Eingereicht für erste Lesung
Bundesregierung plant neue Spitzensport-Agentur für bessere Sportförderung
Hintergrund
Trotz steigender Bundesmittel für den Spitzensport konnte die Zahl der Medaillen bei internationalen Wettkämpfen nicht entsprechend erhöht werden. Bereits 2016 haben BMI und DOSB ein Reformkonzept beschlossen, dessen punktuelle Umsetzung jedoch keine tiefgreifenden Verbesserungen brachte. Der Koalitionsvertrag der 21. Wahlperiode vereinbarte daher einen echten Paradigmenwechsel in der Spitzensportförderung.
Die Bundesregierung plant eine grundlegende Reform der deutschen Spitzensportförderung. Mit der Drucksache 21/5921 vom 13. Mai 2026 legte Bundeskanzler Friedrich Merz dem Bundestag einen Gesetzentwurf vor. Erstmals soll eine spezialgesetzliche Grundlage für die Sportförderung geschaffen werden.
Kernstück: Neue Spitzensport-Agentur
Die Reform sieht die Gründung einer unabhängigen Spitzensport-Agentur vor, heißt es aus Regierungskreisen. Diese wird als Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Leipzig errichtet. Ab 2027 übernimmt sie schrittweise die Mittelvergabe für den deutschen Spitzensport. Die Förderung soll effizienter werden. Weniger Bürokratie ist das Ziel.
Die neue Agentur funktioniert wie eine zentrale Sportverwaltung: Statt dass verschiedene Stellen über Fördergelder entscheiden, macht das künftig eine Behörde aus einer Hand.
Finanzierung und Kosten
Ab 2031 entstehen jährliche Mehrausgaben von 8,4 Millionen Euro. Davon entfallen 5,5 Millionen auf Personal, wie aus der Begründung hervorgeht. Dies ist bemerkenswert, da gleichzeitig beim Bund bis zu 14 Planstellen wegfallen werden. Die Spitzensport-Agentur kann auch private Mittel einwerben und das System der Sportförderung erweitern.
Ziele der Reform
Deutschland soll wieder zu einer Top-5-Nation bei Olympischen Sommerspielen werden, heißt es in dem Entwurf. Bei Winterspielen strebt man Top-3 an. Die Förderung erfolgt strikt potenzial- und erfolgsorientiert. Hintergrund ist die zuletzt schwächelnde deutsche Bilanz bei internationalen Wettkämpfen. Die Agentur übernimmt vielfältige Aufgaben: von der Verbandsförderung über die Athletenbetreuung bis zur Steuerung des Stützpunktsystems.
Der Bundesrechnungshof wird künftig auch diese neue Agentur prüfen, um die ordnungsgemäße Verwendung der Bundesmittel sicherzustellen. Eine Evaluation der Reform ist nach sechs Jahren vorgesehen.
Betroffen sind vor allem Bundessportfachverbände, Spitzenathleten, Olympiastützpunkte und andere Einrichtungen des Stützpunktsystems. Auch die Länder sind eingebunden, da sie weiterhin die Nachwuchsförderung verantworten.
Nach der ersten Lesung im Bundestag folgen Ausschussberatungen. Die Spitzensport-Agentur soll 2027 ihre Arbeit aufnehmen und bis 2031 vollständig etabliert sein. Eine erste Evaluation ist nach sechs Jahren geplant.
- Spitzensport-Agentur
- Neue unabhängige Stiftung des öffentlichen Rechts, die ab 2027 die Förderung des deutschen Spitzensports zentral steuern soll.
- PotAS-System
- Potenzialanalyse-System zur objektiven Bewertung der Erfolgschancen olympischer Sportdisziplinen.























































