Antwort der Bundesregierung …
Landwirtschaft-Insolvenzen: AfD fragt nach Pleite-Welle bei Bauern
Hintergrund
Die Insolvenz der PORKY Gröden Schweinezucht und Mast GmbH am 1. April 2026 zeigt die prekäre Lage deutscher Agrarbetriebe. Ein massiver Preisverfall am Schweinemarkt durch Überangebot und internationale Handelskonflikte, besonders Strafzölle in China, setzte den Betrieb unter Druck. In den Monaten Januar und Februar 2026 konnten nur 60 Prozent der Herstellungskosten gedeckt werden. Parallel geriet auch der Agrar- und Handelskonzern BayWa durch finanzielle Probleme seiner Ökostrom-Tochter BayWa r.e. in Schieflage.
Die AfD-Fraktion fragt die Bundesregierung nach detaillierten Zahlen über Insolvenzen in der deutschen Landwirtschaft. Konkret verlangen die Abgeordneten um Bernd Schattner in ihrer Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/5951) vom 15. Mai 2026 Aufklärung über die Entwicklung der Betriebsschließungen bei Agrarbetrieben. Dies betrifft die vergangenen fünf Jahre.
Schweinezucht mit 30.000 Tieren insolvent
Anlass der parlamentarischen Initiative ist die Insolvenz der PORKY Gröden Schweinezucht und Mast GmbH. Das Amtsgericht Dessau-Roßlau hat am 1. April 2026 das Regelinsolvenzverfahren über das Vermögen des Betriebs eröffnet. Der Betrieb umfasst rund 30.000 Tiere und beschäftigt 50 Mitarbeiter. Hintergrund ist ein Preisverfall am Schweinemarkt durch Überangebot und internationale Handelskonflikte, besonders Strafzölle in China, die das Unternehmen in die Insolvenz geführt haben.
In den Monaten Januar und Februar 2026 hat der Betrieb lediglich 60 Prozent der Herstellungskosten gedeckt. Das Unternehmen verkaufte seine Erzeugnisse demnach zu Preisen unterhalb der eigenen Produktionskosten. Der Betrieb wird im vorläufigen Insolvenzverfahren weitergeführt, um die Versorgung der Tiere sicherzustellen.
BayWa in der Krise
Neben dem Schweinezuchtbetrieb ist auch der Agrar- und Handelskonzern BayWa durch finanzielle Schwierigkeiten seiner Ökostrom-Tochter „BayWa r.e.“ in eine schwierige Lage geraten. Das Unternehmen gilt als wichtiger Lieferant für Saatgut, Dünger und Landmaschinen in Süd- und Ostdeutschland. Dies ist bemerkenswert, da BayWa als traditioneller Marktführer lange Zeit als krisensicher galt. Laut Presseberichten sind Schuldenerlassungen und weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen Teil des Sanierungskonzepts.
Die AfD fragt: Wie viele Landwirtschaftsbetriebe sind in den letzten Jahren insolvent geworden und werden sie vermehrt von außerlandwirtschaftlichen Investoren aufgekauft?
Die sechs Fragen der AfD zielen auf eine detaillierte Aufschlüsselung der Insolvenzen nach Bundesländern, Betriebsgrößen und Produktionszweigen ab. Außerdem erkundigt sich die Fraktion, ob außerlandwirtschaftliche Investoren vermehrt insolvente Betriebe übernehmen. Als Beispiel nennt sie den Fall der Aldi-Stiftung.
Auch die Auswirkungen auf die verarbeitende Industrie und den Arbeitsmarkt stehen im Fokus der Anfrage. Die AfD fragt konkret nach Insolvenzen bei Molkereien, Mühlen und im Lebensmitteleinzelhandel. Zusätzlich will sie wissen, wie sich der Arbeitsplatzabbau bei der BayWa in den letzten drei Jahren entwickelt hat.
Weiterlesen: AfD zweifelt an Regierungs-Strategie gegen Zucker und Fett | AfD hinterfragt Jobcenter-Milliarden: Wie viel Leerstand bleibt?
Betroffen sind landwirtschaftliche Betriebe aller Größen, ihre Mitarbeiter und die nachgelagerte Lebensmittelindustrie. Die 50 Beschäftigten der PORKY-Gruppe bangen um ihre Jobs, während 30.000 Tiere versorgt werden müssen. Auch Lieferanten von Saatgut, Dünger und Landmaschinen spüren die Krise durch wegbrechende Kunden wie BayWa.
Die Bundesregierung muss die sechs Fragen der AfD schriftlich beantworten. Eine Antwortfrist ist nicht explizit genannt, üblich sind jedoch mehrere Wochen. Die Antwort wird Aufschluss über das wahre Ausmaß der Insolvenzwelle in der deutschen Landwirtschaft geben und zeigen, ob außerlandwirtschaftliche Investoren vermehrt Betriebe übernehmen.
- Regelinsolvenzverfahren
- Gerichtliches Verfahren zur geordneten Abwicklung oder Sanierung überschuldeter Unternehmen unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters.
- Vorläufiges Insolvenzverfahren
- Phase zwischen Insolvenzantrag und Eröffnung des eigentlichen Verfahrens, in der ein vorläufiger Verwalter bestellt wird.
- Restrukturierung
- Umgestaltung der Unternehmensstruktur zur Überwindung einer Krise, oft verbunden mit Schuldenerlassungen und Kostensenkungen.























































