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- 5.000 Personen in Deutschland besitzen 27,3 % des Finanzvermögens
- Grüne fordern Beitritt zum geplanten International Panel on Inequality
- Bessere Datenlage zu Spitzenvermögen ab 100 Mio. Euro gefordert
Hintergrund
Der BCG Global Wealth Report vom Mai 2026 zeigt, dass rund 5.000 Personen in Deutschland mit einem individuellen Finanzvermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar zusammen 27,3 Prozent des gesamten nationalen Finanzvermögens besitzen — nach Angaben der Antragsteller ein historischer Höchstwert in der Geschichte der Bundesrepublik. Für viele OECD-Länder gilt laut Antrag inzwischen, dass das reichste Prozent mehr als ein Drittel des nationalen Vermögens hält. Ein G20 Extraordinary Committee unter Leitung des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph E. Stiglitz strebt die Gründung eines International Panel on Inequality (IPI) an, das nach dem Vorbild des IPCC arbeiten soll. Der Antrag verweist zudem auf frühere parlamentarische Vorgänge zu diesem Themenfeld (Drs. 21/4827 und 21/7389).
- 27,3 % — Anteil am gesamten deutschen Finanzvermögen, den rund 5.000 Personen mit mehr als 100 Mio. US-Dollar Finanzvermögen laut BCG Global Wealth Report 2026 besitzen.
- Mehr als ein Drittel — So viel des nationalen Vermögens besitzt das reichste Prozent in vielen OECD-Ländern laut Antrag (Quelle: wid.world).
- 5 bis 41 % — Lohnlücke von Migrantinnen gegenüber Männern ohne Einwanderungsgeschichte in Deutschland (5–20 % allgemein, bis zu 41 % bei Frauen mit Einwanderungsgeschichte).
- Über 1 Million Kinder — leben laut UNICEF-Bericht 2025 in Deutschland in Armut.
- 100 Mio. Euro — Ab diesem Vermögensschwellenwert sollen laut Antrag gezielte Haushaltsdatenerhebungen stattfinden.
Im Detail
Während offensichtlich ist, dass die Vermögensungleichheit global massiv zunimmt, fehlen in vielen Ländern, auch in Deutschland, noch immer öffentliche Daten und Analysen zur massiven Vermögensungleichheit und insbesondere zu den höchsten Vermögen.
— Begründung BT-Drs. 21/8138
Rund 5.000 Personen in Deutschland besitzen zusammen 27,3 Prozent des gesamten nationalen Finanzvermögens — und das Niveau dieser Vermögenskonzentration hat nach Angaben der Antragsteller einen historischen Höchstwert in der Geschichte der Bundesrepublik erreicht. Diese Zahlen aus dem BCG Global Wealth Report vom Mai 2026 stehen im Mittelpunkt eines Antrags der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (BT-Drs. 21/8138), der am 22. September 2026 in den Deutschen Bundestag eingebracht wurde.
Vermögensungleichheit auf Rekordniveau
Die Vermögensungleichheit in Deutschland und anderen Industriestaaten wächst laut Antrag nicht nur absolut, sondern verschärft sich strukturell. Für viele OECD-Länder gilt inzwischen, dass das reichste Prozent der Bevölkerung mehr als ein Drittel des gesamten nationalen Vermögens hält. Laut dem im Antrag zitierten G20-Bericht unter Leitung des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph E. Stiglitz stellt diese Konzentration ein fundamentales Hemmnis für wirtschaftliche Entwicklung dar. Als Treiber nennt der Antrag unter anderem die zunehmende Monopolbildung durch kapitalstarke Großkonzerne sowie den Renditedruck durch konzentrierte Kapitalflüsse. Hinzu komme der Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI), die ohne Gegenmaßnahmen die Vermögenskonzentration an der Spitze weiter verstärken könnte.
Was gilt aktuell?
In Deutschland basiert die offizielle Datenlage zur Vermögensverteilung maßgeblich auf der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS). Diese Erhebung beruht auf freiwilliger Teilnahme und erfasst die absoluten Spitzenvermögen nach Einschätzung von Fachleuten systematisch unvollständig. Eine verpflichtende Erhebung von Haushaltsdaten für Vermögen ab 100 Millionen Euro existiert nicht. Der Antrag verweist auf frühere parlamentarische Vorgänge zu diesem Thema (Drs. 21/4827 und Drs. 21/7389), die bereits auf Datenlücken hingewiesen hatten. Auf internationaler Ebene gibt es bislang kein dem IPCC vergleichbares Gremium, das Vermögensungleichheit wissenschaftlich unabhängig überwacht.
International Panel on Inequality: das Kernziel des Antrags
Der Antrag fordert die Bundesregierung auf, die Gründung eines International Panel on Inequality (IPI) aktiv zu unterstützen. Dieses Gremium soll nach dem Vorbild des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) eng an die Vereinten Nationen angebunden werden und globale Verteilungstrends wissenschaftlich beobachten sowie politische Regulierungsmaßnahmen bewerten. Bisherige Gründungsländer der Initiative sind Südafrika, Brasilien, Norwegen und Spanien. Deutschland soll laut Antrag sowohl in VN-Gremien als auch in der EU darauf hinwirken, dass das IPI auf die Tagesordnung kommt und die Initiative EU-weit Unterstützung erhält. Außerdem soll Deutschland das Panel dauerhaft finanziell und ideell fördern.
Parallel zur multilateralen Ebene soll die Bundesregierung laut Antrag die Datenqualität zur Vermögensverteilung im Inland verbessern. Konkret gefordert werden gezielte Erhebungen von Haushaltsdaten für Spitzenvermögen ab 100 Millionen Euro unter Wahrung der Anonymität sowie die stärkere Berücksichtigung des Palma-Index, der das Verhältnis der reichsten zehn Prozent zu den ärmsten 40 Prozent abbildet. Geschlechtsspezifische Ungleichheiten sollen besonders in den Vordergrund gerückt werden: Laut Antrag verdienen Migrantinnen bis zu 41 Prozent weniger pro Stunde als Männer ohne Einwanderungsgeschichte, über eine Million Kinder leben in Deutschland in Armut.
Menschenrechtliche Dimension
Der Antrag verknüpft das Thema Vermögensungleichheit ausdrücklich mit dem internationalen Menschenrechtsrahmen. Die Bundesregierung soll massive Vermögenskonzentration als Hemmnis für Menschenrechte anerkennen und den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt) konsequent umsetzen. Alle Menschen in Deutschland sollen ein menschenwürdiges Existenzminimum und Chancen zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen erhalten. Besonders benachteiligt seien laut Antrag Kinder, Frauen, LGBTIQ*-Personen, chronisch Kranke, ältere Menschen sowie von Rassismus Betroffene, da sie sowohl ökonomisch als auch politisch marginalisiert werden. Diese Debatte steht im Zusammenhang mit dem breiteren Diskurs über finanzielle Bildung und wirtschaftliche Chancengleichheit, der auch in anderen parlamentarischen Initiativen sichtbar wird.
Der Antrag ordnet sich in eine wachsende internationale Debatte über Wirtschaftspolitik und Verteilungsgerechtigkeit ein. Thematisch verwandt ist auch die Diskussion um Reformen der sozialen Sicherungssysteme sowie sozialpolitische Maßnahmen für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen, die ebenfalls im 21. Deutschen Bundestag behandelt werden.
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Betroffen von der Debatte sind vor allem einkommensschwache Haushalte, Kinder in Armut sowie strukturell benachteiligte Gruppen. Laut Antrag verdienen Migrantinnen bis zu 41 Prozent weniger pro Stunde als Männer ohne Einwanderungsgeschichte; über eine Million Kinder leben in Deutschland in Armut. Gleichzeitig richtet sich der Antrag an die Spitze der Vermögensverteilung: Rund 5.000 Personen mit Finanzvermögen über 100 Millionen US-Dollar stehen im Fokus der geforderten Datenerhebungen.
Der Antrag (BT-Drs. 21/8138) ist am 22. September 2026 in den Deutschen Bundestag eingebracht worden. Als nächster Schritt steht die Überweisung an einen oder mehrere Ausschüsse an, die den Antrag beraten. Anschließend entscheidet das Plenum des Bundestages über Annahme oder Ablehnung.
- International Panel on Inequality (IPI)
- Geplantes internationales Wissenschaftsgremium nach dem Vorbild des IPCC, das globale Vermögensungleichheit systematisch überwachen und politische Maßnahmen bewerten soll.
- Palma-Index
- Maßzahl für Einkommens- und Vermögensungleichheit, die das Verhältnis des Anteils der reichsten 10 Prozent zu den ärmsten 40 Prozent einer Bevölkerung abbildet.
- Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)
- Staatliche Erhebung in Deutschland zur wirtschaftlichen Lage privater Haushalte, die auf freiwilliger Teilnahme beruht und Spitzenvermögen nach Einschätzung von Experten nicht vollständig erfasst.
Was ist das International Panel on Inequality (IPI)?
Das IPI ist ein geplantes internationales Gremium nach dem Vorbild des IPCC, das globale Vermögensungleichheit wissenschaftlich beobachten und Gegenmaßnahmen bewerten soll. Bisherige Gründungsländer sind Südafrika, Brasilien, Norwegen und Spanien.
Warum reichen die bisherigen Daten zur Vermögensverteilung nicht aus?
Staatliche Erhebungen wie die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe basieren auf Freiwilligkeit und erfassen die absoluten Spitzenvermögen laut Antrag systematisch nicht vollständig. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Ungleichheit noch größer ist.
Was konkret soll die Bundesregierung tun?
Sie soll die IPI-Gründung in VN und EU aktiv unterstützen, regelmäßige Erhebungen zu Vermögen ab 100 Mio. Euro einführen, Vermögensungleichheit als Menschenrechtsproblem anerkennen und den UN-Sozialpakt konsequent umsetzen.

































































