Antrag eingereicht
- Grüne fordern Mutterschutz für selbstständige Athletinnen
- Schwangerschaft führt oft zu Förderabbrüchen im Sport
- Bundesförderung soll familienfreundlich werden
Mutterschutz: Grüne fordern Schutz für Spitzensportlerinnen
Hintergrund
Viele Spitzensportlerinnen arbeiten in Mischformen aus Förderungen, Prämien, Sponsoring und selbstständigen Tätigkeiten. Bei Schwangerschaft drohen ihnen Einkommensausfälle und der Verlust von Förderungen, da sie nicht vom klassischen Mutterschutz erfasst werden. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag einen Mutterschutz für Selbstständige angekündigt.
Schwangerschaft und Mutterschaft zu abrupten Brüchen in Einkommen und Förderketten führen und damit den Zugang zu sportlicher Entwicklung, Qualifikationswegen und langfristiger Karriereplanung beeinträchtigen.
— Begründung BT-Drs. 21/6009
Die Grünen-Fraktion hat am 19. Mai 2026 einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der einen Mutterschutz für selbstständige Spitzensportlerinnen fordert. Die Drucksache 21/6009 behandelt eine Schutzlücke im deutschen Sport.
Förderabbrüche bei Schwangerschaft
Viele Athletinnen arbeiten in Mischformen aus Förderungen, Prämien, Sponsoring und selbstständigen Tätigkeiten. Bei Schwangerschaft drohen Einkommensausfälle. Förderabbrüche sind die Regel, da sie nicht vom klassischen Mutterschutz erfasst werden. Dies ist bemerkenswert, da es sowohl individuelle Karrieren als auch die grundsätzliche Teilhabe von Frauen im Spitzensport betrifft.
Sportliche Karrieren sind zeitlich eng getaktet, führen die Grünen an. Qualifikationsfenster kommen in kurzen Abständen. Kaderentscheidungen werden häufig an kontinuierliche Leistungsnachweise gekoppelt. Wer keine verlässliche Absicherung hat, trägt daher ein erhöhtes Risiko, Karriereentscheidungen gegen die Familienplanung treffen zu müssen.
Sieben-Punkte-Forderungskatalog
Der Antrag fordert die Bundesregierung zu umfassenden Maßnahmen auf. Das im Koalitionsvertrag angekündigte Vorhaben eines Mutterschutzes für Selbstständige soll zügig umgesetzt werden. Selbstständige Athletinnen müssen dabei vom Schutz erfasst werden – einschließlich Schutzfristen, Gesundheitsschutz und Einkommensersatz.
Hintergrund ist die besondere Einkommenssituation im Sport: Der Antrag sieht daher praxistaugliche Regeln für die Bemessung bei unregelmäßigen Einkünften vor. Saisonale Wettkampfzyklen, Prämien und Sponsoringbezüge stellen besondere Herausforderungen dar. Die Grünen haben bereits in anderen Bereichen detaillierte Reformvorschläge vorgelegt.
Einfach erklärt: Schwangere Spitzensportlerinnen sollen endlich Mutterschutz bekommen, auch wenn sie nicht fest angestellt sind.
Bundesförderung soll familienfreundlich werden
Ein zentraler Punkt ist die Anpassung der Spitzensportförderung des Bundes. Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit dürfen nicht mehr zu Förderabbrüchen führen. Versorgungslücken müssen vermieden werden. Hierfür will die Fraktion verbindliche Mindeststandards in Förderrichtlinien verankern.
Im Dialog mit Spitzenverbänden und Ligen sollen außerdem Mindeststandards vereinbart werden. Diese müssen Athletinnen vor strukturellen Nachteilen beim Wiedereinstieg schützen – insbesondere beim Kaderstatus und bei Qualifikationswegen. Die Grünen setzen auch in anderen Politikfeldern auf verbindliche Standards.
Eine bundesweite Lotsenstruktur soll vorhandene Beratungsstrukturen bündeln, fordert der Antrag weiter. Ein begleitendes Monitoring soll regelmäßig über die Wirksamkeit der Maßnahmen berichten.
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Betroffen sind selbstständig tätige Spitzensportlerinnen sowie Athletinnen in nicht klassischen Beschäftigungsverhältnissen. Diese erhalten ihr Einkommen oft aus verschiedenen Quellen wie Sponsoring, Prämien oder projektbezogenen Honoraren.
Der Antrag wird zunächst dem zuständigen Sportausschuss zur Beratung überwiesen. Die Grünen fordern die Bundesregierung auf, das im Koalitionsvertrag angekündigte Vorhaben eines Mutterschutzes für Selbstständige zügig umzusetzen.
- Mutterschutz
- Gesetzlicher Schutz für schwangere und stillende Frauen vor gesundheitlichen Gefahren am Arbeitsplatz sowie finanzielle Absicherung.
- Kaderstatus
- Offizielle Aufnahme einer Athletin in einen Förder- oder Nationalmannschaftskader mit entsprechenden Unterstützungsleistungen.
Warum brauchen Spitzensportlerinnen besonderen Mutterschutz?
Viele Athletinnen sind selbstständig tätig und haben bei Schwangerschaft keinen Anspruch auf Mutterschutz oder Einkommensersatz.
Was soll sich bei der Bundesförderung ändern?
Schwangerschaft und Stillzeit sollen nicht mehr zu Förderabbrüchen oder Versorgungslücken führen.























































