- Achslast entscheidend für Straßenschäden, nicht das Gesamtgewicht
- 44-Tonnen-LKW kann je nach Achsanordnung mehr oder weniger schaden
- Bei Brücken gilt: Gesamtgewicht bleibt der entscheidende Faktor
Straßenschädigung durch schwere LKW: 44-Tonner gegen 40-Tonner
Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat in einer Analyse (WD 5 – 3000 – 053/26, Mai 2026) untersucht, ob ein fünfachsiger 44-Tonnen-LKW die Straße stärker oder schwächer beansprucht als ein vierachsiger 40-Tonnen-LKW. Das Ergebnis ist differenzierter als die Fragestellung vermuten lässt.
Achslast statt Gesamtgewicht
Der zentrale Befund lautet: Nicht das Gesamtgewicht eines Fahrzeugs ist für den Straßenverschleiß entscheidend, sondern die Last auf den einzelnen Achsen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) bestätigt dies ausdrücklich. Maßgeblich ist, wie sich das Gesamtgewicht auf die vorhandenen Achsen verteilt. In Deutschland begrenzt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) die Achslasten auf 10 Tonnen für nicht angetriebene Achsen und 11,5 Tonnen für die Antriebsachse.
Das Vierte-Potenz-Gesetz als Orientierung
Als Grundlage der Schadensberechnung dient das sogenannte Vierte-Potenz-Gesetz, das auf einem US-amerikanischen Feldversuch der AASHO aus den 1950er Jahren beruht. Es besagt, dass die Straßenschädigung mit der vierten Potenz der Achslast ansteigt. Obwohl dieses Prinzip in der Fachwelt als vereinfachte „Daumenregel“ gilt und weitere Faktoren wie Federung, Bereifung, Klimabedingungen und Fahrbahnneigung die tatsächliche Schädigung beeinflussen, wird es weiterhin im deutschen Regelwerk (RStO) als Berechnungsgrundlage verwendet.
Drei Szenarien im Vergleich
Die BASt hat drei konkrete Fahrzeugkonfigurationen verglichen. Ein vierachsiger 40-Tonner (Fall 1) erreicht einen Schädigungsfaktor von etwa 3,7 im Verhältnis zu einer Standard-Einzelachse mit 10 Tonnen. Ein fünfachsiger 44-Tonner mit eng angeordneten Sattelachsen (Fall 2) kommt auf einen höheren Faktor von etwa 4,1 – schadet der Straße also mehr. Sind die fünf Achsen hingegen weit auseinander angeordnet (Fall 3), sinkt der Faktor auf etwa 3,5 – die Straßenbelastung ist dann geringer als beim 40-Tonner. Die Fälle 2 und 3 sind nach aktueller StVZO allerdings nicht zulässig.
Keine pauschale Antwort möglich
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass eine generelle Aussage, welcher LKW-Typ die Straße mehr belastet, nicht möglich ist. Prof. Dr. Alexander Zeißler von der TU Dresden sowie die BASt betonen übereinstimmend, dass die konkrete Achsanordnung und Lastverteilung im Einzelfall bekannt sein müssen, um eine belastbare Bewertung vorzunehmen. Für Brückenbauwerke gilt zudem eine andere Regel: Dort ist das Gesamtgewicht des Fahrzeugs der entscheidende Belastungsfaktor – und hier schneidet der schwerere 44-Tonner grundsätzlich schlechter ab.


































































