- China erreicht 2,198 Exaflops — mehr als doppelt so viel wie JUPITER
- Deutschland belegt Platz fünf der globalen Supercomputer-Rangliste
- 13 Fragen zu Förderung, Sicherheit und digitaler Souveränität gestellt
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7851 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Im Juni 2026 veröffentlichte die internationale Top500-Liste der leistungsstärksten Supercomputer eine neue Rangfolge: China belegt demnach mit einem System, das 2,198 Exaflops erzielt, den Spitzenplatz. Der deutsche Supercomputer JUPITER im Forschungszentrum Jülich erreicht rund 1 Exaflop und steht auf Platz fünf. Hochleistungsrechnen gilt in Wissenschaft, Industrie und Verteidigung als kritische Infrastruktur — insbesondere für KI-Entwicklung, Klimasimulationen, Pharmaforschung und die Sicherheit kryptografischer Systeme. Die Europäische Union fördert über das EuroHPC-Programm den Ausbau gemeinsamer Supercomputing-Kapazitäten, darunter auch JUPITER.
- 2,198 Exaflops — Rechenleistung des chinesischen Spitzensystems, das seit Juni 2026 die Weltrangliste anführt.
- ~1 Exaflop — Rechenleistung des deutschen Supercomputers JUPITER im Forschungszentrum Jülich, Platz 5 der Weltrangliste.
- 13 Fragen — Umfang der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/7851 zu HPC-Strategie, Sicherheitsrisiken und Fördervolumen.
- 2023–2025 — Zeitraum, für den die AfD Angaben zur Bundesförderung im Hochleistungsrechnen verlangt.
Im Detail
Die Leistungsfähigkeit nationaler Supercomputing-Infrastrukturen entscheidet heute maßgeblich über die digitale Souveränität sowie die Wettbewerbsfähigkeit in strategischen Schlüsselbereichen wie der Künstlichen Intelligenz und der Simulation komplexer industrieller Prozesse.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/7851
China hat mit einem Supercomputer der 2,198-Exaflops-Klasse die Spitzenposition in der globalen Top500-Rangliste übernommen — das ist mehr als die doppelte Rechenleistung des deutschen Supercomputers JUPITER, der im Forschungszentrum Jülich steht und mit rund 1 Exaflop Platz fünf belegt. Dieses Kräfteverhältnis nimmt die AfD-Fraktion zum Anlass für eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung (BT-Drs. 21/7851, eingegangen am 7. September 2026), die 13 konkrete Fragen zur deutschen Hochleistungsrechnen-Strategie, zu Sicherheitsrisiken und zur Förderung stellt.
Hochleistungsrechnen als strategische Infrastruktur
Hochleistungsrechnen — im Fachjargon High-Performance Computing (HPC) — ist längst keine reine Forschungsangelegenheit mehr. Supercomputer bestimmen heute maßgeblich, wie schnell pharmazeutische Wirkstoffe entwickelt werden, wie präzise Klimamodelle rechnen, wie leistungsfähig KI-Systeme trainiert werden und wie sicher staatliche Verschlüsselung gegenüber künftigen Angriffen — etwa durch Quantencomputer — bleibt. Der Vorsprung, den China im Bereich Hochleistungsrechnen ausgebaut hat, berührt daher gleichzeitig Wirtschafts-, Forschungs- und Sicherheitspolitik.
Die Anfrage thematisiert insbesondere die Frage, ob die chinesische Führungsposition im Bereich der Exascale-Rechner die Sicherheit aktueller deutscher Verschlüsselungsverfahren gefährdet. Systeme mit extremen Rechenkapazitäten könnten langfristig in der Lage sein, bislang als sicher geltende kryptografische Verfahren zu brechen — ein Szenario, das für den Schutz staatlicher Kommunikation und kritischer Infrastrukturen unmittelbar relevant ist.
Was gilt aktuell?
Deutschland betreibt mit JUPITER im Jülicher Forschungszentrum einen der leistungsstärksten Supercomputer Europas, der im Rahmen des europäischen EuroHPC-Programms gefördert wird. Das System erreicht die 1-Exascale-Marke und belegt Platz fünf der Weltrangliste. Die Bundesregierung verfolgt im Rahmen der Digitalstrategie Deutschland bis 2030 Ziele zum Ausbau digitaler Infrastrukturen — wie verbindlich die HPC-Infrastruktur darin verankert ist, fragt die Anfrage explizit ab. Auf europäischer Ebene läuft die European Processor Initiative (EPI), die auf die Entwicklung eigenständiger Hochleistungsprozessoren abzielt und Abhängigkeiten von US-Herstellern wie NVIDIA, AMD und Intel sowie von taiwanischen Chip-Fertigern verringern soll.
Kernfragen: Förderung, Abhängigkeit und Strategie
Die 13 Fragen der Kleinen Anfrage lassen sich in drei Schwerpunkte bündeln. Erstens erkundigt sich die Fraktion nach der sicherheitspolitischen Einschätzung: Sieht die Bundesregierung durch die chinesische Rechenleistung eine Gefährdung der digitalen Souveränität? Drohen Risiken für Verschlüsselungsverfahren oder kritische Infrastrukturen? Zweitens geht es um Zahlen und Fördervolumen: Die Bundesregierung soll die Gesamtförderung des Bundes für den HPC-Bereich in den Jahren 2023, 2024 und 2025 offenlegen und Auskunft über geplante Steigerungen für kommende Haushaltsjahre geben. Drittens richtet sich der Blick auf strategische Abhängigkeiten: Wie bewertet die Bundesregierung die Tatsache, dass deutsche Supercomputer auf Prozessoren und GPUs aus den USA angewiesen sind? Welche Rolle spielen chinesische Exportbeschränkungen oder der gezielte Aufkauf von Schlüsseltechnologien für die europäische HPC-Entwicklung?
Ergänzend fragt die Anfrage, ob JUPITER flexibel genug ist, um auf technologische Sprünge bei KI-optimierter Hardware zu reagieren — ein Punkt, der angesichts der rasanten Entwicklung bei GPU-Architekturen politisch an Bedeutung gewinnt. Auch die Frage, welche konkreten Maßnahmen geplant sind, um die technologische Lücke gegenüber der chinesischen Weltspitze in den kommenden drei Jahren zu verringern, ist Teil des Fragenkatalogs.
Für eine breitere Einordnung technologiepolitischer Debatten im Bundestag lohnt ein Blick auf verwandte Themen: Mikroelektronik: Schnellere Genehmigungen per Gesetz gefordert und Rahmenbedingungen für Forschung grundlegend verbessern zeigen, wie breit das Feld der Technologiepolitik im Bundestag derzeit diskutiert wird. Auch der Fachkräftemangel in der Forschung berührt die Wettbewerbsfähigkeit im HPC-Bereich unmittelbar.
Betroffen sind Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen mit rechenintensiven Entwicklungsprozessen sowie staatliche Stellen, die auf sichere Kommunikationsinfrastrukturen angewiesen sind. Mittelbar betrifft das Thema alle Bürgerinnen und Bürger, da Supercomputer-Kapazitäten über die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und die Sicherheit staatlicher digitaler Systeme mitentscheiden.
Die Kleine Anfrage ist am 7. September 2026 beim Deutschen Bundestag eingegangen und wurde an das Bundeskanzleramt weitergeleitet. Die Bundesregierung soll innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung antworten. Sobald die Antwort vorliegt, wird sie als eigene Drucksache veröffentlicht.
- Exaflop
- Maßeinheit für Rechenleistung: Ein Exaflop entspricht einer Trillion (10¹⁸) Rechenoperationen pro Sekunde. Systeme oberhalb dieser Schwelle gelten als Exascale-Rechner.
- European Processor Initiative (EPI)
- Europäisches Forschungsprojekt zur Entwicklung eigener Hochleistungsprozessoren, um die Abhängigkeit von US-amerikanischen und asiatischen Chip-Herstellern zu verringern.
- Digitale Souveränität
- Fähigkeit eines Staates oder einer Gemeinschaft, eigene digitale Infrastrukturen, Daten und Technologien unabhängig von externen Akteuren kontrollieren und betreiben zu können.
Was ist JUPITER und wo steht er?
JUPITER ist Deutschlands leistungsstärkster Supercomputer und steht im Forschungszentrum Jülich. Er erreicht eine Rechenleistung von rund 1 Exaflop und belegt damit aktuell Platz fünf der Weltrangliste.
Warum ist Chinas Supercomputer-Vorsprung sicherheitspolitisch relevant?
Laut der Anfrage könnten extreme Rechenkapazitäten künftig dazu genutzt werden, aktuelle Verschlüsselungsverfahren zu brechen — etwa in Kombination mit Quantencomputern. Das betrifft staatliche Kommunikation und kritische Infrastrukturen.
Welche Hardware-Abhängigkeiten werden in der Anfrage thematisiert?
Die Anfrage fragt nach der Abhängigkeit deutscher Supercomputer von US-Herstellern wie NVIDIA, AMD und Intel sowie nach dem Stand europäischer Eigenentwicklungen im Rahmen der European Processor Initiative (EPI).
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7851 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































