Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8249 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
- 130.648 Schülerinnen und Schüler 2024 von Jugendoffizieren erreicht
- Keine Statistik: Verteilung der Werbematerialien wird nicht erfasst
- Portfolio umfasst Broschüren, Poster, Factsheets und Magazin BE STRONG
Hintergrund
Die Bundeswehr betreibt seit Jahren eine strukturierte Öffentlichkeits- und Personalgewinnungsarbeit an Schulen, Hochschulen und Berufsbildungseinrichtungen. Jugendoffiziere halten Vorträge im Rahmen schulischer Lehrpläne; Karriereberater sind auf Ausbildungsmessen und in Jobcentern präsent. Bereits frühere Parlamentarische Anfragen (u. a. BT-Drs. 21/5371) hatten Kennzahlen zu Schulbesuchen und erreichten Lehrkräften erfragt. Die vorliegende Anfrage zielt erstmals auf eine Vollständigkeits- und Transparenzprüfung des eingesetzten Informationsmaterials selbst.
- 130.648 — Schülerinnen und Schüler, die Jugendoffiziere 2024 laut Jahresbericht erreichten (davon 52.980 am Gymnasium, 18.961 an der Realschule, 20.636 an Berufsschulen).
- 5.529 — Schulvorträge von Jugendoffizieren im Jahr 2025, aufgeteilt in 2.329 (Sek. I), 2.073 (Sek. II) und 1.102 (Berufsschulen).
- 9.239 — Lehrkräfte, die 2024 als Multiplikatoren durch Jugendoffiziere erreicht wurden, ergänzt durch 1.663 Referendare und 915 Schulleitungen.
- mehrere hundert — Messebeteiligungen der Bundeswehr-Karriereberatung allein im zweiten Quartal 2026 laut Bundesregierung.
Im Detail
Eine zielgruppengebundene Erfassung der Materialien im Sinne der Fragestellung erfolgt nicht.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8249, Frage 1
Rund 130.000 Schülerinnen und Schüler hat die Bundeswehr im Jahr 2024 durch ihre Jugendoffiziere an Schulen erreicht. Im darauffolgenden Jahr 2025 dokumentierten die Jugendoffiziere 5.529 Vorträge — verteilt auf alle Schulformen von der Mittelschule bis zur Berufsschule. Hinzu kommen flächendeckende Messeeinsätze der Karriereberatung: Allein im zweiten Quartal 2026 fanden bundesweit mehrere hundert Messebeteiligungen statt. Auf die Frage, welche Materialien dabei in welchen Stückzahlen an Minderjährige ausgegeben werden, gibt die Bundesregierung in BT-Drs. 21/8249 eine klare Antwort: Diese Daten werden schlicht nicht erhoben.
Bundeswehr-Werbematerial: Was verteilt wird
Das Portfolio, das die Karriereberatung auf Messen und in Beratungsgesprächen einsetzt, hat das Bundesministerium der Verteidigung in Anlage 1 zur Drucksache vollständig aufgelistet. Es umfasst neun verschiedene Broschüren zu Karrierewegen (Offizier, Feldwebel, Unteroffizier, Beamtenlaufbahnen, Berufsausbildung), mehr als ein Dutzend Flyer zu Themen wie Freiwilliger Wehrdienst, Spitzensport oder Praktikum sowie eine umfangreiche Poster-Serie. Die Poster zeigen Waffensysteme: Eurofighter, Leopard 2A7, Panzerhaubitze 2000, Schützenpanzer Puma, U-Boot-Klasse 212A und weitere. Ergänzt wird das Angebot durch rund 50 Factsheets zu konkreten Berufsfeldern — von IT-Offizier über Pilot bis Minentaucher — sowie das Jugendmagazin BE STRONG, das 2025 in vier regulären Ausgaben und einer Sonderausgabe erschien und auch per Abonnement an Jugendliche verschickt wird.
Keine Statistik zur zielgruppenspezifischen Verteilung
Die Fraktion Die Linke hatte in ihrer Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/8032) unter anderem nach Stückzahlen je Schulform und Jahr sowie nach Aufrufen digitaler Materialien gefragt. Die Bundesregierung antwortet darauf durchgängig: Eine solche Statistik existiere nicht, die erfragten Daten würden nicht erhoben. Für den Bereich der Jugendoffiziere begründet das Verteidigungsministerium dies damit, dass von zentraler Stelle keine gedruckten Unterrichtsmaterialien zur aktiven Aushändigung bereitgestellt werden — die Offiziere nutzen eigenverantwortlich erstellte Präsentationen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Für die Karriereberatung heißt es, das Material werde flexibel im personalwerblichen Kontext eingesetzt; eine Erfassung der tatsächlichen Weitergabe vor Ort erfolge nicht.
Was gilt aktuell?
Jugendoffiziere besuchen Schulen ausschließlich auf Einladung von Lehrkräften und im Kontext der jeweiligen schulischen Lehrpläne. Allgemeine Informations- und Werbematerialien der Karriereberatung sind über die zentralen Bundeswehr-Online-Portale frei abrufbar. Bestimmte Dokumente — etwa spezifische Beratungsunterlagen — sind dagegen ausschließlich der physischen Ausgabe durch Beratungsstellen vorbehalten. Individuell erstellte Präsentationen der Jugendoffiziere werden nicht öffentlich publiziert. Eine parlamentarische Kontrolle der konkreten Materialinhalte ist auf Basis der vorliegenden Antwort nur eingeschränkt möglich, da keine zentralen Erfassungssysteme existieren.
Die Frage nach dem genauen Umfang der Bundeswehr-Werbung an Schulen bleibt damit statistisch unbeantwortet. Für Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen sind die allgemeinen Werbematerialien zumindest online einsehbar — was konkret im Klassenzimmer präsentiert wird, liegt hingegen im Ermessen der einzelnen Jugendoffiziere. Die Drucksache 21/8249 zeigt, dass das parlamentarische Fragerecht an seine Grenzen stößt, wenn keine entsprechenden Verwaltungsdaten vorliegen.
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Direkt betroffen sind Schülerinnen und Schüler aller Schulformen sowie Studierende, Lehrkräfte und Referendare, die im Rahmen von Schulbesuchen oder Messen mit Bundeswehr-Material in Kontakt kommen. Im Jahr 2024 wurden laut Bundesregierung 130.648 Schülerinnen und Schüler sowie 9.239 Lehrkräfte als Multiplikatoren erreicht.
Auf die Kernfragen zu Stückzahlen und zielgruppenspezifischer Verteilung (Fragen 3 und 4) verweist die Bundesregierung durchgängig darauf, dass die entsprechenden Daten nicht erhoben werden. Eine inhaltliche Beantwortung dieser Fragen bleibt damit aus; lediglich das Materialportfolio wird in Anlage 1 aufgelistet.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Bundeswehr an Schulen: Materialien für 130.648 Schüler unter Kontrolle →
- Jugendoffiziere
- Speziell ausgebildete Offiziere der Bundeswehr, die sicherheitspolitische Bildungsarbeit an Schulen und Hochschulen leisten — ausschließlich auf Einladung von Lehrkräften.
- Beutelsbacher Konsens
- Grundprinzipien der politischen Bildung aus dem Jahr 1976: Überwältigungsverbot, Kontroversitätsgebot und Schülerorientierung. Jugendoffiziere verpflichten sich laut Bundeswehr zu diesen Prinzipien.
- Employer Branding
- Strategische Positionierung eines Arbeitgebers als attraktiver Arbeitgeber gegenüber potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern.
Wie viele Schulen besuchen Jugendoffiziere jährlich?
Im Jahr 2025 wurden laut Bundesregierung 5.529 Vorträge von Jugendoffizierinnen und Jugendoffizieren an Schulen dokumentiert, darunter 2.329 in der Sekundarstufe I, 2.073 in der Sekundarstufe II und 1.102 an Berufsschulen.
Welche Materialien verteilt die Bundeswehr an Schulen?
Laut Anlage 1 zur Antwort umfasst das Portfolio Broschüren zu Karrierewegen, zahlreiche Flyer, Waffensystem-Poster, Factsheets zu Berufsfeldern sowie das Jugendmagazin BE STRONG.
Sind die Bundeswehr-Materialien öffentlich zugänglich?
Allgemeine Informations- und Werbematerialien sind laut Bundesregierung über zentrale Online-Portale frei abrufbar. Spezifische Beratungsdokumente und individuell erstellte Präsentationen der Jugendoffiziere werden jedoch nicht öffentlich publiziert.


































































