- Marktstammdatenregister erfasst knapp 6,6 Millionen erneuerbare Energieanlagen in Deutschland
- Energieversorgungsunternehmen führen Photovoltaik mit 40,8 GW installierter Leistung an
- Unternehmen dominieren Neuinvestitionen in erneuerbare Energien deutlich vor Privathaushalten
Wer betreibt erneuerbare Energieanlagen in Deutschland?
Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat in einer Dokumentation vom Oktober 2026 (Aktenzeichen WD 5-30000-0015-0002) einen strukturierten Überblick über verfügbare Datenquellen zu Marktakteuren im Bereich erneuerbare Energien zusammengestellt. Die Analyse entstand auf Grundlage eigener Recherchen sowie Hinweisen von Bundesnetzagentur, Statistischem Bundesamt, Umweltbundesamt und weiteren Institutionen.
Marktstammdatenregister als zentrale Datengrundlage
Als wichtigste Primärquelle gilt das Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Es erfasst alle aktiven, ans Netz angeschlossenen Stromerzeugungsanlagen in Deutschland. Für erneuerbare Energieträger wie Solar, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie sind dort knapp 6,6 Millionen Anlagen verzeichnet. Das Register enthält für jede Anlage den Energieträger, die installierte Leistung sowie den Anlagenbetreiber. Die Daten sind öffentlich zugänglich und können auch maschinell ausgewertet werden.
Der Wissenschaftliche Dienst weist ausdrücklich darauf hin, dass der Begriff „Marktakteur“ in diesen Quellen in der Regel den Anlagenbetreiber meint. Rückschlüsse auf den tatsächlichen Eigentümer oder die Investorenstruktur sind daraus nicht ohne weiteres möglich.
Eigentümerstruktur bei Photovoltaik
Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) des Umweltbundesamts entwickelt derzeit ein Verfahren zur Zuordnung von Photovoltaikanlagen zu Akteursgruppen. Laut den vorliegenden Daten vom September 2026 entfällt mit 40,8 Gigawatt die größte installierte Leistung auf Energieversorgungsunternehmen, gefolgt von Industrie, Gewerbe und Haushalten mit jeweils rund 27 bis 28 Gigawatt sowie der Land- und Forstwirtschaft mit 9,8 Gigawatt. Die AGEE-Stat stellt fest, dass der Anteil der Haushalte tendenziell sinkt, während der Anteil der Energieversorgungsunternehmen wächst.
Neuinvestitionen: Unternehmen vorn
Das Statistische Bundesamt berechnet jährlich die Neuinvestitionen in Wind, Solar und Biomasse, aufgeschlüsselt nach Betreibertyp. In den Jahren 2021 bis 2024 dominierten durchgehend Unternehmen das Investitionsgeschehen mit Werten zwischen rund 6 und 15 Milliarden Euro jährlich. Private Haushalte investierten zwischen rund 3,5 und 9 Milliarden Euro. Staatliche Investitionen blieben mit unter 250 Millionen Euro vergleichsweise gering. Die Investition wird dabei stets dem eingetragenen Betreiber zugerechnet, unabhängig davon, wer die Finanzierung tatsächlich trägt.
Weitere Quellen und ältere Studien
Ergänzend verweist der Wissenschaftliche Dienst auf die Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur, die Anlagen ab 10 Megawatt einzeln ausweist, sowie auf den BEE-Energiewenderechner für räumliche Auswertungen. Als wissenschaftliche Studien werden ein Abschlussbericht der IZES gGmbH und der Leuphana Universität Lüneburg aus dem Jahr 2021 zur Akteursstruktur bei Freiflächen-Photovoltaik und Windenergie sowie eine Kurzstudie der trend:research GmbH von 2020 zur Eigentümerstruktur erneuerbarer Energien genannt. Beide Studien gelten als inhaltlich relevant, sind aber angesichts der rasanten Marktentwicklung nur eingeschränkt aktuell.
➜ Vollständiges Dokument (PDF)

































































