- 1.283.860 Menschen beziehen bundesweit Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung (2025)
- Frauen in Rheinland-Pfalz erhalten im Schnitt nur 905 Euro Altersrente monatlich
- 57.580 Grundsicherungsempfänger in Rheinland-Pfalz — steigende Tendenz seit 2016
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7388 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Altersarmut ist in Deutschland ein strukturelles Problem, das Frauen überproportional betrifft. Laut den in der Drucksache verwendeten Daten der Deutschen Rentenversicherung liegt die durchschnittliche Altersrente von Frauen bundesweit im Rentenbestand 2025 bei 1.025 Euro monatlich, während Männer 1.531 Euro erhalten. Ursachen sind unter anderem Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen wegen Kinderbetreuung. Die Grundsicherungsempfängerzahlen steigen seit Jahren kontinuierlich an: Bundesweit waren es 2016 noch rund 1,03 Millionen Personen, 2025 bereits 1,28 Millionen.
- 1.283.860 — Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bundesweit (Ende 2025)
- 57.580 — Grundsicherungsempfänger in Rheinland-Pfalz (Ende 2025), davon 27.535 Männer und 30.045 Frauen
- 905 Euro — Durchschnittliche Altersrente (Bestand 2025) für Frauen in Rheinland-Pfalz monatlich; Männer erhalten 1.521 Euro
- 764.065 — Personen bundesweit, die ab Regelaltersgrenze Grundsicherung beziehen (Ende 2025)
- 1,66 — Pflichtversicherte pro Rentner in Rheinland-Pfalz (2024), gegenüber 1,74 bundesweit
Im Detail
Der beste Schutz gegen Altersarmut sind eine gute Ausbildung, durchgehende Erwerbsbiografien mit anständigen Löhnen und die Absicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung flankiert durch betriebliche Altersversorgung und private Zusatzvorsorge.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7388, S. 6
In Deutschland beziehen immer mehr ältere Menschen staatliche Grundsicherung: Ende 2025 waren es bundesweit 1.283.860 Personen — ein Anstieg um rund 25 Prozent gegenüber 2016. In Rheinland-Pfalz erhielten zum gleichen Zeitpunkt 57.580 Menschen Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, darunter 30.045 Frauen und 27.535 Männer. Diese Zahlen gehen aus BT-Drs. 21/7388 hervor, mit der die Bundesregierung am 27. Juli 2026 eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke beantwortet hat.
Altersarmut in Rheinland-Pfalz: Frauen deutlich schlechter gestellt
Der Rentenunterschied zwischen den Geschlechtern ist in Rheinland-Pfalz besonders ausgeprägt. Im Rentenbestand 2025 erhalten Frauen dort im Schnitt 905 Euro monatlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung wegen Alters, während Männer auf 1.521 Euro kommen — eine Differenz von 616 Euro. Bundesweit liegt die Altersrente für Frauen im Bestand bei 1.025 Euro, für Männer bei 1.531 Euro. Als Hauptursachen gelten Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrechungen wegen Kinderbetreuung und generell niedrigere Löhne im Erwerbsleben.
Auch die Zahl der Personen, die trotz langer Versicherungszeiten wenig Rente erhalten, ist erheblich. In Rheinland-Pfalz haben laut Sonderauswertung der Deutschen Rentenversicherung zum 31.12.2025 insgesamt 85.910 Frauen mit mindestens 40 Versicherungsjahren eine Altersrente unter 1.446 Euro monatlich. Bei Männern sind es 59.552 trotz derselben Mindestversicherungszeit. Die Bundesregierung erklärt dazu, dass auch beitragsfreie Zeiten — etwa Phasen der Arbeitslosigkeit oder Schul- und Hochschulausbildung — zu den Versicherungsjahren zählen und Teilzeitarbeit die Rentenhöhe mindert.
Was gilt aktuell?
Ältere Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können, haben ab Erreichen der Regelaltersgrenze Anspruch auf Grundsicherung im Alter nach dem 4. Kapitel SGB XII. Diese aufstockende Leistung greift, wenn die gesetzliche Rente und andere Einkommen nicht ausreichen. Bundeslandspezifische Maßnahmen gegen Altersarmut sind von der Bundesregierung laut Drucksache grundsätzlich nicht vorgesehen. Als Schutz verweist die Bundesregierung auf gute Ausbildung, durchgehende Erwerbsbiografien mit anständigen Löhnen sowie auf die Kombination aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersversorgung und privater Zusatzvorsorge.
Entwicklung der Grundsicherung: Deutlicher Anstieg seit 2016
Die Zahl der Grundsicherungsempfänger im Alter wächst kontinuierlich. Bundesweit bezogen Ende 2016 noch 525.595 Personen ab Regelaltersgrenze diese Leistung, bis Ende 2025 stieg die Zahl auf 764.065 — ein Plus von rund 45 Prozent in neun Jahren. In Rheinland-Pfalz stieg die Zahl der Grundsicherungsempfänger ab Regelaltersgrenze von 22.117 (2016) auf 33.000 (2025). Besonders stark ist der Anstieg in Berlin, wo bereits 7,4 Prozent aller Personen über der Regelaltersgrenze Grundsicherung beziehen, und in Hamburg mit 8,1 Prozent. In Rheinland-Pfalz liegt dieser Anteil bei 3,5 Prozent (2024, aktuellster verfügbarer Wert).
Auch Wohngeld spielt für Rentnerinnen und Rentner eine zunehmende Rolle. In Rheinland-Pfalz bezogen 2024 rund 26.891 wohngeldberechtigte Rentner und Pensionäre diese Leistung, das entspricht 2,80 Prozent aller Personen ab 65 Jahren. Dieser Anteil hat sich gegenüber 2019 (1,16 Prozent) mehr als verdoppelt, was vor allem auf die Reform des Wohngeldrechts zurückzuführen ist.
Erwerbsminderungsrenten: Abschläge bleiben hoch
Bei Erwerbsminderungsrenten ist der Anteil der Renten mit Abschlägen in Rheinland-Pfalz von 98,2 Prozent (2016) auf 94,3 Prozent (2025) gesunken, aber nach wie vor sehr hoch. Der durchschnittliche Abschlag lag 2025 bei 127 Euro monatlich. Erwerbsminderungsrentner erhalten damit systematisch weniger, als ihnen bei regulärem Rentenbeginn zugestanden hätte — ein Problem, das Personen mit gesundheitlich bedingtem Frühausstieg aus dem Beruf besonders hart trifft.
Im Vergleich der Beschäftigungsquoten zeigt sich zudem, dass in Rheinland-Pfalz die Erwerbsbeteiligung der 60- bis 64-Jährigen bei 51,6 Prozent liegt und damit unter dem Bundesdurchschnitt von 53,7 Prozent. Knapp 96.039 Personen in Rheinland-Pfalz im Alter ab 60 Jahren gehen ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nach — diese Beschäftigungsform baut kaum Rentenansprüche auf. Das Thema der prekären Beschäftigung im Alter bleibt damit politisch relevant.
Die Anfrage der Fraktion Die Linke ist Teil einer Reihe regelmäßiger parlamentarischer Anfragen zu Altersarmut auf Länderebene. Ähnliche Daten wurden bereits für frühere Jahre in den Drucksachen 20/12534 und 21/1421 veröffentlicht. Auf Einzelfragen zu Bundesländerdaten beim Zusammentreffen mehrerer Alterssicherungsleistungen (Frage 7 und 15) konnte die Bundesregierung keine spezifischen Antworten für Rheinland-Pfalz liefern und verwies auf den Alterssicherungsbericht 2024.
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Betroffen sind vor allem ältere Menschen mit niedrigen Rentenansprüchen, insbesondere Frauen. In Rheinland-Pfalz erhielten Ende 2025 rund 57.580 Menschen Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung. Bundesweit waren über 764.000 Personen ab Regelaltersgrenze auf diese staatliche Leistung angewiesen. Besonders hoch sind die Grundsicherungsquoten in Stadtstaaten wie Hamburg (8,1 % der über 65-Jährigen) und Berlin (7,4 %).
Die Bundesregierung hat die meisten Fragen vollständig beantwortet und umfangreiche Tabellen geliefert. Bei Fragen 7 und 15 (Kumulation von Alterssicherungsleistungen auf Länderebene) verweist sie auf den Alterssicherungsbericht 2024 und erklärt, dass Länderdaten nicht vorliegen. Bei Frage 19 lehnt sie bundeslandspezifische Maßnahmen grundsätzlich ab.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Altersarmut in Rheinland-Pfalz: 21,3 % der Frauen ab 65 betroffen →
- Armutsrisikoquote (ARQ)
- Statistischer Indikator, der den Anteil der Bevölkerung mit einem Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens misst. Er zeigt Einkommensverteilung, nicht individuelle Bedürftigkeit.
- Grundsicherung im Alter
- Staatliche Leistung nach dem 4. Kapitel SGB XII für Personen ab Regelaltersgrenze, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können.
- Rentenzahlbetrag
- Der tatsächlich ausgezahlte monatliche Rentenbetrag nach Abzug des Eigenanteils zur Kranken- und Pflegeversicherung, aber vor Einkommensteuer.
Wie hoch ist die durchschnittliche Altersrente in Rheinland-Pfalz?
Im Rentenbestand 2025 erhalten Männer in Rheinland-Pfalz im Schnitt 1.521 Euro und Frauen 905 Euro monatlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung wegen Alters.
Wie viele Menschen beziehen in Rheinland-Pfalz Grundsicherung im Alter?
Ende 2025 bezogen 57.580 Menschen in Rheinland-Pfalz Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, davon 27.535 Männer und 30.045 Frauen.
Plant die Bundesregierung Maßnahmen gegen Altersarmut in Rheinland-Pfalz?
Nein. Die Bundesregierung erklärt, bundeslandspezifische Maßnahmen gegen Altersarmut seien grundsätzlich nicht vorgesehen. Als Schutz verweist sie auf Grundsicherung, Rentenversicherung und Zusatzvorsorge.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7388 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































