragt, wie oft solche Anträge gestellt, bewilligt oder abgelehnt worden sind. Eine beschleunigte Kostenzusage bei nachgewiesenem Engpass ist ebenfalls Gegenstand ihrer Fragen.
Betroffen sind vor allem Patienten mit psychischen Erkrankungen, die auf das Medikament Quetiapin-retard angewiesen sind. Therapieabbrüche oder unkoordinierte Umstellungen können bei psychotropen Arzneimitteln erhebliche Risiken verursachen.
Die Bundesregierung muss die 18 detaillierten Fragen der AfD-Fraktion innerhalb der üblichen Frist beantworten. Die Anfrage thematisiert die Wirksamkeit des ALBVVG, Frühwarnsysteme und Kostenerstattungen für Einzelimporte bei Medikamenten-Engpässen.
- ALBVVG
- Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz – ein 2023 eingeführtes Gesetz gegen Medikamenten-Engpässe
- Quetiapin-retard
- Ein psychotropes Arzneimittel in retardierter Form, das bei psychischen Erkrankungen eingesetzt wird
- BfArM
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte – die zuständige Bundesbehörde für Arzneimittelzulassung























































