Kleine Anfrage eingegangen
Krankenhausschließungen in Brandenburg: Linke fragt nach Versorgung
Hintergrund
Die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland ist in den letzten 35 Jahren um mehr als 20 Prozent gesunken. Besonders betroffen sind kleinere Kliniken im ländlichen Raum. Die Zahl der Kreißsäle hat sich halbiert – nur noch ein Drittel aller Krankenhäuser bietet Geburtshilfe an. Die geplante Krankenhausreform wird weitere Zentralisierung und damit Schließungen bewirken.
Die Linksfraktion im Bundestag hat eine umfassende Kleine Anfrage zur Situation der Krankenhäuser in Brandenburg gestellt. Drucksache 21/5255 vom 10. April 2026. Sie umfasst 19 detaillierte Fragen zur medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.
Dramatischer Strukturwandel
Die stationäre medizinische Versorgung befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Wandel. In den letzten 35 Jahren verringerte sich die Anzahl der Krankenhäuser um mehr als 20 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil privater Träger auf rund 40 Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum.
Drastisch hat sich die Geburtshilfe entwickelt: Die Zahl der Kreißsäle halbierte sich in 35 Jahren. Dies ist bemerkenswert, da 1991 noch fast die Hälfte aller Krankenhäuser eine Geburtshilfe angeboten hat. 2023 war es weniger als ein Drittel. Diese Entwicklung betrifft auch den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen.
Brandenburg besonders betroffen
In Ostdeutschland sind vor allem nach 1990 viele Krankenhäuser geschlossen worden. So auch in Brandenburg. Hintergrund ist die laufende Krankenhausreform, die durch weitere Zentralisierung und Spezialisierung zusätzliche Schließungen bewirken wird. Aktuell sind vor allem Kliniken im Süden Brandenburgs von Schließung bedroht.
Die Linke fragt detailliert nach den Auswirkungen auf die Erreichbarkeit von Kliniken. Fahrzeiten, Notfallversorgung und spezialisierte Bereiche stehen im Fokus. Besonders interessiert die Fraktion die Folgen für werdende Mütter und Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch benötigen.
Die Bundesregierung soll eine flächendeckende Versorgung sicherstellen und Ungleichheiten zwischen städtischem und ländlichem Raum nicht weiter verschärfen.
Christian Görke und weitere Abgeordnete der Linksfraktion fragten auch nach den bewilligten Mitteln aus dem Krankenhausstrukturfonds für Brandenburg. Welche Maßnahmen die Bundesregierung zur dauerhaften Sicherstellung der Versorgung plant, wollten sie ebenfalls wissen.
Betroffen sind vor allem Menschen in ländlichen Gebieten Brandenburgs, werdende Mütter und Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch benötigen. Auch die Notfallversorgung verschlechtert sich durch längere Anfahrtswege.
Die Bundesregierung muss die 19 Fragen der Linksfraktion innerhalb der üblichen Frist beantworten. Die Antwort wird Aufschluss über das Ausmaß der Krankenhausschließungen und deren Folgen für die medizinische Versorgung in Brandenburg geben.
- Krankenhausstrukturfonds
- Bundesweiter Fonds zur Förderung von Umbauten und Modernisierungen in Krankenhäusern, um die Versorgungsstrukturen zu verbessern.
- Versorgungsstufe
- Klassifizierung von Krankenhäusern nach ihrem Leistungsspektrum – von Grundversorgung bis Maximalversorgung mit hochspezialisierten Angeboten.
- Leistungsgruppen
- Neue Kategorisierung von Krankenhausleistungen im Rahmen der Krankenhausreform, die bestimmt, welche Behandlungen eine Klinik anbieten darf.























































