- DLR-Projekte CROP und EDEN erhalten je 6,4 und 9,1 Mio. Euro
- EDEN-LUNA-Gewächshaus verzögert sich wegen Brand auf Q2 2027
- Erstmalige integrierte Erprobung des LAM-GTD erst 2032 geplant
Hintergrund
Astronautische Langzeitmissionen zum Mond oder Mars erfordern geschlossene Lebenserhaltungssysteme, die Sauerstoff, Wasser und Nährstoffe möglichst vollständig im Kreislauf führen. Deutschland hat auf der ESA-Ministerratskonferenz im November 2025 insgesamt rund 5,4 Mrd. Euro für ESA-Programme gezeichnet, davon rund 885 Mio. Euro für die astronautische und robotische Exploration. Die ESA befindet sich laut Bundesregierung aktuell in einer Neustrukturierung ihrer Aktivitäten zur Entwicklung von Lebenserhaltungssystemen.
- 6,4 Mio. Euro — DLR-Projekt CROP (Combined Regenerative Organic food Production), läuft 2015–2026 aus institutioneller Förderung.
- 9,1 Mio. Euro — DLR-EDEN-Initiative, läuft 2015–2026 aus institutioneller Förderung.
- 4,71 Mio. Euro — Airbus-Projekt Photobioreaktor am Advanced Closed Loop System (PBR@ACLS), abgeschlossen 2019.
- 500.000 Euro (je Studie) — Deutscher Anteil an drei ESA-Phase-1-Studien zu Lebenserhaltungssystemen aus dem E3P-Budget 2025.
- 2032 — Geplantes Jahr für die erstmalige integrierte Erprobung des LAM-GTD-Demonstrators.
Im Detail
Geplant ist der Anschluss aktuell für das zweite Quartal des Jahres 2027. Grund für die Verzögerung ist ein Brand beim externen Aufbereiter des EDEN-LUNA Containers, bei dem Teile der Einrichtung vernichtet wurden.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8648, Frage 4
Regenerative Lebenserhaltungssysteme sind eine Schlüsseltechnologie für bemannte Missionen zum Mond oder Mars. Sie ermöglichen die Rückgewinnung von Sauerstoff, Wasser und Nährstoffen an Bord — und reduzieren damit den aufwendigen Nachschub von der Erde. Die Bundesregierung hat am 15. Oktober 2026 in BT-Drs. 21/8648 einen umfassenden Überblick über Deutschlands Engagement in diesem Bereich vorgelegt.
Laufende Lebenserhaltungssysteme: 15,5 Mio. Euro im DLR
Zwei große institutionell geförderte Projekte laufen noch bis Ende 2026: Das Projekt CROP (Combined Regenerative Organic food Production) erhält 6,4 Mio. Euro, die EDEN Initiative des DLR-Instituts für Raumfahrtsysteme 9,1 Mio. Euro. Beide werden aus der DLR-Grundfinanzierung bestritten. Zusätzlich läuft seit Februar 2026 eine Marktuntersuchung für Lebenserhaltungssysteme an der Universität Stuttgart mit einem Volumen von rund 350.657 Euro aus dem Raumfahrtprogramm für Innovation und internationale Kooperation.
Abgeschlossen wurden zwischen 2015 und 2021 mehrere Projekte von Airbus Defence and Space und OHB System AG, darunter das Photobioreaktor-Projekt PBR@ACLS (4,71 Mio. Euro) und verschiedene Phasen des ModuLES-Bioreaktors. Die nationalen Raumfahrtmittel für diese Vorhaben beliefen sich in der Summe auf weitere rund 10 Mio. Euro.
EDEN-LUNA: Verzögerung wegen Brand
Das EDEN-LUNA-Gewächshaus, das an die Mondsimulationsanlage LUNA des DLR in Köln angeschlossen werden soll, verzögert sich. Laut Bundesregierung war ursprünglich ein Anschluss im Jahr 2026 geplant; ein Brand beim externen Aufbereiter des EDEN-LUNA-Containers vernichtete Teile der Einrichtung. Der Anschluss ist nun für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Quantifizierte technische Zielwerte — etwa zur Biomasseproduktion oder zum Energiebedarf — wurden bis zum 31. August 2026 noch nicht generiert, da sich die Anlage in der Aufbauphase befindet. Die Finanzierung erfolgt über die DLR-Grundfinanzierung; eine separate Ausweisung der Mittel für EDEN-LUNA findet nicht statt.
LAM-GTD: Konzeptstudie ohne eigene Mittel, Erprobung erst 2032
Für den Lunar Agriculture Module – Ground Test Demonstrator (LAM-GTD) werden derzeit keine ausgewiesenen Mittel eingesetzt. Es handelt sich noch um eine Konzeptstudie, die im September 2026 begonnen wurde. Die erstmalige integrierte Erprobung des vollständigen Demonstrators ist für das Jahr 2032 vorgesehen. Bis Ende August 2026 wurden im Rahmen der Studie LAM-GTD wesentliche Meilensteine erreicht: Das Vorabdesign wurde fertiggestellt, internationale Partnerschaften mit Kanada und den USA initiiert sowie das Preliminary Requirements Review erfolgreich abgeschlossen.
ESA-Programm: Drei Phase-1-Studien mit je 500.000 Euro deutschem Anteil
Aus dem Europäischen Explorationsrahmenprogramm (E3P) wurden bisher drei Phase-1-Studien genehmigt — zur Feuchtigkeitsentfernung und CO₂-Reinigung, zur Kontrolle von Spurenverunreinigungen in der Luft sowie zum Stoffwechselabfallmanagement. Jede dieser Studien hat ein Gesamtvolumen von 1 Mio. Euro, Deutschland trägt jeweils 500.000 Euro. Für die Weiterentwicklung des Analysegeräts ANITA stellt Deutschland 600.000 bis 800.000 Euro bereit. Deutschland hat auf der ESA-Ministerratskonferenz 2025 insgesamt rund 885 Mio. Euro für die astronautische und robotische Exploration gezeichnet; davon entfällt ein kleiner Teil auf regenerative Lebenserhaltungssysteme im Rahmen des E3P-Budgets 2026 bis 2028.
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat ist an keinem der genannten Vorhaben fachlich oder finanziell beteiligt — eine Koordination mit Erdanwendungen der Kreislauflandwirtschaft findet laut Bundesregierung nicht statt. Auch zu einer in der Anfrage erwähnten „Mission Eu“ liegen der Bundesregierung keine Informationen vor. Weitere Entwicklungen im Bereich der Lebenserhaltungssysteme lassen sich im Kontext der deutschen Raumfahrtpolitik verfolgen, etwa beim internationalen Engagement Deutschlands in Wissenschafts- und Technologieprogrammen. Fragen der Forschungsförderung und Transparenz über eingesetzte Bundesmittel berühren auch Debatten wie die um das Informationsfreiheitsgesetz und fehlende Kostendaten.
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Direkt betroffen sind Forschungseinrichtungen wie das DLR sowie Industrieunternehmen wie Airbus Defence and Space und OHB System AG, die Fördergelder aus dem nationalen Raumfahrtprogramm erhalten. Mittelbar betrifft die Forschung alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die diese Projekte finanzieren, sowie künftige Astronauten, die auf entsprechende Technologien angewiesen sein werden.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen vollständig mit konkreten Zahlen und Projektstatus. Bei Frage 2 (ESA-Beteiligung) verweist sie auf fehlende Aufschlüsselungsmöglichkeit bei den ISS-Betriebskosten. Zu Frage 9 (Mission Eu) erklärt sie, keine Informationen zu besitzen. Die Finanzierung von EDEN-LUNA wird nicht separat ausgewiesen.
Die Anfrage ist mit der Antwort der Bundesregierung vom 14. Oktober 2026 abgeschlossen. Das EDEN-LUNA-Gewächshaus soll im zweiten Quartal 2027 an die LUNA-Anlage angeschlossen werden. Die erstmalige integrierte Erprobung des LAM-GTD ist für das Jahr 2032 geplant. Eine laufende Marktuntersuchung der deutschen Raumfahrtagentur soll Entwicklungs-Roadmaps für zukünftige Missionsszenarien liefern.
- Regeneratives Lebenserhaltungssystem
- Ein System, das in einer Raumkapsel oder Raumstation Sauerstoff, Wasser und Nährstoffe im Kreislauf zurückgewinnt, um den Nachschub von der Erde zu minimieren.
- MELiSSA
- Micro-Ecological Life Support System Alternative — ESA-Forschungsprogramm zur Entwicklung biologisch-regenerativer Lebenserhaltungssysteme für Langzeitmissionen.
- E3P (European Exploration Envelope Programme)
- Europäisches Explorationsrahmenprogramm der ESA, das Vorhaben zur Mond- und Marsforschung einschließlich Lebenserhaltungssystemen finanziert.
Warum verzögert sich EDEN-LUNA?
Ein Brand beim externen Aufbereiter des EDEN-LUNA-Containers vernichtete Teile der Einrichtung. Der Anschluss an die LUNA-Mondsimulationsanlage ist nun für das zweite Quartal 2027 geplant.
Wie viel Geld fließt in die laufenden DLR-Projekte?
Das Projekt CROP erhält 6,4 Mio. Euro und die EDEN Initiative 9,1 Mio. Euro aus der institutionellen Förderung des DLR, beide laufen bis Ende 2026.
Was ist das LAM-GTD und wann wird es erprobt?
Der Lunar Agriculture Module – Ground Test Demonstrator ist derzeit noch eine Konzeptstudie ohne ausgewiesene Finanzmittel. Die erstmalige integrierte Erprobung ist für das Jahr 2032 vorgesehen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8648 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.





































































