- COP31 findet 2026 erstmals gemeinsam unter türkisch-australischer Präsidentschaft statt
- 2,2 Billionen US-Dollar flossen 2025 in klimafreundliche Energietechnologien
- Bundestag soll 15 konkrete Forderungen an die Bundesregierung beschließen
Hintergrund
Die COP31 findet vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Krisen statt — darunter der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Laut Drucksache 21/8913 flossen allein 2025 rund 2,2 Billionen US-Dollar in klimafreundliche Energietechnologien, fast doppelt so viel wie in fossile Energieträger. Die Konferenz wird erstmals partnerschaftlich von der Türkei und Australien ausgerichtet. Vorangegangene COPs haben Grundlagen gelegt: In Belém wurde ein Plan zum Netzausbau beschlossen, in Baku 2024 das kollektive Klimafinanzierungsziel NCQG verabschiedet.
- 2,2 Billionen US-Dollar — Globale Investitionen in klimafreundliche Energietechnologien allein im Jahr 2025 laut Drucksache.
- 1,5 Grad Celsius — Das im Pariser Klimaabkommen definierte Ziel, das laut Antrag in Reichweite bleiben soll.
- 35 Prozent — Angestrebter weltweiter Elektrifizierungsgrad bis 2035, den Deutschland auf der COP31 unterstützen soll.
- 2030 — Zieldatum zum Stopp globaler Entwaldung, für das sich die Bundesregierung einsetzen soll.
Im Detail
Allein 2025 flossen weltweit rund 2,2 Billionen US-Dollar in klimafreundliche Energietechnologien und damit fast doppelt so viel wie in fossile Energieträger.
— BT-Drs. 21/8913, Abschnitt I
Die COP31-Weltklimakonferenz in Antalya steht im Mittelpunkt eines gemeinsamen Antrags der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD vom 3. November 2026 (BT-Drs. 21/8913). Das Dokument verbindet Klimaschutz mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit, geopolitischer Stabilität und sozialer Gerechtigkeit — und formuliert 15 konkrete Forderungen an die Bundesregierung.
COP31: Erstmals zwei Gastgeber
Die diesjährige Weltklimakonferenz wird zum ersten Mal partnerschaftlich von der Türkei und Australien ausgerichtet. Der Antrag wertet dies als Zeichen, dass auch bei divergierenden Interessen tragfähige Kompromisse möglich sind. Die Konferenz findet laut Drucksache in einer Zeit tiefgreifender globaler Unsicherheit statt — geprägt vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und Konflikten im Nahen Osten. Der Antrag zieht daraus die Schlussfolgerung: Wer von fossilen Energieträgern abhängig ist, bleibt anfällig für geopolitische Erpressung.
2,2 Billionen Dollar — COP31 als Wirtschaftsthema
Einen zentralen Platz nimmt die wirtschaftliche Dimension des Klimaschutzes ein. Allein 2025 flossen weltweit rund 2,2 Billionen US-Dollar in klimafreundliche Energietechnologien — damit fast doppelt so viel wie in fossile Energieträger. Der Antrag betont, dass Klimaneutralität und wirtschaftliche Stärke sich nicht ausschließen. Deutsche Unternehmen, die bei Energie- und Ressourceneffizienz sowie bei Technologien wie grünem Wasserstoff vorangehen, sollen faire Wettbewerbsbedingungen und Planungssicherheit erhalten. Die COP31 soll laut Antrag noch stärker als Forum für „Clean Tech Made in Germany“ genutzt werden.
Was fordert der Antrag konkret?
Die 15 Forderungen an die Bundesregierung reichen von operativen Verhandlungszielen bis hin zu strukturellen Weichenstellungen. Deutschland soll sich für nationale Fahrpläne zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern einsetzen, einen weltweiten Elektrifizierungsgrad von mindestens 35 Prozent bis 2035 unterstützen und die Entwaldung bis 2030 stoppen helfen. Beim Waldschutz sollen innovative Finanzierungsinstrumente wie die Tropical Forest Forever Facility (TFFF) aktiv mitgestaltet werden. Für internationale Klimaschutzzertifikate nach Artikel 6 des Pariser Abkommens verlangt der Antrag, Doppelzählungen auszuschließen und Minderungswirkungen nachprüfbar zu sichern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der internationalen Klimafinanzierung: Deutschland soll das 2024 in Baku beschlossene kollektive Finanzierungsziel (NCQG) erfüllen, dabei aber verstärkt private Mittel mobilisieren und große Emittenten wie China oder die Golfstaaten zu stärkerer Beteiligung bewegen. Die Klimafinanzierung soll sozial ausgewogen im Sinne der Just Transition gestaltet werden — also den Strukturwandel bei Beschäftigung und Qualifizierung aktiv begleiten. Passend dazu beleuchtet auch der Beitrag zur sozialen Absicherung im Wandel der Arbeitswelt verwandte Dimensionen des Transformationsprozesses.
Klimaanpassung nach dem Hitzesommer
Neben dem Klimaschutz betont der Antrag ausdrücklich die Klimaanpassung. Der Hitzesommer habe nach Hochrechnungen des Robert Koch-Instituts (RKI) nicht nur erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht, sondern auch zahlreiche Todesfälle gefordert. Vorausschauende Klimaanpassung rette Menschenleben und stärke die gesellschaftliche Resilienz. Die Bundesregierung soll an der Ausgestaltung der auf der COP30 verabschiedeten Indikatoren zum globalen Anpassungsziel mitwirken, um Fortschritte messbar zu machen. Die Dimension internationaler Klimafinanzierung durch Deutschland ist dabei ein dauerhaft relevantes Thema.
EU als geschlossener Akteur
Der Antrag verlangt zudem, dass Deutschland in der EU darauf hinwirkt, dass das „Team EU“ in internationalen Klimaverhandlungen geschlossen auftritt und gezielt Allianzen schmiedet. Wissenschaft und Informationsintegrität sollen gestärkt werden, damit belastbare Fakten die Grundlage klimapolitischer Entscheidungen bleiben und Desinformation wirksam entgegengetreten wird.
Der Antrag betrifft mittelbar alle Bürgerinnen und Bürger, die von Energiepreisen, Versorgungssicherheit und den Folgen des Klimawandels abhängig sind. Besonders angesprochen werden Industrieunternehmen, die in klimaneutrale Technologien investieren, sowie Staaten des Globalen Südens, die auf internationale Klimafinanzierung angewiesen sind. Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Strukturwandel sind durch die geforderten Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen direkt betroffen.
Der Antrag wurde am 3. November 2026 eingebracht (BT-Drs. 21/8913) und muss zunächst an die zuständigen Ausschüsse überwiesen werden. Nach der Ausschussberatung folgt die abschließende Abstimmung im Plenum des Deutschen Bundestages. Die COP31 in Antalya bildet den zeitlichen Rahmen, der politischen Druck auf eine rasche Beratung ausübt.
- NCQG
- New Collective Quantified Goal — das 2024 in Baku beschlossene kollektive Klimafinanzierungsziel der Industrieländer gegenüber Entwicklungsländern.
- Artikel 6 Pariser Abkommen
- Regelwerk für internationale Klimaschutzmärkte und -zertifikate, das kooperative Mechanismen zwischen Staaten zur Emissionsminderung ermöglicht.
- Just Transition
- Konzept für eine sozial gerechte Gestaltung der Transformation weg von fossilen Energien, mit Fokus auf Beschäftigung, Qualifizierung und faire Verteilung der Kosten.
Was ist die COP31 und wo findet sie statt?
Die COP31 ist die 31. UN-Weltklimakonferenz und findet laut Drucksache in Antalya statt. Erstmals wird sie gemeinsam von der Türkei und Australien ausgerichtet.
Was fordert der Antrag konkret zur Klimafinanzierung?
Deutschland soll einen fairen Beitrag zur Klimafinanzierung leisten, das 2024 in Baku beschlossene NCQG-Ziel umsetzen und verstärkt private Mittel sowie Beiträge großer Emittenten wie China oder Golfstaaten mobilisieren.
Welche Elektrifizierungsziele werden im Antrag genannt?
Der Antrag unterstützt das Ziel eines weltweiten Elektrifizierungsgrades von mindestens 35 Prozent bis 2035, das von der australischen COP31-Verhandlungsführung angestrebt wird.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8913 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




































































