Beantwortet
Linke fragt nach Bundeswehrübung "Red Storm Charlie" in Hamburg
Die Linke-Fraktion im Bundestag fragt die Bundesregierung nach detaillierten Informationen zur geplanten Bundeswehrübung „Red Storm Charlie“ in Hamburg. Die Kleine Anfrage von Cansu Özdemir und 17 weiteren Abgeordneten wurde am 5. Mai 2026 als Drucksache 21/5742 veröffentlicht.
Für Ende September 2026 plant die Bundeswehr eine groß angelegte Übung im Hamburger Hafen und in Teilen der Innenstadt. Dabei wird die Verlegung von NATO-Truppen und Material Richtung Osteuropa simuliert. Das Szenario basiert laut Presseberichten auf Vorbereitungen für einen möglichen NATO-Bündnisfall im Zusammenhang mit einem russischen Angriff. Dies ist bemerkenswert, da derartige Großübungen in deutschen Stadtzentren bisher ungewöhnlich sind.
Hamburg würde dabei als zentrales Drehkreuz für Truppenbewegungen an die „Ostflanke“ des Bündnisses fungieren.
Umfangreicher Fragenkatalog
Neun detaillierte Fragen stellten die Linke-Abgeordneten zur Übung. Nach den Orten in Hamburg, an denen die Übung stattfindet, fragten sie ebenso wie nach dem eingesetzten Personal und Gerät der Bundeswehr. Die Beteiligung von NATO-Partnernationen ist ebenfalls Gegenstand der Anfrage. Auch die Kosten interessieren die Fraktion – und deren Verteilung auf die beteiligten Akteure.
Besonders brisant: Die Fraktion erkundigt sich nach dem konkreten Szenario der Übung. Welche Rolle der „Umgang mit zivilen Protesten“ dabei spielt, wollen sie wissen. Hintergrund ist offenbar die Befürchtung, dass Demonstrationen gegen die Militärübung eingeplant sind. Zudem fragten sie nach einer Beteiligung der Agentur für Arbeit und der Rolle des „Gesetzes zur Sicherstellung von Arbeitsleistungen für Zwecke der Verteidigung“.
Zivile Akteure im Fokus
Auf der Beteiligung ziviler Akteure liegt ein weiterer Schwerpunkt der Anfrage. THW, Feuerwehren und Rettungskräfte sollen einbezogen werden. Die Übung testet die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, zivilen Einsatzkräften und Behörden im Kriegsfall, heißt es. Truppentransporte durch das Stadtgebiet, medizinische Notfallversorgung, Hubschraubereinsätze – auf diese Herausforderungen bereitet man sich vor.
Die Bundesregierung kann nun antworten. Details zu einer der größten geplanten Militärübungen in einer deutschen Großstadt könnten bekannt werden.























































