Vollständig beantwortet
Wie gehen deutsche Banken mit Klimarisiken um?
Hintergrund
Der World Economic Forum stuft extreme Wetterereignisse als größtes globales Risiko ein. Eine BaFin-Untersuchung zeigte, dass nur 10% der Banken physische Klimarisiken als materiell relevant bewerten. Mit dem BRUBEG werden neue ESG-Anforderungen für Banken verbindlich.
Die Bundesregierung hat am 5. Mai 2026 eine umfassende Antwort zur Rolle deutscher Banken beim Umgang mit Klimarisiken vorgelegt (BT-Drs. 21/5726). Die Grünen-Fraktion hatte nach den Ergebnissen einer BaFin-Untersuchung gefragt. Diese ergab: nur 10 Prozent der Kreditinstitute stufen physische Klimarisiken als materiell relevant ein.
Nur wenige Banken sehen Klimarisiken als relevant
Laut der BaFin-Umfrage von 2024 bewerten lediglich 10 Prozent der befragten Banken physische Risiken wie Extremwetter als wesentlich für ihre Risikoarten. Als Hauptgrund gibt die Aufsichtsbehörde mangelnde Datenverfügbarkeit an – 70 Prozent der Banken sehen dies als Problem. Dies ist bemerkenswert, da die BaFin gleichzeitig betont, bereits heute seien ausreichend Datenquellen verfügbar.
Von den 1.195 direkt von der BaFin beaufsichtigten Instituten sind 899 als kleine und nichtkomplexe Institute (SNCI) klassifiziert. Diese 75 Prozent aller Institute erhalten Erleichterungen bei den neuen ESG-Anforderungen.
ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) – Faktoren, die Banken künftig systematisch bewerten müssen.
Verstärkte Aufsicht geplant
Die BaFin hat 2025 bereits 96 Institute bei MaRisk-Prüfungen auch auf ESG-Aspekte untersucht. Das entspricht 8,8 Prozent aller beaufsichtigten Institute. Dabei sind 79 Feststellungen mit ESG-Bezug getroffen worden – davon 36 Prozent im Bereich Kreditprozesse.
Für 2026 plant die Aufsichtsbehörde vier ESG-Sonderprüfungen. Dazu kommen 95 MaRisk-Prüfungen mit ESG-Komponenten. Hintergrund ist der Aufbau neuer Prüfungsmodule, während die BaFin ihre ESG-Expertise auf 21,6 Vollzeitäquivalente erweitert. Klimarisiken werden zunehmend als Risikotreiber in etablierten Risikoarten integriert, stellen jedoch keinen eigenständigen Risikotyp dar.
Betroffen sind alle deutschen Banken, ihre Kunden bei Kreditvergabe und potentiell die gesamte Finanzstabilität. Besonders regionale Banken mit konzentrierten Portfolios stehen im Fokus der Aufsicht.
Die BaFin führt 2026 verstärkte ESG-Prüfungen durch und entwickelt neue Prüfungsmodule. Bis 2027 sollen weitere Aufsichtsmaßnahmen folgen. Kleine Banken erhalten Erleichterungen bei ESG-Risikoplänen.
- ESG-Risiken
- Risiken aus Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren, die Banken in ihr Risikomanagement integrieren müssen
- BRUBEG
- Bankenrichtlinienumsetzungs- und Bürokratieentlastungsgesetz – führt verbindliche ESG-Vorgaben für Banken ein
- SNCI
- Small and non-complex institutions – kleine und nichtkomplexe Banken mit vereinfachten Anforderungen























































