Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8321 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
- 130 Planstellen für Sexualdelikte an Kindern im BKA
- Nur zwei Mitarbeitende der Gruppe SO4 für IT-Forensik und Datenanalyse
- Keine KI-Bildanalyse und keine Honeypots im Einsatz
Hintergrund
Das BKA fungiert im Deliktsbereich Sexualdelikte an Kindern und Jugendlichen als Zentralstelle. Für die Strafverfolgung sind nach dem Grundgesetz grundsätzlich die Länder zuständig. Die Gruppe SO4 unterstützt sie koordinierend und verarbeitet internationale Hinweise, etwa des US-amerikanischen NCMEC. Die AfD verweist in ihrer Anfrage auf 205.728 NCMEC-Meldungen im Jahr 2024, von denen das BKA 106.353 als strafrechtlich relevant einstufte.
- 130 Planstellen — für Sexualdelikte an Kindern und Jugendlichen im BKA.
- 553.500 Euro — bislang 2026 verausgabte Sach- und IT-Mittel.
- 2 Mitarbeitende — in der Gruppe SO4 für IT-Forensik, Datenanalyse und Softwareentwicklung.
Im Detail
Das BKA nutzt und erprobt keine KI-gestützten oder automatisierten Bild- und Videoanalyseverfahren, um bisher unbekanntes Material vorzusortieren.
— Antwort der Bundesregierung auf Frage 6, BT-Drs. 21/8321
Das Bundeskriminalamt (BKA) setzt im Kampf gegen Darstellungen sexualisierten Missbrauchs von Kindern keine KI-gestützte Bildanalyse ein. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung vom 2. Oktober 2026 auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/8321). Die Bundesregierung nennt 130 Planstellen für den Bereich und Sach- und IT-Mittel von 553.500 Euro. Weitere Angaben zur Ausstattung verweigert sie.
Personal und Ausstattung
Für den Arbeitsbereich Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen sieht das BKA derzeit 130 Planstellen vor. Die bisher in 2026 verausgabten Sach- und IT-Mittel beziffert die Regierung auf 553.500 Euro. Eine Aufschlüsselung nach Referaten, besetzten Stellen und Mittelarten lehnt sie ab. Begründung: Aus solchen Angaben ließen sich Rückschlüsse auf Arbeitsweise und Schwerpunktsetzung des BKA ziehen. Nach Darstellung der Regierung gilt das selbst bei eingestufter Übermittlung an die Geheimschutzstelle des Bundestages, das Fragerecht der Abgeordneten müsse daher zurückstehen.
In der Gruppe SO4 sind zwei Mitarbeitende mit IT-Forensik, Datenanalyse und Softwareentwicklung betraut. Anlassbezogen unterstützen IT-Forensiker anderer Servicebereiche.
Hashing: Abgleich mit Millionen bekannter Dateien
Beim Hashing-Verfahren werden Bild- und Videodateien mit Listen digitaler Fingerabdrücke bekannter Missbrauchsdarstellungen abgeglichen. Laut Bundesregierung dient dies nur der Vorfilterung auf sichergestellten Datenträgern. Als Vergleichsbasis nutzt das BKA mehrere Millionen Hashwerte polizeilich bekannter kinder- und jugendpornografischer Bilder und Videos, eingesetzt werden Produkte der Firma Magnet Forensics. Ein automatisierter Hashlistenabgleich von Datenströmen erfolgt in der Gruppe SO4 nicht. Auf jede Vorfilterung folgt eine manuelle Auswertung, und vor einer strafrechtlichen Verfolgung findet in jedem Fall eine manuelle Verifizierung statt. Hashes erhält das BKA zudem über Plattformen von Europol und Interpol, um neues, bislang unbekanntes Material zu erkennen. Handelt es sich um einen möglicherweise andauernden Missbrauch, können Maßnahmen zu dessen Aufklärung und Beendigung eingeleitet werden.
Keine KI, keine Honeypots
Das BKA nutzt und erprobt nach eigenen Angaben keine KI-gestützten oder automatisierten Verfahren, um unbekanntes Material vorzusortieren. Auch verdeckte Methoden mit betriebenen oder übernommenen Plattformen als Honeypots setzt es nicht ein. Wie oft Ermittler 2023 bis 2025 verdeckt auf Foren, Darknet-Marktplätzen oder Chatplattformen agierten, wird nicht erfasst, da verdeckte Maßnahmen meist nur ein Teilelement sind.
NCMEC-Hinweise und Länder
Hinweise des NCMEC gehen digital beim BKA ein. Dieses prüft die strafrechtliche Relevanz und leitet relevante Hinweise bei örtlicher Zuständigkeit digital an das jeweilige Landeskriminalamt weiter. Statistiken zur Bearbeitungszeit führt das BKA nicht. Ebenso wenig erfasst es, wie viele der 106.353 als relevant eingestuften Hinweise von 2024 in den Ländern zu Ermittlungsverfahren, Durchsuchungen, Anklagen oder Verurteilungen führten. Für den Datenaustausch mit den Ländern gibt es einen technischen Standard; rechtliche Hürden sieht die Regierung nicht, die Übermittlung erfolge medienbruchfrei.
Erfolgsmessung und Ausblick
Die Effektivität misst das BKA nach eigener Darstellung an Ermittlungs- und Identifizierungserfolgen, der Bewältigung steigender Hinweiszahlen sowie an Verfügbarkeitsstörung und -reduzierung. Eine isolierte Messung anhand einzelner Kennzahlen sei nicht möglich, da die Polizeiarbeit das Hellfeld abbilde. Als geplante Maßnahme nennt die Regierung die befristete Speicherpflicht für IP-Adressen bei Zugangsprovidern, die die Identifizierung von Tatverdächtigen und Opfern erleichtern soll. Beim Löschen von Missbrauchsmaterial würden die Methoden mit den Beschwerdestellen laufend evaluiert.
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Betroffen sind Kinder und Jugendliche als mögliche Opfer, die Strafverfolgungsbehörden von Bund und Ländern sowie Zugangsprovider, die künftig IP-Adressen befristet speichern sollen.
Die Bundesregierung beantwortet die Fragen zu Methoden, Hashing und Abläufen. Bei Personalaufschlüsselung und Sachmitteln beruft sie sich auf das Staatswohl. Bei Bearbeitungszeiten, Verfahrensfortgang und Fallzahlen verweist sie darauf, dass keine Statistik geführt wird.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. CSAM-Bekämpfung: BKA-Methoden unter parlamentarischer Kontrolle →
- Hashing
- Aus einer Datei wird ein digitaler Fingerabdruck berechnet. So lassen sich bekannte Bilder und Videos automatisch wiedererkennen.
- NCMEC
- Das National Center for Missing and Exploited Children ist eine US-Organisation, die Verdachtsmeldungen an das BKA weitergibt.
- Honeypot
- Eine von Ermittlern betriebene oder übernommene Plattform, um Nutzer zu identifizieren.
Wie viele Planstellen hat das BKA für diesen Bereich?
Laut Antwort sind für Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen derzeit 130 Planstellen im BKA vorgesehen.
Setzt das BKA KI zur Bildanalyse ein?
Nein. Die Bundesregierung erklärt, das BKA nutze und erprobe keine KI-gestützten oder automatisierten Verfahren zum Vorsortieren unbekannten Materials.
Wird jeder Hash-Treffer geprüft?
Ja. Vor einer strafrechtlichen Verfolgung erfolgt laut Bundesregierung in jedem Fall eine manuelle Verifizierung durch Ermittlerinnen und Ermittler.


































































