Antwort der Bundesregierung …
- Russisches Holz umgeht Sanktionen über Drittstaaten
- WWF und NDR decken illegale Importe auf
- Grüne fordern Aufklärung über Kontrollversagen
Russland-Sanktionen: Grüne decken Holzimport-Schlupflöcher auf
Hintergrund
Seit Juli 2022 ist die Einfuhr von Holz und Holzprodukten aus Russland und Belarus in die EU verboten. Recherchen von NDR und WWF sowie der Organisation Earthsight belegen jedoch, dass weiterhin russische Holzprodukte über Drittstaaten auf den deutschen Markt gelangen. Die EU-Kommission warnte bereits im März 2025 vor einem hohen Risiko der Sanktionsumgehung bei Sperrholzimporten.
Nach Angaben der WWF wurden unter anderem Konstruktionsholz und Terrassendielen aus sibirischer Lärche und Birke in deutschen Baumärkten gefunden.
— Begründung BT-Drs. 21/6081
Die Grünen-Fraktion hat mit der Drucksache 21/6081 vom 21. Mai 2026 eine umfassende Kleine Anfrage zur Umgehung von Russland- und Belarus-Sanktionen durch Holzimporte eingereicht. 20 Fragen umfasst das Dokument. Diese zielen darauf ab, die Durchsetzung der seit Juli 2022 geltenden Importverbote zu untersuchen.
Anlass für die parlamentarische Initiative sind Recherchen von NDR und WWF, die zeigten, dass trotz der EU-Sanktionen weiterhin russische Holzprodukte in deutschen Baumärkten verkauft werden. Dies ist bemerkenswert, da die Verbote bereits seit fast vier Jahren bestehen. Konstruktionsholz und Terrassendielen aus sibirischer Lärche sowie Birkensperrholz gelangen über Drittstaaten wie China, die Türkei oder Kasachstan nach Deutschland.
Konkrete Verdachtsfälle und Ermittlungen
Die Abgeordneten um Lukas Benner fragten, wie viele Fälle möglicher Sanktionsumgehung der Bundesregierung seit Juli 2022 bekannt sind. Eingeleitete Ermittlungs- oder Strafverfahren stehen ebenfalls im Fokus der Anfrage. Hintergrund ist die unklare Rolle der EU-Sanktionen und deren praktische Durchsetzung durch deutsche Behörden.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Identifizierung von Risikostaaten, über die russisches Holz nach Deutschland gelangen könnte. Forensische Kontrollmethoden wie Isotopenanalysen sind ein weiterer Aspekt der Anfrage. Mit diesen kann die tatsächliche Herkunft von Holzprodukten nachgewiesen werden.
Russisches Holz ist seit 2022 verboten, gelangt aber über Umwege durch andere Länder weiterhin in deutsche Geschäfte.
Branchenreaktion und EU-Warnungen
Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel hat bereits im September 2025 einen konsequenten Verzicht auf russisches Holz gefordert. Strenge staatliche Kontrollen sind notwendig. Dies ist bemerkenswert, da die Branche selbst auf schärfere Überwachung drängt. Die EU-Kommission warnte im März 2025 vor einem hohen Risiko der Sanktionsumgehung bei Sperrholzimporten, was die Völkerrechtsproblematik zusätzlich verschärft.
Die Grünen-Fraktion drängt auf eine Verschärfung des Sanktionsdurchsetzungsgesetzes. Bessere Zusammenarbeit zwischen Zoll, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie Ermittlungsbehörden ist erforderlich. Die Antwort der Bundesregierung ist bis zum 11. Juni 2026 fällig.
Weiterlesen:
• Überwachung und Kontrollen bei Sanktionsverstößen
• Russische Einflussnahme in Deutschland
• Demokratie-Programme gegen ausländische Einflussnahme
Betroffen sind Verbraucher, die unwissentlich sanktionierte Produkte kaufen, der deutsche Holzhandel sowie die Wirksamkeit der EU-Sanktionen gegen Russland. Auch Konkurrenzunternehmen leiden unter unfairem Wettbewerb durch illegal importierte Waren.
Die Bundesregierung muss bis zum 11. Juni 2026 auf die 20 Fragen antworten. Je nach Antworten könnten weitere parlamentarische Initiativen oder verschärfte Kontrollen folgen. Die Grünen fordern bereits jetzt strengere Nachweispflichten und forensische Herkunftsnachweise.
- Sanktionsumgehung
- Illegale Praktiken, um EU-Sanktionen zu umgehen, etwa durch falsche Herkunftsangaben oder Umleitung über Drittstaaten.
- Birkensperrholz
- Holzwerkstoff aus verleimten Birkenholzlagen, der hauptsächlich aus Russland und Belarus stammt und besonders anfällig für Sanktionsumgehung ist.
Wie umgehen Händler die Russland-Sanktionen?
Russisches Holz wird über Drittstaaten wie China, Türkei oder Kasachstan importiert und als Produkt dieser Länder deklariert.
Welche Holzprodukte sind besonders betroffen?
Vor allem Birkensperrholz, Konstruktionsholz und Terrassendielen aus sibirischer Lärche stehen im Verdacht der Sanktionsumgehung.























































