Am 15. August 2026 dominierten innere Sicherheit, Sozialpolitik und Fragen zur
Transparenz staatlicher Förderung die parlamentarische Tagesordnung im Bundestag.
Mit 16 neuen Drucksachen war die AfD dabei die mit Abstand aktivste Fraktion,
während die Linke mit drei Kleinen Anfragen Schwerpunkte bei Sicherheitsbehörden
und Wirtschaftspolitik setzte. Mehrere Anfragen betreffen bereits beantwortete
Vorgänge, andere warten noch auf eine Rückmeldung der Bundesregierung.
AfD
Die AfD-Fraktion reichte heute 13 Drucksachen ein und deckte dabei ein breites
Themenspektrum ab. Im Mittelpunkt standen Kriminalitätsstatistiken, Islamismusprävention,
die Außenpolitik gegenüber der Ukraine sowie die Kontrolle staatlich geförderter
Zivilgesellschaftsprojekte.
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Kriminalitätsentwicklung 2000–2025 (Drs. 21/7532): Die Fraktion
fragt die Bundesregierung zu 16 Deliktsbereichen über einen Zeitraum von 25 Jahren. -
Islamismusprävention (Drs. 21/7526): 13 Fragen zur staatlichen
Förderung von Präventionsprogrammen im Nachgang eines nicht näher bezeichneten Anschlags. -
Ukraine-EU-Beitritt (Drs. 21/7530): Die Bundesregierung hat 16
Fragen beantwortet. Kernaussagen: Eine Vollmitgliedschaft der Ukraine sei derzeit
nicht erfüllbar; der Merz-Vorschlag eines assoziierten Status ohne Stimmrecht wird
als Zwischenstufe gehandelt; die Beistandsklausel nach Art. 42 Abs. 7 EUV greife
erst bei vollständiger Mitgliedschaft. -
Islamic Relief / Auswärtiges Amt (Drs. 21/7525): Die Anfrage
bezieht sich auf eine Rüge des Bundesrechnungshofs gegenüber dem Auswärtigen Amt
im Zusammenhang mit der Förderorganisation Islamic Relief. -
Sportveranstaltungskosten (Drs. 21/7529): Die Bundesregierung
verweigert laut der vorliegenden Antwort jede Auskunft zu Kosten von
Sportveranstaltungen und schätzt den Bearbeitungsaufwand auf über 35.000
Arbeitsstunden. Anlass war der Wimbledon-Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz
am 12. Juli 2026. -
§ 188 StGB / Meinungsfreiheit (Drs. 21/7528): Die Bundesregierung
prüft nach UN-Kritik eine Reform des Paragrafen zur Beleidigung von Politikern;
Zahlen zu laufenden Ermittlungsverfahren seit 2024 liegen ihr nach eigenen Angaben
nicht vor. -
Rentenreform / Nettoersatzquote 70 % (Drs. 21/7524): 54 Fragen
zur geplanten Anhebung der Nettoersatzquote auf 70 Prozent. -
Demokratie leben! in Thüringen (Drs. 21/7534 und 21/7536): Zwei
Anfragen zur Mittelkontrolle und zu Auflagen des Bundesprogramms in Thüringen mit
insgesamt 27 Einzelfragen. -
Weitere Anfragen betreffen das Berliner Register und dessen
Bundesförderung (Drs. 21/7571), die europaweite Umrüstung auf die Digitale
Automatische Kupplung mit geschätzten Kosten von 6,4 Mrd. Euro (Drs. 21/7537),
den Agentic AI Hub in der Bundesverwaltung (Drs. 21/7535) sowie Arbeitssicherheit
in der Stromerzeugung (Drs. 21/7531).
Die Linke
Die Linke konzentrierte sich auf drei Themen: einen mutmaßlichen Anschlag auf den
Berliner CSD, ein geplantes Vergesellschaftungsverbot und internationale
Lieferkettenpolitik.
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CSD-Anschlag Berlin 2026 (Drs. 21/7527): 33 Fragen zu einem
Vorfall mit einem Todesopfer, bei dem die Fraktion mögliches Behördenversagen
untersucht wissen will. -
Vergesellschaftungsverbot (Drs. 21/7572): Die Anfrage richtet
sich auf Lobbyeinfluss bei der Bundesregierung im Zusammenhang mit einem geplanten
gesetzlichen Verbot von Vergesellschaftungen. -
UN-Lieferkettenabkommen (Drs. 21/7533): 21 Fragen zur Haltung
der Bundesregierung gegenüber einem internationalen Abkommen; Hintergrund sind
laut Drucksache 270 Todesfälle in globalen Lieferketten.
Ausblick
Parlamentarisch relevant bleiben vor allem die noch unbeantworteten Kleinen Anfragen,
deren Fristen in den kommenden Wochen ablaufen. Besonderes Gewicht dürften die
Antworten zu den Themen Islamismusprävention, dem CSD-Anschlag sowie dem
Vergesellschaftungsverbot erhalten. Auch die Rentendebatte um die 70-Prozent-
Nettoersatzquote und die Kosten der DAK-Umrüstung im Schienengüterverkehr werden
die parlamentarische Agenda weiter beschäftigen.
- Kriminalitätsentwicklung 2000–2025: 16 Deliktsbereiche angefragt
Drs. 21/7532 · Vorgang VO338170 - Islamismusprävention: 13 Fragen zur Förderung nach Anschlag
Drs. 21/7526 · Vorgang VO338161 - Ukraine-EU-Beitritt: Bundesregierung beantwortet 16 Fragen
Drs. 21/7530 · Vorgang VO337730 - Islamic Relief: Rechnungshof rügt Auswärtiges Amt
Drs. 21/7525 · Vorgang VO338160 - Sportveranstaltungen: Bundesregierung verweigert Auskunft
Drs. 21/7529 · Vorgang VO337735 - Meinungsfreiheit: Regierung prüft § 188 StGB nach UN-Kritik
Drs. 21/7528 · Vorgang VO337599 - Nettoersatzquote 70 %: 54 Fragen zur Rentenreform
Drs. 21/7524 · Vorgang VO338158 - CSD-Anschlag Berlin 2026: 33 Fragen zu Behördenversagen
Drs. 21/7527 · Vorgang VO338162 - Berliner Register: Bundesförderung im Fokus
Drs. 21/7571 · Vorgang VO338263 - Vergesellschaftungsverbot: Lobbyeinfluss auf Bundesregierung
Drs. 21/7572 · Vorgang VO338266 - Digitale Automatische Kupplung: 6,4 Mrd. Euro Umrüstung
Drs. 21/7537 · Vorgang VO338175 - KI in der Bundesverwaltung: 30 Fragen zum Agentic AI Hub
Drs. 21/7535 · Vorgang VO338173 - Demokratie leben!: AfD fragt nach Auflagen in Thüringen
Drs. 21/7536 · Vorgang VO338174 - Demokratie leben!: 18 Fragen zur Mittelkontrolle in Thüringen
Drs. 21/7534 · Vorgang VO338172 - Arbeitssicherheit Stromerzeugung: 13 Fragen an die Bundesregierung
Drs. 21/7531 · Vorgang VO338169 - UN-Lieferkettenabkommen: 21 Fragen zur Haltung Deutschlands
Drs. 21/7533 · Vorgang VO338171
































































