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Grüne fragen nach Bundesforschungszentrum für klimaneutrales Bauen
Hintergrund
Der Gebäudesektor verursacht bis zu 40 Prozent aller Treibhausgasemissionen durch Energieverbrauch und Baustoffherstellung. Die Arbeitsproduktivität im Baugewerbe ist zwischen 1991 und 2023 um 23 Prozent gesunken, während sie im verarbeitenden Gewerbe um 103 Prozent stieg. Bereits 2023 beschloss der Haushaltsausschuss die Bereitstellung von 68,6 Millionen Euro für das Bauforschungszentrum über fünf Jahre.
Die Grünen-Fraktion im Bundestag fordert von der Bundesregierung detaillierte Informationen über den Planungsstand des Bundesforschungszentrums für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen. In ihrer Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/2173) vom 13. Oktober 2025 stellten die Abgeordneten um Kassem Taher Saleh 24 konkrete Fragen zu dem Projekt mit dem Namen „Living Art of Building“ (LAB).
68,5 Millionen Euro bis 2028 bereitgestellt
Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte bereits 2023 insgesamt 68,6 Millionen Euro für das Bauforschungszentrum über fünf Jahre. Dies ist bemerkenswert, da das Projekt damit parteiübergreifende Unterstützung erhalten hat. Die aktuelle Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD führt das Vorhaben fort und stellt 68,5 Millionen Euro bis 2028 bereit. Im Koalitionsvertrag kündigte sie an, die Errichtung „gemeinsam mit den Ländern Sachsen und Thüringen sowie unter Einbeziehung der Kompetenzen anderer Länder“ zu beginnen.
Das Forschungszentrum soll innovative Technologien für nachhaltiges Bauen entwickeln. Gleichzeitig wird es die Digitalisierung des Bausektors vorantreiben. Laut den Planungen forschen künftig 1.250 Wissenschaftler in „weltweit einmaligen Laboreinrichtungen“, wie es heißt. Langfristig entstehen bis zu 40.000 neue Arbeitsplätze.
Der Gebäudesektor verursacht bis zu 40 Prozent aller Treibhausgasemissionen – das neue Forschungszentrum soll klimafreundlichere Bauweisen entwickeln.
Grüne sehen dringenden Handlungsbedarf
Die Grünen begründeten ihre Anfrage mit der zentralen Rolle der Bauforschung für die Klimaziele. Der Gebäudesektor ist „einer der größten Treiber von Treibhausgasemissionen“, hieß es in der Drucksache. Bis zu 40 Prozent aller Emissionen entstehen durch Energieverbrauch in Gebäuden sowie die Herstellung von Baustoffen wie Zement, Stahl und Glas.
Besonders kritisch bewerteten die Abgeordneten die sinkende Produktivität im Baugewerbe. Diese ist zwischen 1991 und 2023 um 23 Prozent gesunken, während sie im verarbeitenden Gewerbe um 103 Prozent gestiegen ist. Hintergrund ist, dass der Bausektor bei der Digitalisierung anderen Branchen hinterherhinkt.
Die Grünen fragten unter anderem, ob bereits ein ressortabgestimmtes Gesamtkonzept vorliegt. Welche Rechtsform ist vorgesehen? Auch nach der Standortauswahl sowie konkreten Umsetzungsschritten für 2025 und 2026 erkundigten sie sich.
Betroffen sind vor allem die mittelständisch geprägte Bauwirtschaft, kleine und mittlere Unternehmen im Bausektor sowie die Regionen Sachsen und Thüringen als geplante Standorte. Langfristig sollen bis zu 1.250 Wissenschaftler forschen und 40.000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Die Bundesregierung muss die 24 Fragen der Grünen-Fraktion innerhalb der üblichen Frist beantworten. Noch unklar sind zentrale Planungsschritte wie Gründungsbeschluss, Standortentscheidungen und Personalaufbau für 2025 und 2026. Ein ressortabgestimmtes Gesamtkonzept liegt möglicherweise noch nicht vor.
- Living Art of Building (LAB)
- Projekttitel für das geplante Bundesforschungszentrum für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen
- Stage-Gate-Logik
- Projektmanagement-Methode mit definierten Meilensteinen und Go/No-Go-Entscheidungen zur Fortführung oder Einstellung von Projekten























































