- 21,71 Fehltage je Beschäftigten: Höchststand in der Bundesverwaltung 2022
- Große Unterschiede zwischen einzelnen Ministerien und Bundesbehörden
- Bundesregierung soll Daten ab 2020 nach Behörde und Laufbahngruppe liefern
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7476 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Gesundheitsförderungsbericht des Bundes weist für das Jahr 2022 einen Durchschnitt von 21,71 krankheitsbedingten Fehltagen je Beschäftigten in der Bundesverwaltung aus — ein Höchststand in der jüngeren Vergangenheit. Zwischen den einzelnen Bundesministerien und obersten Bundesbehörden bestehen laut Anfrage erhebliche Unterschiede. Die Anfrage zielt auf einen systematischen Überblick seit dem Jahr 2020, also einschließlich der Corona-Pandemiejahre, ab.
Im Detail
Die Krankenstände in der Bundesverwaltung haben in den vergangenen Jahren teils deutlich zugenommen. Nach dem Gesundheitsförderungsbericht des Bundes lag die durchschnittliche Zahl der krankheitsbedingten Fehltage im Jahr 2022 mit 21,71 Tagen je Beschäftigten auf einem Höchststand der jüngeren Jahre.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7476
Der Krankenstand in der deutschen Bundesverwaltung hat sich zu einem dauerhaften Diskussionsthema entwickelt. Im Jahr 2022 erreichten die krankheitsbedingten Fehlzeiten mit durchschnittlich 21,71 Fehltagen je Beschäftigten einen Höchststand — so das Ergebnis des Gesundheitsförderungsberichts des Bundes. Gleichzeitig zeigen die verfügbaren Daten teils erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Bundesbehörden. Die AfD-Fraktion hat diese Entwicklung zum Anlass genommen, mit der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/7476 vom 5. August 2026 umfassende Daten von der Bundesregierung einzufordern.
Krankenstand Bundesverwaltung: Fünf Fragen an die Regierung
Die Anfrage, unterzeichnet von Stephan Brandner sowie Fraktionsvorsitzenden Dr. Alice Weidel und Tino Chrupalla, stellt insgesamt fünf Fragen. Im Kern geht es um die Entwicklung der krankheitsbedingten Fehlzeiten in allen Bundesministerien, dem Bundeskanzleramt und den obersten Bundesbehörden seit dem Jahr 2020. Gefragt wird sowohl nach den durchschnittlichen Fehltagen je Beschäftigten als auch nach dem prozentualen Anteil krankheitsbedingter Abwesenheitstage an allen Arbeitstagen. Die Angaben sollen nach einzelnen Behörden, nach Jahren, nach Statusgruppen (etwa Beamte und Tarifbeschäftigte) sowie nach Laufbahngruppen (einfacher, mittlerer, gehobener und höherer Dienst) aufgeschlüsselt werden.
Was gilt aktuell?
Eine systematische, behördenübergreifende und öffentlich zugängliche Aufschlüsselung des Krankenstands in der Bundesverwaltung nach allen abgefragten Kriterien liegt bisher nicht vor. Der Gesundheitsförderungsbericht des Bundes veröffentlicht aggregierte Gesamtwerte, enthält jedoch keine detaillierte Einzelaufstellung je Ministerium und Laufbahngruppe über mehrere Jahre. Damit fehlt eine Vergleichsbasis, anhand derer Bürgerinnen und Bürger sowie Abgeordnete beurteilen könnten, welche Behörden besonders hohe oder niedrige Fehlquoten aufweisen und ob Gegenmaßnahmen wirken.
Maßnahmen zur Reduzierung des Krankenstands gefragt
Die fünfte Frage der Anfrage richtet sich auf konkrete Maßnahmen: Die Bundesregierung soll darlegen, ob seit 2020 Schritte unternommen wurden, um den Krankenstand in den Bundesministerien, dem Bundeskanzleramt und den obersten Bundesbehörden zu senken — und falls ja, welche Wirkung diese Maßnahmen bislang gezeigt haben. Betriebliches Gesundheitsmanagement, Präventionsprogramme oder Wiedereingliederungskonzepte kommen dabei grundsätzlich in Betracht. Die Antwort der Bundesregierung wird zeigen, ob und in welchem Umfang entsprechende Programme bereits existieren.
Der Krankenstand im öffentlichen Dienst des Bundes ist nicht isoliert zu betrachten. Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und bei privaten Arbeitgebern werden seit mehreren Jahren steigende Fehlzeiten beobachtet — ein Trend, der unter anderem mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Die Frage, wie die öffentliche Hand als Arbeitgeber mit diesem Phänomen umgeht, hat insofern auch eine Vorbildfunktion für den privaten Sektor.
Hinzu kommt die fiskalische Dimension: Hohe Fehlzeiten verursachen Mehrkosten durch Vertretungsregelungen und können die Handlungsfähigkeit von Behörden beeinträchtigen. Gerade in einer Phase, in der der Bundeshaushalt unter erheblichem Druck steht, rückt die Effizienz des öffentlichen Dienstes stärker in den Blickpunkt. Einen Überblick über aktuelle parlamentarische Schwerpunkte bietet der Überblick über die wichtigsten Drucksachen vom 5. August 2026.
Die Bundesregierung hat nun bis zum 26. August 2026 Zeit, die Kleine Anfrage schriftlich zu beantworten. Die Antwort wird als eigene Drucksache veröffentlicht und dürfte erstmals einen systematischen Vergleich der Krankenstände quer durch alle Bundesbehörden ermöglichen.
Weiterlesen:
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Betroffen sind die Beschäftigten aller Bundesministerien, des Bundeskanzleramts und der obersten Bundesbehörden — insgesamt mehrere zehntausend Beamtinnen und Beamte sowie Tarifbeschäftigte des Bundes. Mittelbar sind auch Steuerzahlerinnen und Steuerzahler betroffen, da hohe Fehlzeiten Mehrkosten durch Vertretungen und Produktivitätsverluste verursachen können.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/7476) wurde am 5. August 2026 eingereicht. Die Bundesregierung hat nun 21 Tage Zeit für eine schriftliche Antwort; die Frist läuft bis zum 26. August 2026. Nach Eingang der Antwort wird diese als gesonderte Drucksache veröffentlicht.
- Krankenstand / Fehlquote
- Der Anteil der krankheitsbedingten Abwesenheitstage an der Gesamtzahl der Arbeitstage, ausgedrückt in Prozent oder als Fehltage je Beschäftigten.
- Laufbahngruppe
- Einteilung von Beamtenstellen nach Qualifikationsniveau: einfacher, mittlerer, gehobener und höherer Dienst.
- Oberste Bundesbehörden
- Behörden, die direkt dem Bund unterstehen und keiner weiteren Behörde nachgeordnet sind, z. B. Bundesnachrichtendienst, Bundesrechnungshof oder Bundeszentrale für politische Bildung.
Was wird konkret gefragt?
Die AfD-Fraktion fragt nach der jährlichen Entwicklung der Krankenquote in jedem einzelnen Bundesministerium, dem Bundeskanzleramt und den obersten Bundesbehörden seit 2020 — aufgeschlüsselt nach Status- und Laufbahngruppen.
Was war der bisherige Höchststand bei Fehltagen?
Laut Gesundheitsförderungsbericht des Bundes lag der Durchschnitt im Jahr 2022 bei 21,71 Fehltagen je Beschäftigten — dem höchsten Wert der jüngeren Jahre.
Warum werden Statusgruppen und Laufbahngruppen abgefragt?
Unterschiedliche Beschäftigungsgruppen (z. B. Beamte vs. Tarifbeschäftigte, höherer vs. einfacher Dienst) können stark voneinander abweichende Krankenstände aufweisen. Die Aufschlüsselung ermöglicht eine differenzierte Analyse.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7476 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































