- 257 PMK-Datensätze mit Bezug zum III. Weg seit 2024 beim BKA erfasst
- 26 Stützpunkte in zwölf Bundesländern und vier Landesverbände aktiv
- Fragen zu Verbotsverfahren bleiben aus Staatswohl-Gründen unbeantwortet
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6515 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Partei ‚Der III. Weg‘ wurde 2013 unter anderem von Aktivisten des ‚Freien Netzes Süd‘ gegründet, das 2014 verboten wurde. Sie wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) beobachtet und als rechtsextremistisch eingestuft. Die Fraktion Die Linke stellt dem Bundesinnenministerium regelmäßig Kleine Anfragen zu rechtsextremistischen Aufmärschen und Organisationen; die vorliegende Antwort (BT-Drs. 21/6515) bezieht sich auf die Anfrage BT-Drs. 21/6209. Der Verfassungsschutzbericht des Bundes weist seit Jahren auf die wachsende Bedeutung der Partei innerhalb der rechtsextremen Szene hin.
- 257 — PMK-Datensätze mit Bezug ‚Der III. Weg‘ beim BKA, erfasst von 2024 bis 5. Juni 2026.
- 196 — Datensätze davon im Bereich PMK-Rechts (76 % der Gesamtsumme).
- 26 — Offizielle Parteistützpunkte in zwölf Bundesländern (Stand Juni 2026).
- 4 — Landesverbände: Bayern, Sachsen, West und Brandenburg.
- 3 — Aktive Bürger- und Parteibüros: Hilchenbach (NRW), Schweinfurt (BY), Wittstock/Dosse (BB).
Im Detail
„Der III. Weg“ versteht sich als „Kaderpartei“ und versucht deswegen eine restriktive Mitgliederaufnahme vorzunehmen. Dies bedingt, dass „nur“ ein allmählicher Mitgliederzuwachs erfolgt.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/6515, Antwort zu Frage 12
Die neonazistische Kleinpartei ‚Der III. Weg‘ hat seit ihrer Gründung 2013 bundesweit Strukturen aufgebaut, die der Verfassungsschutz seit Jahren beobachtet. Laut der am 15. Juni 2026 veröffentlichten Antwort der Bundesregierung (BT-Drs. 21/6515) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke betreibt die Partei derzeit 26 offizielle Stützpunkte in zwölf Bundesländern und vier Landesverbände. Das Gefährdungspotenzial dieser Partei betrifft insbesondere Jugendliche und Bewohnerinnen sowie Bewohner strukturschwacher ländlicher Regionen.
257 PMK-Datensätze: Was die BKA-Statistik zeigt
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat von Anfang 2024 bis zum 5. Juni 2026 insgesamt 257 Datensätze in seiner Fallzahlendatei LAPOS erfasst, bei denen der Begriff ‚Der III. Weg‘ im Freitextfeld verzeichnet ist. Davon entfallen 196 Einträge auf den Bereich PMK-Rechts, 56 auf PMK-Links und 5 auf sonstige Zuordnungen. Die Bundesregierung weist ausdrücklich darauf hin, dass die Stichwortabfrage keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und nicht differenziert werden kann, ob die Straftaten tatsächlich von Parteimitgliedern begangen wurden. Im Jahr 2025 wurden mit 129 Datensätzen mehr erfasst als im Jahr 2024 mit 119 — ein Hinweis auf zunehmende Aktivität.
Stützpunkte und Infrastruktur des III. Weg bundesweit
Die räumliche Ausdehnung des III. Weg ist erheblich: In Brandenburg allein bestehen vier Stützpunkte (Mittelmark/Havel, Potsdam/Mittelmark, Uckermark, Spreewald/Lausitz), in Sachsen fünf (Leipzig/Nordsachsen, Mittelsachsen, Vogtland, Westsachsen, Ostsachsen). Als besondere ‚Leuchtturmprojekte‘ gelten der Bundesregierung zufolge die drei aktiven Bürger- und Parteibüros in Hilchenbach (Nordrhein-Westfalen), Schweinfurt (Bayern) und Wittstock/Dosse (Brandenburg). Letzteres trägt den Namen ‚Herbert-Schweiger-Haus‘ — benannt nach einem rechtsextremistischen Publizisten, dessen Schriften die Partei als ideologisches Grundlagenwerk betrachtet. Die Bundesregierung bestätigt in ihrer Antwort, dass die Partei dabei die nationalsozialistische Weltanschauung befürwortet.
Jugendrekrutierung: Schulhöfe, TikTok und Kampfsport
Besonderes Gewicht legt die Partei auf die Ansprache junger Menschen. Über die parteieigene Jugendorganisation ‚Nationalrevolutionäre Jugend‘ (NRJ) betreibt der III. Weg Accounts auf TikTok und Instagram, die jedoch laut Bundesregierung regelmäßig gelöscht werden. Lediglich auf Telegram gelingt eine dauerhafte Präsenz. Gezielter verläuft die Rekrutierung über Flugblattverteilungen in der Nähe von Schulhöfen während der Schulpausen. Die ideologische Bindung erfolgt über intensive Freizeitgestaltung: Kampfsport, Wanderungen und gezielte Schulungen sollen Jugendliche von nicht-rechtsextremistischen Gleichaltrigen isolieren, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort ausführt.
Strategie im ländlichen Raum
Der III. Weg weicht laut Bundesregierung wegen hoher Mietkosten in Großstädten bewusst auf den ländlichen Raum aus. Strukturschwache Regionen ermöglichen es der Partei, sich als ‚Kümmererpartei‘ zu inszenieren und vermeintliche politische Defizite auszufüllen. Diese Strategie erklärt die starke Präsenz in ostdeutschen Bundesländern. Zu konkreten Aktivitäten in Brandenburg und der Region Wittstock/Dosse erteilt die Bundesregierung jedoch keine detaillierten Auskünfte — sie verweist auf die föderale Kompetenzverteilung.
Verbotsverfahren: Bundesregierung schweigt aus Staatswohl-Gründen
Die Fraktion Die Linke hatte auch gefragt, ob ein Verbotsverfahren gegen den III. Weg jemals konkret geprüft wurde und welche rechtlichen Voraussetzungen die Bundesregierung als erfüllt ansieht. Diese Fragen beantwortet die Bundesregierung vollständig nicht — weder öffentlich noch in eingestufter Form. Sie begründet dies damit, dass offene Auskünfte Rückschlüsse auf Verbotsüberlegungen, Erkenntnisstand und Arbeitsweise des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) ermöglichen würden. Das Staatswohl überwiege in diesem Fall das parlamentarische Informationsrecht. Auf die Frage nach Verbindungen zu anderen rechtsextremen Strukturen — darunter personelle Kennverhältnisse zur AfD, die das BfV als Verdachtsfall führt — gibt die Bundesregierung lediglich an, solche Verbindungen lägen ‚vereinzelt‘ vor, ohne Details zu nennen.
Bürgerinnen und Bürger, die sich über aktuelle Themen im Bundestag informieren wollen, finden regelmäßige Überblicke auf drucksachlich.de. Ebenfalls relevant für das Verständnis politischer Kontroversen ist der Beitrag über die Bundestagsthemen in KW26/2026.
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Besonders betroffen sind Jugendliche, die gezielt über Schulhofaktionen, Social-Media-Kanäle und Freizeitangebote angesprochen werden. Darüber hinaus sind Bewohnerinnen und Bewohner strukturschwacher ländlicher Regionen betroffen, in denen die Partei Parteibüros als lokale Anlaufstellen eröffnet — darunter Wittstock/Dosse (Brandenburg), Hilchenbach (NRW) und Schweinfurt (Bayern).
Die Bundesregierung hat mehrere Fragen unter Berufung auf Staatswohl-Gründe nicht beantwortet: Frage 8b zu einem möglichen Verbotsverfahren sowie Fragen 13 bis 13b wurden vollständig verweigert, auch in eingestufter Form. Fragen zu länderspezifischen Details (Brandenburg) wurden mit Verweis auf die föderale Kompetenzverteilung abgewiesen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 15.06.2026) III. Weg baut Strukturen aus: Wie gefährlich ist die Partei? →
- PMK – Politisch motivierte Kriminalität
- Oberbegriff für Straftaten, bei denen politische Motivationen im Vordergrund stehen. Das BKA unterscheidet die Phänomenbereiche PMK-Rechts, PMK-Links und PMK-Sonstige.
- Kaderpartei
- Bezeichnung für eine Organisation, die bewusst auf eine kleine, ideologisch gefestigte Mitgliederbasis setzt statt auf Massenmitgliedschaft.
- GETZ-R
- Gemeinsames Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum (Rechtsextremismus/Rechtsterrorismus): Kooperationsplattform von Bund und Ländern zur Bekämpfung rechtsextremistischer Bedrohungen.
Wie viele Stützpunkte hat die Partei 'Der III. Weg'?
Laut Bundesregierung betreibt die Partei aktuell 26 offizielle Stützpunkte in zwölf Bundesländern sowie vier Landesverbände (Bayern, Sachsen, West und Brandenburg).
Wie rekrutiert der III. Weg Jugendliche?
Laut Bundesregierung nutzt die Partei ihre Jugendorganisation 'Nationalrevolutionäre Jugend' (NRJ), Social-Media-Kanäle, Flugblattverteilungen an Schulhöfen sowie Kampfsport- und Freizeitangebote zur ideologischen Bindung.
Gibt es ein Verbotsverfahren gegen den III. Weg?
Die Bundesregierung verweigert eine Antwort zu möglichen Verbotsüberlegungen aus Staatswohl-Gründen, auch nicht in eingestufter Form.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6515 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































