Antrag eingereicht
- Igel stehen auf Vorwarnliste bedrohter Arten
- Mähroboter verursachen schwere Verletzungen
- Grüne fordern Nachtfahrverbot bundesweit
Igelschutz: Grüne fordern Nachtfahrverbot für Mähroboter
Hintergrund
Der westeuropäische Igel steht seit 2024 auf der Vorwarnliste bedrohter Arten. In Bayern halbierte sich der Bestand zwischen 2004 und 2024. Neben Straßenverkehr und Pestizideinsatz stellen Mähroboter eine neue Bedrohung dar. Zwischen Januar und April 2025 wurden 110.000 Mähroboter verkauft – 45 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Tests zeigen, dass die Geräte Igel nicht zuverlässig erkennen.
Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie dieser Gefährdung schutzlos ausgeliefert.
— Begründung BT-Drs. 21/6011
Die Grünen-Fraktion hat am 19. Mai 2026 einen Antrag zum Schutz von Igeln vor Mährobotern vorgelegt (BT-Drs. 21/6011). Der westeuropäische Igel steht seit 2024 auf der Vorwarnliste bedrohter Arten. Besonders dramatisch zeigt sich die Entwicklung in Bayern, wo sich der Bestand zwischen 2004 und 2024 halbiert hat.
Mähroboter als neue Bedrohung
Mähroboter stellen eine erhebliche Gefahr für die nachtaktiven Tiere dar. Dies ist bemerkenswert, da die Geräte ursprünglich als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Rasenmähern beworben worden sind. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung meldete zwischen Juni 2022 und September 2023 bereits 370 Igel mit Schnittverletzungen durch die Gartengeräte. 47 Prozent der betroffenen Tiere überlebten ihre Verletzungen nicht. „Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie dieser Gefährdung schutzlos ausgeliefert“, heißt es in der Begründung.
Die Verkaufszahlen steigen kontinuierlich. Zwischen Januar und April 2025 wurden 110.000 Geräte verkauft – 45 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Tests zeigten jedoch ein alarmierendes Ergebnis: Die Roboter erkennen Igel trotz eingebauter Sensoren nicht zuverlässig. Ein dänischer Test von 18 verschiedenen Modellen ergab, dass keines die Tiere, insbesondere Jungtiere, rechtzeitig ohne physische Berührung erkannte.
Die Grünen wollen Mähroboter nachts stoppen, damit Igel sicher durch die Gärten wandern können.
Konkrete Forderungen der Grünen
Der Antrag sieht mehrere gestaffelte Maßnahmen vor. Ab 2027 sollen Hersteller bei Neugeräten den Nachtbetrieb von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang technisch ausschließen. Hintergrund ist, dass Igel hauptsächlich in der Dämmerung und nachts aktiv sind. Für bereits im Einsatz stehende Geräte mit entsprechender Technik sollen kostenlose Software-Updates verpflichtend werden. Bis 2030 fordert die Fraktion außerdem ein standardisiertes Prüfverfahren für „igelsichere“ Mähroboter.
Die Grünen erhielten Unterstützung von verschiedenen Seiten. Über 160.000 Menschen haben eine Online-Petition für ein bundesweites Nachtfahrverbot unterzeichnet, während der Deutsche Städtetag und acht Bundesländer entsprechende Regelungen fordern. Mehrere Kommunen wie Köln, Leipzig und München haben bereits eigene Verfügungen erlassen.
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Passend zum Thema Umweltschutz: Die Grünen planen Deutschland bis 2045 gasfrei zu machen und fordern eine Handwerk-Revolution mit 26-Punkte-Plan. Auch bei anderen Themen setzen sich die Grünen für den Schutz von Mensch und Umwelt ein.
Betroffen sind Gartenbesitzer mit Mährobotern, die ihre Geräte künftig nur noch tagsüber betreiben dürften. Hersteller müssten ab 2027 Software-Updates bereitstellen und neue Geräte mit automatischen Nachtfahrsperren ausstatten.
Der Antrag wird zunächst in den zuständigen Bundestagsausschuss überwiesen. Die Grünen fordern eine gesetzliche Regelung bis 2027 für neue Geräte und Software-Updates für bestehende Mähroboter bis März 2027. Ein standardisiertes Prüfverfahren soll bis 2030 entwickelt werden.
- Vorwarnliste
- Vorstufe zur Roten Liste, warnt vor drohender Gefährdung einer Art
- Leibniz-IZW
- Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, erforscht Wildtierverletzungen durch Mähroboter
- CENELEC
- Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung, zuständig für technische Standards
Wie viele Igel werden durch Mähroboter verletzt?
Das Leibniz-Institut meldete zwischen Juni 2022 und September 2023 bereits 370 Igel mit Schnittverletzungen. 47 Prozent der betroffenen Tiere überlebten nicht.
Welche Regelungen fordern die Grünen konkret?
Nachtfahrverbot zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, Software-Updates für bestehende Geräte und standardisierte Prüfverfahren bis 2030.























































