- BMWE-Referat IVD5 für Wind und Solar zum 2. Oktober 2026 aufgelöst
- Aufgaben auf zwei andere Referate IVD4 und IVC1 übertragen
- BEE, BWE und BSW-Solar befürchten Investitionsstopps und Planungsunsicherheit
Hintergrund
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat im Rahmen einer internen Umstrukturierung das Referat IVD5 für Wind-, Solar- und Transformationsindustrien mit Wirkung zum 2. Oktober 2026 aufgelöst. Parallel dazu kündigte das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (LEH) laut Medienberichten ebenfalls strukturelle Änderungen an, die als Teil einer übergeordneten Initiative zur Modernisierung und Verschlankung der Bundesministerien eingeordnet werden. Die Auflösung fällt in eine Phase, in der die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und Änderungen beim Netzanschluss politisch diskutiert werden.
Im Detail
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Bundesverband Wind Energie (BWE) und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) bemängeln insbesondere den Zeitpunkt der Auflösung.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/8838
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat sein spezialisiertes Referat für Wind-, Solar- und Transformationsindustrien (IVD5) zum 2. Oktober 2026 aufgelöst. Die Aufgaben gehen laut Medienberichten auf zwei andere Referate über: IVD4 für energieintensive Industrien und Strompreiskompensation sowie IVC1 für Investitions- und Konsumgüterindustrien, Stahl- und Metallerzeugung. Die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/8838 vom 29. Oktober 2026 zielt darauf ab, die Hintergründe und Folgen dieser Entscheidung offenzulegen.
Was steckt hinter dem Umbau des Energiewende-Referats?
Das aufgelöste Referat war bisher zentrale Anlaufstelle für die Windenergie- und Photovoltaikbranche im BMWE. Es betreute industriepolitische Fördermaßnahmen, bearbeitete Fragen der Lieferkettenwiderstandsfähigkeit und der Versorgungssicherheit bei kritischen Komponenten. Die AfD-Fraktion fragt die Bundesregierung, ob die Auflösung intern initiiert wurde oder ob sie Teil einer ressortübergreifenden Verschlankungsinitiative ist, auf die auch das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (LEH) mit strukturellen Änderungen reagiert.
Parallel zum Umbau im BMWE hat das LEH laut Medienberichten angekündigt, drei Institute zusammenzulegen. Beide Maßnahmen werden in Medienberichten einer übergeordneten Modernisierungsinitiative der Bundesregierung zugeordnet. Ob ein formeller Kabinettsbeschluss dahintersteht oder es sich um eigenständige Ressortentscheidungen handelt, ist eine der zentralen Fragen der Anfrage.
Branchenverbände warnen vor Investitionsunsicherheit
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Bundesverband Wind Energie (BWE) und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) reagierten auf die Auflösung des Energiewende-Referats mit scharfer Kritik. Sie bemängeln insbesondere den Zeitpunkt: Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und Änderungen beim Netzanschluss sind derzeit politisch im Fluss. Die Verbände befürchten, dass das Fehlen eines spezialisierten Referats zu Planungsunsicherheiten führt, Investitionen ausbleiben und Arbeitsplätze in der Branche gefährdet werden. Die Drucksache übernimmt diese Einschätzung als Vorbemerkung der Fragesteller; ob sie zutrifft, bleibt abzuwarten.
Acht Fragen zu Personal, Struktur und weiteren Plänen
Die AfD-Fraktion stellt insgesamt acht Fragen. Sie verlangt Auskunft über die Zahl der zuletzt im Referat beschäftigten Personen sowie die Personalkosten seit Bestehen des Referats. Zudem fragt sie, in welchen Referaten oder Ministerien die bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig eingesetzt werden. Weitere Fragen betreffen geplante Umstrukturierungen im BMWE, im LEH und in anderen Bundesministerien. Schließlich fragt die Fraktion, welche Maßnahmen im LEH über reine Strukturänderungen hinausgehen könnten. Die Antworten der Bundesregierung stehen noch aus.
Die Debatte um das Energiewende-Referat berührt auch die breitere Frage, wie der Bund künftig die Transformation der Energiewirtschaft organisatorisch begleitet. Erneuerbare Energien sind eine der wachsenden Branchen mit vielen Marktakteuren; eine klare ministerielle Zuständigkeit gilt in der Branche als wichtige Voraussetzung für verlässliche Förderprogramme und Genehmigungsverfahren.
Weiterlesen:
Unmittelbar betroffen sind die Beschäftigten des aufgelösten Referats IVD5 sowie Unternehmen und Investoren der Wind- und Solarbranche, die auf ministerielle Ansprechpartner für Fördermaßnahmen und Lieferkettenfragen angewiesen sind. Die Branchenverbände BEE, BWE und BSW-Solar, die die Interessen von Tausenden Unternehmen und Beschäftigten in der erneuerbaren Energiewirtschaft vertreten, haben öffentlich Bedenken angemeldet.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/8838) wurde am 29. Oktober 2026 eingereicht. Nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt sieht § 104 GO-BT grundsätzlich eine Antwort innerhalb von 14 Tagen vor. Die schriftliche Antwort der Bundesregierung steht noch aus.
- Referat (Ministerium)
- Kleinste organisatorische Einheit in einem Bundesministerium, zuständig für ein abgegrenztes Fachgebiet und geleitet von einem Referatsleiter.
- EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)
- Zentrales deutsches Gesetz zur Förderung von Strom aus erneuerbaren Quellen, das unter anderem Vergütungssätze für Wind- und Solaranlagen regelt.
- BMWE
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, zuständig für Energie- und Industriepolitik auf Bundesebene.
Welches Referat wurde aufgelöst?
Das Referat IVD5 für Wind-, Solar- und Transformationsindustrien im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) wurde zum 2. Oktober 2026 aufgelöst.
Wohin wurden die Aufgaben des Referats übertragen?
Laut Medienberichten übernahmen die Referate IVD4 (Energieintensive Industrien, Strompreiskompensation) und IVC1 (Investitions- und Konsumgüterindustrien, Stahl- und Metallerzeugung) die bisherigen Aufgaben.
Warum kritisieren Branchenverbände die Auflösung?
BEE, BWE und BSW-Solar bemängeln den Zeitpunkt: Angesichts laufender EEG-Novellierungen und geplanter Netzanschlussregelungen befürchten sie Planungsunsicherheiten, ausbleibende Investitionen und negative Beschäftigungseffekte.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8838 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































