Antwort der Bundesregierung …
Grüne fragen nach Umsetzung der Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern
Hintergrund
Im Januar 2025 beschloss der Bundestag einstimmig einen interfraktionellen Antrag zur Stärkung der Prävention und Unterstützung von Kindern mit psychisch oder suchtkranken Eltern. Dieser basierte auf 19 Handlungsempfehlungen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe unter Federführung des Bundesfamilienministeriums. Die Pandemie hat die seelische Gesundheit von Kindern zusätzlich verschlechtert.
Die Grünen-Fraktion hat eine umfassende Kleine Anfrage zur Umsetzung der Hilfen für Kinder psychisch kranker oder suchtkranker Eltern eingereicht. 43 detaillierte Fragen. Die Abgeordneten Linda Heitmann, Dr. Kirsten Kappert-Gonther und weitere wollten von der Bundesregierung konkrete Fortschritte seit dem einstimmigen Bundestagsbeschluss vom Januar 2025 erfahren.
4 Millionen Kinder betroffen
Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß: Rund 4 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil. Etwa jedes fünfte Kind wächst in einem Haushalt mit auffälligem Alkoholkonsum auf. Hintergrund ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die lange Zeit tabuisiert wurde: 40.000 Kinder haben Eltern mit Abhängigkeit von illegalen Substanzen, und bis zu 150.000 Kinder leben mit glücksspielsüchtigen Eltern zusammen.
Studien zufolge tragen diese Kinder ein zwei- bis siebenfach erhöhtes Risiko, selbst eine psychische Erkrankung oder Suchterkrankung zu entwickeln. Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verstärkt. Monatelange Kontaktbeschränkungen verschlechterten die seelische Gesundheit von Kindern zusätzlich.
Einfach erklärt: Wenn Eltern psychisch krank oder suchtkrank sind, leiden die Kinder oft mit. Sie brauchen besondere Hilfe und Unterstützung, damit sie nicht selbst krank werden.
Konkrete Umsetzung gefordert
Die Grünen-Fraktion bezog sich in ihrer Anfrage auf den interfraktionellen Antrag ‚Prävention stärken – Kinder mit psychisch oder suchtkranken Eltern unterstützen‘ (Bundestagsdrucksache 20/12089), der im Januar 2025 einstimmig beschlossen worden ist. Dieser Antrag entwickelte sich aus einem Abschlussbericht einer interdisziplinären Arbeitsgruppe unter Federführung des Bundesfamilienministeriums. 19 Handlungsempfehlungen.
Dies ist bemerkenswert, da die Fragen der Grünen ein breites Spektrum abdecken: von Entstigmatisierungsmaßnahmen über die Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes bis hin zur Finanzierung von Lotsendiensten in Geburtskliniken. Die Abgeordneten fragen nach den sogenannten Werkstattgesprächen zur Entwicklung kommunaler Gesamtkonzepte, die das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz und das Nationale Zentrum Frühe Hilfen organisieren.
Ein zentraler Kritikpunkt der Anfrage: Bei der Behandlung der Eltern geraten die Kinder oft aus dem Blickfeld. Die Sozialversicherung nimmt keine systemische Perspektive auf die gesamte Familie ein. Die Kinder- und Jugendhilfe wird häufig erst eingeschaltet, wenn eine Kindeswohlgefährdung bereits deutlich erkennbar ist. Hier sehen die Grünen systemische Verbesserungen als notwendig an.
Koordinierung zwischen Ministerien
Die Kleine Anfrage zeigt auch die Komplexität des Themas auf: Die Grünen fragen explizit nach der ressortübergreifenden Koordinierung zwischen den verschiedenen Bundesministerien. Von der Umsetzung sind das Familienministerium, das Gesundheitsministerium, das Bildungsministerium und weitere Ressorts betroffen.
Direkt betroffen sind rund 4 Millionen Kinder und Jugendliche mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil, etwa 800.000 Kinder mit alkoholkranken Eltern, 40.000 Kinder mit drogenabhängigen Eltern und bis zu 150.000 Kinder mit glücksspielsüchtigen Eltern. Diese Kinder haben ein zwei- bis siebenfach erhöhtes Risiko, selbst psychisch zu erkranken.
Die Bundesregierung hat keine feste Antwortfrist, üblicherweise antwortet sie innerhalb von vier bis acht Wochen auf Kleine Anfragen. Die Antwort wird voraussichtlich verschiedene Bundesministerien einbeziehen, da das Thema ressortübergreifend ist – vom Familienministerium über das Gesundheitsministerium bis hin zum Bildungsministerium.
- Stationsäquivalente Behandlung (StäB)
- Intensive psychiatrische Behandlung zu Hause statt im Krankenhaus, ermöglicht Therapie im gewohnten Umfeld
- Frühe Hilfen
- Präventive Unterstützungsangebote für Familien mit Kindern bis drei Jahre, koordiniert verschiedene Hilfesysteme
- COA-Aktionswoche
- Bundesweite Aufklärungs- und Entstigmatisierungswoche für 'Children of Addicts' (Kinder suchtkranker Eltern)























































