- 21,88 Mio. Euro Bundesförderung für Kriegsgräberfürsorge im Jahr 2026
- Belarus hat Volksbund-Büro in Minsk aufgelöst und Tätigkeit untersagt
- Sanierungsstau in Frankreich allein beträgt über 6,5 Millionen Euro
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7435 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. übernimmt im Auftrag der Bundesregierung die Suche, Bergung, Bestattung und Grabpflege deutscher Kriegstoter im Ausland. Das Auswärtige Amt ist der einzige Bundesförderer des Volksbunds im Bereich der Auslandskriegsgräberfürsorge; die Mittelprüfung und -auszahlung obliegt dem Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA). Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 sind die praktischen und politischen Rahmenbedingungen für die Kriegsgräberarbeit in Osteuropa erheblich schwieriger geworden. In Belarus wurde das Volksbund-Büro im Juni 2025 behördlich aufgelöst.
- 21,88 Mio. Euro — Haushaltsansatz des Auswärtigen Amts für den Volksbund im Jahr 2026, nach 19,38 Mio. Euro in den Jahren 2020–2024.
- 830 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten — Umfang der vom Volksbund betreuten Anlagen mit rund 2,8 Millionen bestatteten Kriegstoten.
- 71 Länder — Staaten, für deren deutsche Kriegsgräberstätten die Bundesregierung eine Verantwortung oder Mitverantwortung sieht.
- 6.567.540 Euro — Vom Volksbund kalkulierter Sanierungsbedarf in Frankreich, dem höchsten Einzelposten unter allen Ländern.
- 13.212 Std./Wo. — Wochenarbeitszeit der Volksbund-Mitarbeitenden im Jahr 2025, nahezu doppelt so hoch wie noch 2024 (6.865 Std./Wo.).
Im Detail
Die Bundesregierung setzt sich weiterhin mit Nachdruck gegenüber belarussischen Behörden für die deutsche Kriegsgräberfürsorge ein.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7435, S. 3
Der Bund stellt dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. im Jahr 2026 insgesamt 21,88 Millionen Euro für die Pflege deutscher Kriegsgräber im Ausland zur Verfügung. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (BT-Drs. 21/7435) vom 29. Juli 2026 auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/7171) hervor. Der Betrag ist seit 2020 schrittweise gestiegen: Zwischen 2020 und 2024 erhielt der Volksbund jährlich 19,38 Millionen Euro, 2025 dann 21,38 Millionen Euro.
Kriegsgräberfürsorge: Aufgabe und Reichweite
Der Volksbund betreut nach eigenen Angaben mehr als 830 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten, auf denen rund 2,8 Millionen Kriegstote bestattet sind. Die Bundesregierung sieht sich für Kriegsgräberstätten in insgesamt 71 Ländern verantwortlich. Neben dem Volksbund sind in einigen dieser Länder auch die Commonwealth War Graves Commission (in 27 Ländern) und deutsche Auslandsvertretungen (in 17 Ländern) als Akteure beteiligt. Das Auswärtige Amt entscheidet über die politischen Rahmenbedingungen der Förderung, während das Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA) die Anträge prüft, die Mittel auszahlt und die Verwendungsnachweise kontrolliert. Das Monitoring und die Erfolgskontrolle liegen beim Auswärtigen Amt.
Belarus sperrt Volksbund-Büro
Besonders gravierend ist die Lage in Belarus: Die Stadtexekutive Minsk hat dem Volksbund mit Schreiben vom 16. Juni 2025 mitgeteilt, dass sein Vertretungsbüro aufgelöst und die weitere Tätigkeit wegen angeblicher Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen untersagt sei. Einwände des Volksbunds und der Deutschen Botschaft in Minsk blieben ohne Erfolg. Laut Drucksache setzt sich die Bundesregierung „mit Nachdruck gegenüber belarussischen Behörden für die deutsche Kriegsgräberfürsorge ein“. Erschwerend kommt hinzu, dass das belarussische Parlament das bilaterale Übereinkommen über die Grabpflege der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen bislang nicht ratifiziert hat. Auch in der Ukraine und in der Russischen Föderation sind die Pflegemöglichkeiten seit dem russischen Angriff am 24. Februar 2022 durch die verschlechterte Sicherheitslage erheblich eingeschränkt.
Sanierungsstau an deutschen Kriegsgräberstätten
Die Drucksache legt erstmals detaillierte Zahlen zum Sanierungsbedarf vor. Den größten Einzelposten bildet Frankreich mit kalkulierten Kosten von 6.567.540 Euro, gefolgt von Italien mit 1.248.000 Euro. Für zusammengefasste kleinere Standorte in Westeuropa werden 2.760.000 Euro und in Osteuropa 2.400.000 Euro veranschlagt. In Russland beläuft sich der Bedarf auf 345.600 Euro, in der Ukraine auf 193.200 Euro und in Belarus auf 120.000 Euro — wobei in diesen Ländern eine Umsetzung derzeit praktisch nicht möglich ist. Der Gesamtumfang des Sanierungsstaus übersteigt laut diesen Einzelposten deutlich zehn Millionen Euro.
Personelle Kapazitäten stark gestiegen
Auffällig ist die Entwicklung der Personalkapazitäten beim Volksbund: Die Wochenarbeitszeit der Auslandsmitarbeitenden stieg von 6.800 Stunden im Jahr 2020 auf rund 13.212 Stunden in 2025, bevor sie 2026 leicht auf 12.960 Stunden zurückging. Die Bundesbehörden selbst sind dagegen kaum personell aufgestellt: Das Auswärtige Amt hält konstant 0,9 Vollzeitäquivalente (VZÄ) vor, die Auslandsvertretungen 1,7 VZÄ. Das Bundesarchiv, das seit 2021 an einer neuen Gräberdatenbank arbeitet, beschäftigt 2026 noch 36,88 VZÄ für Aufgaben im Bereich der Kriegsgräber und Schicksalsklärung — ein Rückgang gegenüber 55 VZÄ im Jahr 2020.
Digitalisierung der Gräberdaten
Das Bundesarchiv arbeitet in enger Abstimmung mit dem Volksbund an einer neuen Gräberdatenbank, die perspektivisch die seit sieben Jahrzehnten geführte Gräberkartei mit über 4,5 Millionen Personenerfassungen ablösen soll. Die Fördergelder des Auswärtigen Amts enthalten nach Angaben der Bundesregierung auch Mittel für die digitale Transformation der Volksbund-Datenbanken. Zudem förderte das Bundesarchiv gemeinsam mit dem Volksbund und der Gedenkstätte Flossenbürg den Aufbau einer Kriegsgefangenendatenbank.
Aktuelle Kriegsgräberabkommen bestehen mit 42 Staaten, darunter sowohl die Ukraine als auch die Russische Föderation — auch wenn die praktische Zusammenarbeit derzeit stark eingeschränkt ist. Zum weiteren Kontext der Rentenabsicherung von Betroffenen und zur Frage staatlicher Fürsorge für vulnerable Gruppen ist auch ein Blick auf Altersarmut und Grundsicherung aufschlussreich.
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Unmittelbar betroffen sind Angehörige der rund 2,8 Millionen auf deutschen Auslandskriegsfriedhöfen bestatteten Kriegstoten sowie der Volksbund mit 323 hauptamtlichen Mitarbeitern und 3.410 Ehrenamtlichen. Mittelbar betrifft die Finanzierung jeden Steuerzahler, da die Förderung aus dem Haushalt des Auswärtigen Amts stammt.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen vollständig. Bei Frage 7 zur Rechtsstellung des Volksbunds in Belarus verweist sie lediglich auf die Antwort zu Frage 6, ohne eigenständige Ausführungen zu machen. Detailinformationen zu Sanierungsstau und Personalkapazitäten sind in Anlagen ausgelagert.
Berlin, 22. Juli 2026. Wir als AfD-Bundestagsfraktion fordern ein Ende der Förderung von Nichtregierungsorganisationen durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und setzen uns stattdessen für die Einrichtung eines „Heimatfonds“ ein, der Traditionshandwerk und duale Ausbildung in Hochtechnologieberufen gezielt stärkt. Das BMAS verteilt derzeit Steuergelder an einen linksorientierten NGO-Komplex, der… …
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet.
- Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
- Gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung deutsche Kriegstote im Ausland sucht, bestattet und deren Gräber pflegt.
- VZÄ (Vollzeitäquivalent)
- Maßzahl für Personalkapazitäten: 1,0 VZÄ entspricht einer Vollzeitstelle.
- Projektförderung
- Staatliche Zuwendung für einen bestimmten Zweck, die nach Verwendungsnachweis geprüft wird – im Unterschied zur institutionellen Förderung.
Wie viel Geld erhält der Volksbund vom Bund?
Der Volksbund erhielt 2020 bis 2024 jährlich 19,38 Mio. Euro, 2025 dann 21,38 Mio. Euro und 2026 sind 21,88 Mio. Euro im Haushaltsplan des Auswärtigen Amts vorgesehen.
Warum kann der Volksbund nicht mehr in Belarus arbeiten?
Die Stadtexekutive Minsk hat im Juni 2025 das Vertretungsbüro aufgelöst und die weitere Tätigkeit des Volksbunds wegen angeblicher Gesetzesverstöße untersagt. Einwände des Volksbunds und der deutschen Botschaft blieben erfolglos.
In wie vielen Ländern betreut Deutschland Kriegsgräber?
Die Bundesregierung sieht sich für Kriegsgräberstätten in insgesamt 71 Ländern verantwortlich. Der Volksbund ist in 45 dieser Länder tätig.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7435 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































