Beantwortet
Union und SPD fordern strategische Kabeldiplomatie zum Schutz
Die Fraktionen von CDU/CSU und SPD haben am 5. Mai 2026 einen Antrag fĂŒr eine strategische Kabeldiplomatie vorgelegt (BT-Drs. 21/5749). Die Bundesregierung soll die internationale Zusammenarbeit zum Schutz der kritischen Unterwasserinfrastruktur deutlich ausbauen, fordern sie.
Ăber 90 Prozent des globalen Internetverkehrs laufen ĂŒber Unterseekabel â sie sind die digitalen Lebensadern der modernen Wirtschaft.
Wachsende hybride Bedrohungen
Der Antrag verweist auf „besorgniserregende“ BeschĂ€digungen von Unterseekabeln. Diese weisen „zum allergröĂten Teil Verdachtsmerkmale hybrider Bedrohung“ auf. Die russische Schattenflotte wird explizit genannt. Ebenso chinesische Entwicklungen â konkret ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug, das armierte Unterseekabel in bis zu 4.000 Metern Tiefe durchtrennen kann.
Dies ist bemerkenswert, da in der deutschen AusschlieĂlichen Wirtschaftszone insgesamt 16 Unterseekabel in der Ostsee verlaufen und weitere in der Nordsee. Deutschland ist ĂŒber diese mit europĂ€ischen Partnern und anderen Kontinenten verbunden. Die Infrastruktur umfasst dabei nicht nur Datenkabel, sondern auch Hochspannungsleitungen fĂŒr die StromĂŒbertragung von Offshore-Windparks.
Umfangreiche Forderungen
18 Punkte enthĂ€lt der Antrag. Deutschland soll aktiv zur Umsetzung des EU-Aktionsplans fĂŒr Kabelsicherheit beitragen, heiĂt es. VerstĂ€rkte Zusammenarbeit mit EU-Institutionen und strategischen Partnern im Indo-Pazifik wird gefordert, ebenso der Ausbau der internationalen Koordination in multilateralen Foren wie NATO-Gremien.
Hintergrund ist die Notwendigkeit schneller Detektion, Reparatur und Wiederherstellung beschĂ€digter Kabelinfrastruktur. Koordinierte Notfallmechanismen sind erforderlich. Auch soll die Bundesregierung prĂŒfen, wie der Schutz im Rahmen des UN-SeerechtsĂŒbereinkommens verbessert werden kann.
Der Antrag liegt federfĂŒhrend bei den Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn und Alexander Hoffmann (CDU/CSU) sowie Dr. Matthias Miersch (SPD). Eine Behandlung im Bundestag steht noch aus.























































