Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8248 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
- Ausrüstung für 260.000 Soldaten und 200.000 Reservisten bis 2035 geplant
- FASER-Programm soll persönliche Ausrüstung bis Ende 2028 ausgeben
- Soll-Ist-Stand der Reserve-Ausstattung öffentlich nicht transparent
Hintergrund
Die Bundesregierung hatte 2022 angekündigt, die aktive Truppe bis Ende 2025 mit moderner Kampfbekleidung und persönlicher Schutzausstattung vollständig auszurüsten. Für die Reserve wurde das Zieljahr 2035 formuliert. Im April 2026 veröffentlichte das Bundesverteidigungsministerium die Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung, die unterschiedliche Ausstattungsstandards nach Reservekategorie vorsieht: Während nicht aktive Truppenteile vollständig ausgestattet werden sollen, ist für Feldersatzpersonal nur eine Mindestausstattung geplant. Das Beschaffungsprogramm FASER soll die persönliche Ausrüstung aller Reservisten bis Ende 2028 sicherstellen.
- 260.000 — Aktive Soldaten, für die bis 2035 Ausrüstung beschafft werden soll
- 200.000 — Reservisten, für die bis 2035 Ausrüstung geplant ist
- 80.000 — Zivile Bundeswehrangehörige, die Helm und Schutzweste erhalten sollen
- Ende 2028 — Zieldatum des FASER-Programms für die Ausgabe persönlicher Ausrüstung an alle Reservisten
- 2035 — Zieljahr für die materielle Vollausstattung der Reserve insgesamt
Im Detail
Nach Auffassung der Fragesteller fehlt bislang eine öffentlich zugängliche, konsolidierte Darstellung, die den aktuellen Soll-Ist-Stand der Ausstattung nach Reservekategorien und Materialarten, die zeitlichen Meilensteine, die Finanzierung sowie bestehende Umsetzungsrisiken ausweist.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/8248
Wie gut ist die Bundeswehr-Reserve tatsächlich ausgerüstet? Diese Frage stellen die Abgeordneten Jan Ralf Nolte, Rüdiger Lucassen und weitere Mitglieder der AfD-Fraktion in einer Kleinen Anfrage vom 28. September 2026 (BT-Drs. 21/8248). Im Kern geht es um den Soll-Ist-Stand der materiellen Ausstattung: Wie viele Reservisten verfügen heute über vollständige, einsatzbereite persönliche Schutzausrüstung — und wann erreicht die Bundeswehr ihre eigenen Ziele?
Bundeswehr-Reserve: Ausstattungsziel bis 2035
Die Bundesregierung hat das Zieljahr 2035 für die materielle Vollausstattung der Reserve festgelegt. Das Beschaffungsprogramm FASER (Feldausstattung Soldat/Erweiterte Reserve) soll dabei eine Schlüsselrolle spielen: Es zielt darauf ab, die Ausgabe persönlicher Ausrüstung an alle Reservisten bis Ende 2028 zu ermöglichen. Für den geplanten Personalumfang im Jahr 2035 soll Ausrüstung für mindestens 260.000 aktive Soldaten sowie 200.000 Reservisten beschafft werden. Zusätzlich sollen 80.000 zivile Bundeswehrangehörige Helm und Schutzweste erhalten.
Die Ausstattung umfasst unter anderem den Kampfbekleidungssatz Streitkräfte (KBS SK), die Modulare Ballistische Schutz- und Trageausstattung Soldat (MOBAST), Gefechtshelme, Kampfschuhe und modulare Rucksacksysteme. Die Bundesregierung hatte 2022 angekündigt, die aktive Truppe mit diesen Systemen bis Ende 2025 vollständig auszustatten.
Was gilt aktuell?
Die im April 2026 veröffentlichte Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung sieht unterschiedliche Ausstattungsstandards nach Reservekategorie vor. Nicht aktive Truppenteile sollen vollständig ausgestattet werden. Für Feldersatzpersonal ist dagegen lediglich eine materielle Mindestausstattung aus persönlicher Ausrüstung und Individualwaffe vorgesehen — ein deutlich niedrigerer Standard. Wie viele Reservisten zum aktuellen Stichtag tatsächlich vollständig und größenrichtig ausgestattet sind, ist aus öffentlich zugänglichen Quellen nicht zu entnehmen.
Zehn Fragen zur Bundeswehr-Reserve-Ausstattung
Die Anfrage umfasst zehn konkrete Fragen an die Bundesregierung:
Frage 1 zielt auf die Arbeitsdefinition von „materieller Vollausstattung“ für verschiedene Reservekategorien — aktive Truppe, nicht aktive Truppenteile, Heimatschutz und Feldersatzpersonal — sowie auf messbare Kriterien zur Zielerreichung.
Frage 2 erfragt die aktuelle Planungsgrundlage: Welche Reservekategorien existieren, wie hoch ist der Soll-Personalumfang jeweils, und welcher Ausstattungsstandard ist für welche Kategorie vorgesehen?
Frage 3 fragt, ob das Zieljahr 2035 für die Vollausstattung der Bundeswehr-Reserve weiterhin gilt und welche Zwischenmeilensteine für 2027, 2028, 2030, 2032 und 2035 bestehen.
Frage 4 beleuchtet die geplanten Unterschiede zwischen aktiven und nicht aktiven Truppenteilen sowie mögliche Ausnahmen von einer gleichwertigen Ausstattung.
Frage 5 verlangt eine genaue Aufschlüsselung der Mindestausstattung für Feldersatzpersonal und deren Unterschied zur Ausstattung nicht aktiver Truppenteile.
Frage 6 ist die konkreteste: Wie viele Reservisten verfügen zum jüngsten Stichtag über eine vollständig nutzbare, größenrichtige und persönlich zugeordnete Ausstattung mit KBS SK, MOBAST, Kampfschuhen, Gefechtshelm und Rucksacksystem — aufgeschlüsselt nach Kategorie, System und prozentualen Anteilen?
Frage 7 richtet sich auf die Umlauf-, Austausch- und Instandhaltungsreserven beim FASER-Programm und deren Berechnungsgrundlage.
Frage 8 erfragt bestehende Ausstattungsdefizite bei nicht aktiven Truppenteilen in sieben Kategorien: Handwaffen, Großgerät und Fahrzeuge, Führungs- und Kommunikationsmittel, IT-Ausstattung, Sanitätsmaterial, Pionier- und Logistikmaterial sowie persönliche Ausstattung — jeweils mit Soll, Ist und Deckungsgrad.
Frage 9 thematisiert die gemeinsame Verplanung von Material für aktive und nicht aktive Truppenteile sowie das Risiko rechnerischer Doppelanrechnungen.
Frage 10 fragt, welche Antworten aus Geheimschutzgründen nicht offen erteilt werden können — und ob eingestufte Anlagen bereitgestellt werden.
Die Anfrage spiegelt eine breitere politische Debatte über die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands wider. Angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa und der NATO-Verpflichtung Deutschlands steht die tatsächliche Einsatzfähigkeit der Reserve — nicht nur ihre theoretische Planung — zunehmend im Mittelpunkt der parlamentarischen Kontrolle. Ähnliche Fragen zur Rüstungskooperation und Beschaffung beschäftigen den Bundestag derzeit in mehreren Anfragen.
Weiterlesen:
- Bundestag 02.10.2026: Die wichtigsten Drucksachen
- GIZ-Infrastruktur: 55 Fragen zu Kosten und Standorten
Betroffen sind rund 200.000 Reservisten der Bundeswehr sowie 260.000 aktive Soldaten, für die Ausrüstung bis 2035 beschafft werden soll. Auch 80.000 zivile Bundeswehrangehörige sollen Helm und Schutzweste erhalten. Je nach Reservekategorie — ob nicht aktiver Truppenteil, Heimatschutz oder Feldersatzpersonal — gelten unterschiedliche Ausstattungsstandards.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/8248) wurde am 28. September 2026 eingereicht. Die Bundesregierung hat die Fragen noch nicht beantwortet. Nach § 104 GO-BT ist grundsätzlich eine Antwort innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vorgesehen.
- FASER
- Feldausstattung Soldat/Erweiterte Reserve — Bundeswehr-Beschaffungsprogramm zur persönlichen Ausrüstung aller Reservisten, Zieldatum Ende 2028.
- MOBAST
- Modulare Ballistische Schutz- und Trageausstattung Soldat — System zum ballistischen Körperschutz für Bundeswehrangehörige.
- KBS SK
- Kampfbekleidungssatz Streitkräfte — moderne Kampfbekleidung, die seit 2022 schrittweise an aktive Soldaten ausgegeben wird.
Was ist das FASER-Programm?
FASER steht für Feldausstattung Soldat/Erweiterte Reserve und ist ein Beschaffungsprogramm der Bundeswehr, das die Ausgabe persönlicher Ausrüstung an alle Reservisten bis Ende 2028 ermöglichen soll.
Was ist der Unterschied zwischen KBS SK und MOBAST?
Der Kampfbekleidungssatz Streitkräfte (KBS SK) umfasst Kampfbekleidung, während MOBAST (Modulare Ballistische Schutz- und Trageausstattung Soldat) den ballistischen Körperschutz bezeichnet.
Bis wann soll die Reserve vollständig ausgestattet sein?
Laut Planung der Bundesregierung gilt das Zieljahr 2035 für die materielle Vollausstattung der Reserve. Das FASER-Programm soll die Ausgabe persönlicher Ausrüstung bereits bis Ende 2028 ermöglichen.


































































