Beantwortet am 18. März 2026
Straftaten an Thüringer Bahnhöfen: Erfurt mit 1.403 Fällen Spitze
Hintergrund
Die AfD-Fraktion hatte bereits 2024 mit der Drucksache 21/875 ähnliche Daten erfragt. Mit dieser Folge-Anfrage wollten die Abgeordneten Stephan Brandner und Martin Hess die Entwicklung der Kriminalität an Thüringer Verkehrsknotenpunkten für 2025 dokumentieren. Die Bundespolizei ist für die Sicherheit an Bahnhöfen und Flughäfen zuständig.
Die Bundesregierung hat detaillierte Zahlen zur Kriminalität an Thüringer Bahnhöfen und Flughäfen für das Jahr 2025 vorgelegt. Dies ist bemerkenswert, da solche kleinräumigen Daten selten derart differenziert erfasst werden. Die Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (Drucksache 21/5732 vom 5. Mai 2026) zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Standorten.
Erfurt führt die Kriminalstatistik an mit 1.403 registrierten Straftaten im Jahr 2025. Der Hauptbahnhof der Landeshauptstadt hat schwankende Monatswerte zwischen 80 (Dezember) und 146 (November) Fällen verzeichnet. Jena folgt mit 287 Straftaten. Die Spanne reicht hier von 9 (August) bis 39 (April) Fällen.
Eisenach landet mit 243 Straftaten auf dem dritten Rang. Hintergrund ist das deutlich geringere Fahrgastaufkommen an kleineren Bahnhöfen, die entsprechend niedrigere Zahlen aufweisen: Greiz verzeichnet 14 Straftaten, Schmalkalden 20. Wer schützt Zugpersonal vor Gewalt im Schienenverkehr? hatte bereits die Sicherheitsproblematik im Bahnverkehr thematisiert.
Die Zahlen zeigen: An größeren Bahnhöfen passieren mehr Straftaten – das liegt auch am höheren Fahrgastaufkommen.
Der Flughafen Erfurt verzeichnet 19 Fälle im gesamten Jahr 2025. Dies ist eine vergleichsweise geringe Zahl. Die Straftaten haben sich ungleichmäßig über die Monate verteilt, wobei August und September mit jeweils vier Fällen die höchsten Werte aufweisen. In mehreren Monaten sind keine Straftaten registriert worden.
Auffällig ist der hohe Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an vielen Standorten. In Erfurt hat dieser Anteil zwischen 58,5 und 75,9 Prozent gelegen, je nach Monat. Auch in anderen größeren Städten wie Eisenach schwankt der Anteil erheblich – von 43,8 bis 84,6 Prozent.
Die Bundesregierung stützt ihre Antwort auf Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik aus dem Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei. Detaillierte Aufschlüsselungen nach Straftatarten sind als Anlage zur Drucksache auf der Bundestag-Website verfügbar.
Betroffen sind Bahnreisende und Fluggäste in Thüringen, insbesondere an den größeren Verkehrsknotenpunkten wie Erfurt, Jena und Eisenach. Die Daten geben Aufschluss über die Sicherheitslage an den 25 bevölkerungsreichsten Städten des Bundeslandes.
Die Anfrage ist vollständig beantwortet. Weitere parlamentarische Schritte sind nicht vorgesehen. Die detaillierten Angaben zu den Straftatarten sind als Anlage zur Drucksache auf der Bundestag-Website verfügbar.
- Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)
- Jährliche Statistik der Polizei über registrierte Straftaten, Tatverdächtige und Aufklärungsquoten.
- Bundespolizei
- Zuständig für die Sicherheit an Bahnhöfen, Flughäfen und Grenzen sowie den Schutz von Bundesorganen.























































