- Schienennetz des Bundes schrumpfte zwischen 2000 und 2024 um 6,5 Prozent
- Zwischen 2018 und 2024 weniger als 200 km neue Schienenstrecke in Betrieb
- 4 Fragenkomplexe zu Autobahn, Bundesstraße, Schiene und NE-Bahnen seit 2010
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7543 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Schienennetz des Bundes hat sich in den vergangenen Jahrzehnten trotz wiederholter politischer Bekenntnisse zur Verkehrswende nicht nennenswert ausgeweitet. Nach Angaben der Allianz pro Schiene ist die Streckenlänge zwischen 2000 und 2024 um 6,5 Prozent gesunken. Zwischen 2018 und 2024 kamen laut dem Branchenverband Die Güterbahnen bundesweit weniger als 200 Kilometer neue Schienenstrecke hinzu. Parallel dazu wird auch der Zustand des Straßennetzes — insbesondere Brücken und Autobahnen — politisch diskutiert. Die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/7543 vom 11. August 2026 verlangt erstmals eine systematische Jahresbilanz beider Infrastrukturbereiche.
- –6,5 % — Rückgang der Schienennetzlänge des Bundes zwischen 2000 und 2024 (laut Allianz pro Schiene, zitiert von den Fragestellern)
- weniger als 200 km — neue Schienenstrecken, die zwischen 2018 und 2024 in Betrieb genommen wurden (laut Verband Die Güterbahnen, zitiert von den Fragestellern)
- 15 Jahre — Zeitraum (2010–2025), zu dem Jahresbilanzen für Autobahn, Bundesstraße und Schiene abgefragt werden
- 4 Fragenkomplexe — zu Autobahnen, Bundesstraßen, Bundesschienenwegen und nichtbundeseigenen Eisenbahnen
Im Detail
Es ist Zeit für eine ehrliche Bilanz des in den letzten anderthalb Jahrzehnten Geleisteten.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7543
Das Schienennetz des Bundes ist zwischen 2000 und 2024 um 6,5 Prozent geschrumpft — trotz jahrelanger politischer Versprechen, den Bahnverkehr zu stärken. Zwischen 2018 und 2024 kamen laut Angaben des Verbandes Die Güterbahnen, auf die sich die Fragesteller beziehen, bundesweit weniger als 200 Kilometer neue Schienenstrecke hinzu. Vor diesem Hintergrund verlangt die Fraktion Die Linke mit der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/7543 vom 11. August 2026 eine detaillierte Jahresbilanz des Infrastrukturausbaus von Autobahnen, Bundesstraßen und Schienenwegen seit 2010.
Schienennetz: Was gilt aktuell?
Das Bundesschienennetz wird von der DB InfraGO AG — einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn — betrieben. Investitionen des Bundes fließen über den Bundesschienenwegeausbaugesetz-Bedarfsplan in Neu- und Ausbauprojekte. Trotz dieser Strukturen zeigt der Nettosaldo der letzten 25 Jahre nach Darstellung der Fragesteller eine negative Entwicklung: Stilllegungen übertrafen den Neubau. Auch die Elektrifizierungsquote des deutschen Schienennetzes liegt unter dem EU-Durchschnitt mehrerer Nachbarländer, was den Umstieg auf emissionsarmen Bahnbetrieb erschwert.
Vier Fragenkomplexe im Überblick
Die Anfrage gliedert sich in vier Bereiche: Erstens fragen die Abgeordneten nach dem jährlichen Neubau und der Erweiterung von Autobahnen zwischen 2010 und 2025 — aufgeschlüsselt nach Bundesländern. Zweitens stellen sie dieselbe Frage für Bundesstraßen, wobei auch die Zahl der neu angelegten Fahrspuren angegeben werden soll. Drittens erkundigt sich die Anfrage nach dem Schienennetz des Bundes: Wie viele Kilometer wurden je Jahr neu gebaut, reaktiviert oder elektrifiziert — und in welchen Bundesländern? Viertens werden nichtbundeseigene Eisenbahnen (NE-Bahnen) einbezogen: Die Fragesteller wollen für den Zeitraum 2016 bis 2025 wissen, welche Strecken entstanden oder reaktiviert wurden und welche Mittel Bund und Länder dafür bereitgestellt haben.
Schienennetz: Politischer Kontext
Die Bundesregierung hat in mehreren Koalitionsverträgen und Klimaschutzprogrammen den Ausbau des Schienenverkehrs als prioritäres Ziel verankert. Die tatsächliche Netzentwicklung steht laut Fragesteller in einem Missverhältnis dazu. Die Anfrage zielt darauf ab, erstmals eine systematische, jahresgenaue und länderspezifische Datenbasis zu schaffen, auf deren Grundlage politische Versprechen mit der Realität verglichen werden können. Ähnliche Informationsbegehren gab es zuletzt auch zu anderen Infrastrukturbereichen — etwa zur Arbeitssicherheit in der Stromerzeugung oder zur Kriminalitätsentwicklung über mehrere Jahrzehnte.
NE-Bahnen: Förderung durch Bund und Länder
Ein besonderes Augenmerk gilt den nichtbundeseigenen Eisenbahnen. Diese privaten oder kommunalen Betreiber spielen vor allem im Regionalverkehr und im Güterverkehr auf der letzten Meile eine wichtige Rolle. Die Anfrage will klären, in welchem Umfang Bund und Länder den Ausbau dieser Netze seit 2016 finanziell unterstützt haben — eine Information, die bislang nicht systematisch öffentlich verfügbar ist. Ein Überblick über ähnliche parlamentarische Informationsbegehren findet sich auch in der Drucksachlichen Tagesübersicht vom 15. August 2026.
Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage steht noch aus. Sie wird als eigene Drucksache veröffentlicht, sobald das Bundeskanzleramt geantwortet hat.
Weiterlesen:
Betroffen sind Pendler, Bahnreisende und Güterverkehrsunternehmen in ganz Deutschland, die auf ein leistungsfähiges Schienen- und Straßennetz angewiesen sind. Regionen mit schwacher Infrastrukturanbindung — häufig ländliche Gebiete — sind besonders von der stagnierenden Netzentwicklung betroffen. Auch Bundesländer, die Fördermittel für nichtbundeseigene Eisenbahnen einsetzen, sind Teil der Fragestellung.
Die Anfrage ist am 11. August 2026 beim Deutschen Bundestag eingegangen. Nach § 104 der Geschäftsordnung des Bundestages ist grundsätzlich eine Antwort der Bundesregierung innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vorgesehen. Sobald die Antwort vorliegt, wird sie als eigene Drucksache veröffentlicht.
- NE-Bahnen
- Nichtbundeseigene Eisenbahnen — private oder kommunale Bahnunternehmen, die nicht zur Deutschen Bahn AG gehören und eigene Infrastruktur betreiben.
- Reaktivierung
- Wiederinbetriebnahme von Schienenstrecken, die zuvor stillgelegt worden waren.
- Elektrifizierung
- Ausstattung einer Bahnstrecke mit Oberleitungen, sodass elektrische Züge fahren können — Voraussetzung für emissionsarmen Bahnbetrieb.
Was genau wird in der Anfrage gefragt?
Die Fraktion Die Linke fragt nach jährlichen Kilometerzahlen für Neubau, Erweiterung, Reaktivierung und Elektrifizierung von Autobahnen, Bundesstraßen und Schienenwegen seit 2010 — jeweils aufgeschlüsselt nach Bundesländern.
Warum ist das Schienennetz laut Vorbemerkung kleiner geworden?
Laut den Fragestellern ist die Streckenlänge des Bundesschienennetzes zwischen 2000 und 2024 um 6,5 Prozent zurückgegangen. Zwischen 2018 und 2024 seien weniger als 200 Kilometer neu in Betrieb genommen worden.
Werden auch private Bahnbetreiber einbezogen?
Ja, Frage 4 betrifft nichtbundeseigene Eisenbahnen (NE-Bahnen) ab 2016 — einschließlich der Frage, welche Maßnahmen Bund und Länder finanziell gefördert haben.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7543 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































