- 3 Milliarden Euro: Grüne wollen humanitäre Hilfe verdreifachen
- Über 300 Millionen Menschen brauchen Nothilfe weltweit
- Deutschland hat Mittel um 50 Prozent gekürzt
Humanitäre Hilfe: Grüne fordern 3 Milliarden Euro für 2026
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6338 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Weltweit gibt es derzeit über 60 bewaffnete Konflikte – so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die Zahl der zivilen Opfer liegt bei etwa 240.000 Personen für den Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025. Gleichzeitig haben fast alle Geberstaaten ihre Beiträge zur humanitären Hilfe deutlich reduziert. Deutschland kürzte den Titel humanitäre Hilfe im Haushalt 2025 um mehr als 50 Prozent und plant dies auch für 2026 beizubehalten.
- 3 Milliarden Euro — Geforderte deutsche Ausgaben für humanitäre Hilfe 2026 statt der geplanten 1 Milliarde Euro
- Over 300 Millionen Menschen — Weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen nach neuen UN-Berechnungen
- 50 Prozent Kürzung — Deutschland hat die humanitären Mittel im Haushalt 2025 mehr als halbiert
- 240.000 Zivilpersonen — Geschätzte zivile Opfer bewaffneter Konflikte Juli 2024 bis Juni 2025
Im Detail
Für das Jahr 2026 wäre der berechnete Betrag für die humanitäre Hilfe 3 Mrd. Euro
— Antrag BT-Drs. 21/6338
Deutschland soll seine Ausgaben für humanitäre Hilfe in Krisengebieten von derzeit etwa einer Milliarde auf drei Milliarden Euro erhöhen. Das fordert die Grünen-Fraktion in einem am 9. Juni 2026 eingereichten Antrag (BT-Drs. 21/6338). Die Mittel sollen Menschen in bewaffneten Konflikten und nach Naturkatastrophen helfen.
Die Grünen begründen ihre Forderung nach einer Verdreifachung der Mittel mit der sich verschärfenden weltweiten Lage. Über 300 Millionen Menschen sind weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gleichzeitig gibt es mehr als 60 bewaffnete Konflikte weltweit – so viele Kriege wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die Zahl der zivilen Opfer liegt bei etwa 240.000 Personen für den Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025.
Was gilt aktuell?
Deutschland hat die humanitäre Hilfe im Bundeshaushalt 2025 um mehr als 50 Prozent gekürzt. Dies soll auch 2026 auf diesem Niveau bleiben. Damit stehen Deutschland etwa eine Milliarde Euro für internationale Nothilfe zur Verfügung. Die Grünen sehen Deutschland als einen der größten Geber seiner besonderen Verantwortung nicht mehr gerecht werdend.
Die drei Milliarden Euro entsprechen einem Fair-Share-Modell. Dieses bestimmt den angemessenen deutschen Anteil an der globalen Finanzierung humanitärer Hilfe anhand der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Wenige Staaten wie Australien haben ihre Mittel zuletzt erhöht – dort auf etwa 709 Millionen australische Dollar gegenüber 676 Millionen im Vorjahr.
Völkerrecht unter Druck
Parallel zur wachsenden Not schreitet nach Ansicht der Grünen die Erosion des humanitären Völkerrechts voran. Angriffe auf Krankenhäuser, Schulen oder die Energieversorgung gehören in vielen Konflikten zur militärischen Realität. Allein 2024 wurden weltweit über 380 humanitäre Helfer getötet – der höchste jemals dokumentierte Wert.
Als Beispiele nennen die Grünen die gezielten russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Dazu kommen die systematischen Blockaden humanitärer Hilfe in Myanmar und Gaza sowie die Massenverbrechen im sudanesischen Bürgerkrieg. Der Antrag sieht eine stärkere Unterstützung des Internationalen Strafgerichtshofs vor. Außerdem besseren Schutz für humanitäres Personal.
Lokalisierung als Lösung
Ein zentraler Punkt des Antrags ist die Lokalisierung humanitärer Hilfe. Lokale Akteure sollten systematisch in Planung, Entscheidungsprozesse und Mittelvergabe einbezogen werden, so die Grünen. Diese kennen die lokalspezifischen Bedarfe und haben oft besseren Zugang zu notleidenden Menschen. Mindestens 20 Prozent der deutschen Mittel sollten für „vergessene Krisen“ verwendet werden, die medial wenig Beachtung finden.
Über 670 Millionen Frauen und Mädchen leben in unmittelbarer Nähe zu bewaffneten Konflikten. 520 Millionen Kinder wachsen in Konfliktgebieten auf. Die Grünen fordern, dass deutsche humanitäre Hilfe zu 100 Prozent gendersensibel und zu mindestens 8 Prozent gezielt auf Geschlechterfragen ausgerichtet wird.
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Betroffen sind über 300 Millionen Menschen weltweit, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Besonders Frauen, Kinder und vulnerable Gruppen leiden unter den Kürzungen. Über 670 Millionen Frauen und Mädchen leben in unmittelbarer Nähe zu bewaffneten Konflikten, 520 Millionen Kinder wachsen in Konfliktgebieten auf.
Der Antrag der Grünen-Fraktion wird zunächst dem zuständigen Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung überwiesen. Nach der Ausschussberatung folgt die Abstimmung im Bundestag. Die Grünen fordern konkret eine Aufstockung der Mittel bereits für das Haushaltsjahr 2026.
- Humanitäre Hilfe
- Unterstützung für Menschen in akuten Notlagen durch Kriege, Konflikte oder Naturkatastrophen. Richtet sich nach den Prinzipien Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit.
- Völkerrecht
- Internationale Rechtsordnung, die das Verhalten von Staaten regelt. Umfasst die Genfer Konventionen zum Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten.
Wie viel gibt Deutschland derzeit für humanitäre Hilfe aus?
Deutschland hat die humanitäre Hilfe im Haushalt 2025 um mehr als 50 Prozent gekürzt auf etwa 1 Milliarde Euro.
Warum fordern die Grünen eine Verdreifachung?
Weltweit sind über 300 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, während die Finanzierung drastisch gekürzt wurde.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6338 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.





























































