- 3,8 Mrd. Euro Biogasförderung 2026 ohne Effizienznachweis
- 2,02 Millionen Hektar Ackerfläche für Energiepflanzen
- Keine Biogasanlage ohne EEG-Förderung wirtschaftlich
Biogas-Förderung: 3,8 Mrd. Euro ohne Nachweis der Effizienz
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6224 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Biogasförderung erfolgt hauptsächlich über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Seit 2023 finanziert der Bundeshaushalt diese Förderung direkt statt über die EEG-Umlage. Die AfD-Fraktion hinterfragt die volkswirtschaftliche Effizienz dieser Förderung, da erhebliche Ackerflächen für Energiepflanzen statt für Nahrungsmittel genutzt werden. Besonders der massive Maisanbau für Biogasanlagen steht in der Kritik.
- 3,8 Mrd. Euro — EEG-Förderkosten für Biogas 2026 aus dem Bundeshaushalt
- 2,02 Millionen Hektar — Landwirtschaftliche Fläche für Energiepflanzen in Deutschland 2025
- 44 Prozent — Anteil von Anbaubiomasse in deutschen Biogasanlagen (massebezogen)
- 20,6 Cent/kWh — Durchschnittliche EEG-Vergütung für Biogasstrom 2024
- 223 Anlagen — Biogasanlagen wurden 2021-2025 stillgelegt (68.754 kWel Leistung)
Im Detail
Daten zu volkswirtschaftlichen und agrarstrukturellen Opportunitätskosten einer landwirtschaftlichen Flächennutzung für Energiepflanzen zur Biogasproduktion anstatt für Lebens- und Futtermittelerzeugung liegen der Bundesregierung nicht vor.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/6224
Die Bundesregierung gibt jährlich Milliarden für die Förderung von Biogas aus, kann aber nicht belegen, ob diese Investition volkswirtschaftlich sinnvoll ist. Das zeigt die Antwort auf eine AfD-Anfrage zur Biogasförderung (BT-Drs. 21/6224).
Für 2026 sind 3,8 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt für die EEG-Förderung von Biogas eingeplant. Die durchschnittliche Vergütung liegt bei 20,6 Cent pro Kilowattstunde – deutlich über dem Marktpreis. 2,02 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche werden für den Anbau von Energiepflanzen genutzt. Diese Flächen könnten auch für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung stehen.
Wirtschaftlichkeit nur mit Subventionen
Keine der untersuchten Beispielanlagen ist ohne EEG-Förderung wirtschaftlich tragfähig, so die Bundesregierung. Die 11.000 Biogasanlagen in Deutschland setzen zu 44 Prozent (massebezogen) Substrate in Form von Anbaubiomasse ein. Das heißt: speziell für die Energieproduktion angebaute Pflanzen statt Abfälle oder Gülle.
Die AfD-Anfrage zielte auf eine grundsätzliche Bewertung der Biogasförderung ab. Fragesteller Dr. Michael Blos und seine Kollegen fragten nach der Erzeugung von Biogas, die mit erheblichem Einsatz landwirtschaftlicher Flächen verbunden ist. Dazu kommen Düngemittel und Dieselkraftstoff. Außerdem entstehen Nutzungskonflikte zwischen Energie- und Nahrungsmittelproduktion.
Wissenslücken bei der Regierung
Die Bundesregierung räumt in ihrer Antwort Wissenslücken ein. Zu den volkswirtschaftlichen Opportunitätskosten der Flächennutzung für Energiepflanzen statt Nahrungsmittel liegen explizit keine Daten vor. Systematische Effizienzvergleiche mit anderen Energieformen oder konventionellen Energieträgern fehlen ebenfalls.
Stattdessen verweist die Regierung auf alle vier Jahre erscheinende EEG-Erfahrungsberichte. Bei der Flächenbewertung spielt ‚eine Reihe von technischen, rechtlichen, betriebswirtschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Faktoren eine Rolle‘, betont sie.
Aktuelle Regelungen
Die EEG-Förderung für Biogas läuft grundsätzlich 20 Jahre. Bei Anlagen, deren Förderung bereits ausgelaufen ist und die eine erneute Förderzusage erhalten haben, beträgt der Zeitraum 12 Jahre. Die Anlagenbetreiber erhalten entweder eine feste Vergütung pro eingespeiste Kilowattstunde. Oder sie vermarkten den Strom selbst und bekommen eine Marktprämie.
Zwischen 2021 und 2025 sind insgesamt 223 EEG-Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 68.754 kWel endgültig stillgelegt worden. Die meisten Stilllegungen hat es 2023 mit 53 Anlagen gegeben.
Die Lebenszyklusbetrachtung für Biogas berücksichtigt verschiedene Prozessschritte von der Substratbereitstellung über Transport und Lagerung bis zur Gärrestrückführung, so die Bundesregierung. Methanemissionen und mögliche Leckagen werden allerdings nicht vollständig erfasst.
Die Antwort zeigt, dass die Bundesregierung eine der größten Einzelförderungen im Energiebereich ohne vollständige volkswirtschaftliche Bewertung fortsetzt. Ob die jährlichen Milliardensummen die effizienteste Form der Energieförderung darstellen, bleibt ungeklärt.
Weiterlesen:
- 10% Biogasquote ab 2029: Mieter zahlen bis zu 4.000 Euro mehr
- Nur 0,375 Cent Ersparnis: So schwach wirkt der Industriestrompreis
Betroffen sind alle Steuerzahler, die über den Bundeshaushalt die Biogasförderung finanzieren. Landwirte profitieren von garantierten Vergütungen, während Verbraucher indirekt die Kosten tragen. Besonders relevant ist dies für ländliche Regionen, wo Nutzungskonflikte zwischen Energie- und Nahrungsmittelproduktion entstehen.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen, weicht aber bei entscheidenden Bewertungsfragen aus. Zu volkswirtschaftlichen Kosten, Effizienzvergleichen und Opportunitätskosten liegen explizit keine Daten vor.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 28.05.2026) Biogasförderung – AfD fordert Klimabilanz und Flächenverbrauchsanalyse →
- EEG-Förderung
- Staatliche Förderung erneuerbarer Energien durch garantierte Vergütungen über 20 Jahre. Seit 2023 aus dem Bundeshaushalt finanziert.
- Opportunitätskosten
- Entgangener Nutzen durch Verzicht auf die beste Alternative. Hier: Was entgeht, wenn Ackerflächen für Energie statt Nahrung genutzt werden.
Wie viel kostet die Biogasförderung den Steuerzahler?
2026 sind 3,8 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt für die EEG-Förderung von Biogas eingeplant. Die durchschnittliche Vergütung liegt bei 20,6 Cent pro Kilowattstunde.
Wie viel Ackerfläche wird für Biogas verbraucht?
2025 werden rund 2,02 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche für den Anbau von Energiepflanzen genutzt, davon ein großer Teil für Biogas.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6224 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































