- Geburtenziffer sinkt 2025 auf Tiefstand von 1,32 Kindern je Frau
- 654.241 Lebendgeburten 2025 — rund 141.000 weniger als 2021
- Geburtenziffer ausländischer Mütter 2025: 1.778 je 1.000 Frauen
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7695 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Deutschland verzeichnet seit mehreren Jahren einen demografischen Rückgang, der sich in sinkenden Geburtenzahlen niederschlägt. Nach einem kurzfristigen Anstieg der Lebendgeburten auf 795.492 im Jahr 2021 ist die Zahl seither kontinuierlich gefallen. Die Drucksache 21/7695 vom 21. August 2026 enthält die Antwort des Bundesministeriums für Gesundheit auf die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/7498 der AfD-Fraktion und aktualisiert frühere Parlamentsabfragen zu diesem Thema.
- 654.241 — Lebendgeburten in Deutschland im Jahr 2025 (Quelle: Statistisches Bundesamt, Anlage 1 zu BT-Drs. 21/7695)
- 1,32 — zusammengefasste Geburtenziffer (Kinder je Frau) bundesweit im Jahr 2025; 2016 lag sie noch bei 1,60
- 1.197 vs. 1.778 — Geburtenziffer je 1.000 Frauen 2025: Mütter mit deutscher Staatsangehörigkeit vs. Mütter ohne deutsche Staatsangehörigkeit
- 2.857 — Totgeburten bundesweit im Jahr 2025; Höchstwert im Zeitraum war 3.420 im Jahr 2021
- 31,86 Jahre — Durchschnittsalter der Mütter bei der Lebendgeburt im Jahr 2025 (2016: 31,00 Jahre)
Im Detail
Die vorliegenden Daten erlauben einen hinreichenden Überblick über Schwangerschaften und Geburten.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7695, S. 3
Deutschland erlebt einen anhaltenden Geburtenrückgang: 2025 kamen bundesweit 654.241 Kinder lebend zur Welt — das sind rund 141.000 weniger als im Jahr 2021, als mit 795.492 der höchste Wert im aktuellen Betrachtungszeitraum verzeichnet wurde. Das Bundesministerium für Gesundheit hat am 20. August 2026 auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/7498) mit umfangreichen Statistiken des Statistischen Bundesamts geantwortet. Die Antwort liegt als BT-Drs. 21/7695 vor.
Geburtenziffer auf neuem Tiefstand
Die zusammengefasste Geburtenziffer — ein Maß dafür, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens im Durchschnitt bekäme — lag 2025 bundesweit bei 1,32 Kindern je Frau. Im Jahr 2016 hatte der Wert noch 1,60 betragen; 2021 stieg er vorübergehend auf 1,61, bevor er seither kontinuierlich sank. Alle 16 Bundesländer verzeichnen im Zehnjahreszeitraum rückläufige Werte. Am stärksten fiel die Geburtenziffer in den ostdeutschen Bundesländern: Sachsen sank von 1,67 (2016) auf 1,16 (2025), Thüringen von 1,63 auf 1,20 und Berlin von 1,57 auf 1,19.
Zum Vergleich: Das sogenannte Bestandserhaltungsniveau, bei dem eine Bevölkerung ohne Zuwanderung stabil bleibt, liegt bei etwa 2,1 Kindern je Frau. Deutschland liegt damit weit darunter.
Unterschiede nach Staatsangehörigkeit der Mutter
Die Daten zeigen deutliche Unterschiede je nach Staatsangehörigkeit. 2025 kamen auf 1.000 Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit 1.197 Kinder, auf 1.000 Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit hingegen 1.778 Kinder. Dieser Abstand bestand über den gesamten Zeitraum seit 2016, hat sich jedoch zuletzt verringert: 2016 lag die Geburtenziffer ausländischer Mütter noch bei 2.383 je 1.000 Frauen.
Bei den Geburten ohne deutsche Staatsangehörigkeit zeigt sich seit 2022 ein deutlicher Rückgang auch der EU-Mütter: Deren Zahl sank von 37.531 Geburten im Jahr 2019 auf 17.486 im Jahr 2025. Geburten von Müttern mit afrikanischer Staatsangehörigkeit bewegten sich im gleichen Zeitraum zwischen 9.609 (2016) und 13.640 (2019) und lagen 2025 bei 10.980.
Totgeburten und Fehlgeburten
Die Zahl der Totgeburten in Deutschland lag 2025 bei 2.857. Den Höchstwert im Betrachtungszeitraum markierte das Jahr 2021 mit 3.420 Totgeburten. Zur Verteilung nach Staatsangehörigkeit: 2025 entfielen 1.911 Totgeburten auf Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit und 946 auf Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.
Zur vollständigen Anzahl der Fehlgeburten teilt das Bundesministerium für Gesundheit mit, dass diese nicht bekannt ist. Ein Großteil der Fehlgeburten werde ambulant behandelt, und ambulante Abrechnungsdaten stünden dem Bund nicht zur Verfügung. Aus der Krankenhausdiagnosestatistik liegen stationäre Behandlungsfälle mit den ICD-10-Codes O00 bis O08 sowie P07 für die Jahre 2016 bis 2024 vor. Der Spontanabort (O03) war dabei die häufigste stationäre Diagnose mit 9.877 Fällen im Jahr 2016 und 6.293 im Jahr 2024.
Was gilt aktuell?
Es gibt keine gesetzliche Meldepflicht für Fehlgeburten in Deutschland, weshalb bundesweite Vollerhebungen fehlen. Totgeburten ab einem Geburtsgewicht von 500 Gramm oder nach der 24. Schwangerschaftswoche (Regelung seit November 2018) sind dagegen statistisch erfasst. Für das Jahr 2025 wendet das Statistische Bundesamt erstmals die sogenannte Cell-Key-Methode an, die geringe Veränderungen der Fallzahlen zum Datenschutz einführt.
Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Lebendgeburt stieg bundesweit kontinuierlich von 31,00 Jahren im Jahr 2016 auf 31,86 Jahre im Jahr 2025. Mütter mit deutscher Staatsangehörigkeit waren mit 32,30 Jahren im Schnitt etwa anderthalb Jahre älter als Mütter ohne deutsche Staatsangehörigkeit (30,78 Jahre). Weitere Informationen zur demografischen Entwicklung in Deutschland, die politische Planungsgrundlagen für Rente und Sozialsysteme berührt, finden sich auch im Beitrag zur Rentenpolitik der Bundesregierung.
Weiterlesen:
- Schwarz-rote Rentenvorhaben sind lebensfern und ungerecht
- Meinungsumfragen Bundesregierung: 38 Aufträge in 6 Monaten
Familien, werdende Eltern sowie alle Beitragszahler in den Sozialsystemen sind mittelbar von der demografischen Entwicklung betroffen. Konkret beziehen sich die Daten auf alle Geburten in Deutschland und betreffen Mütter mit deutscher wie ausländischer Staatsangehörigkeit sowie Einrichtungen des stationären Gesundheitssystems.
Zu Fehlgeburten und ambulanten Schwangerschaftsdaten verweist die Bundesregierung auf strukturelle Datenlücken und frühere Antworten; eine tiefergehende Aufschlüsselung nach bestimmten Staatsangehörigkeitsgruppen (z. B. Drittstaatler, muslimisch geprägte Länder) liefert sie nicht, da entsprechende Daten nicht vorliegen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Geburtenstatistik 2016–2025: Anfrage zu Fehl- und Totgeburten →
- Zusammengefasste Geburtenziffer (TFR)
- Gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich bekäme, wenn die aktuellen altersspezifischen Geburtenraten konstant blieben. Berechnet für Frauen zwischen 15 und 49 Jahren.
- ICD-10-Code
- Internationale Klassifikation der Krankheiten; dient der einheitlichen Verschlüsselung von Diagnosen in Krankenhäusern und Arztpraxen.
- DRG-Statistik
- Krankenhausstatistik auf Basis der diagnosebezogenen Fallgruppen (Diagnosis Related Groups); erfasst vollstationäre Behandlungsfälle in Krankenhäusern, die nach diesem System abrechnen.
Wie hat sich die Geburtenziffer in Deutschland entwickelt?
Die zusammengefasste Geburtenziffer lag 2016 bei 1,60 Kindern je Frau und sank bis 2025 auf 1,32. Den jüngsten Hochpunkt markierte 2021 mit 1,61.
Wie viele Geburten gab es 2025 in Deutschland?
Laut Statistischem Bundesamt wurden 2025 bundesweit 654.241 Kinder lebend geboren.
Unterscheiden sich die Geburtenziffern nach Staatsangehörigkeit?
Ja. 2025 lag die Geburtenziffer für Mütter ohne deutsche Staatsangehörigkeit bei 1.778 je 1.000 Frauen, für Mütter mit deutscher Staatsangehörigkeit bei 1.197 je 1.000 Frauen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7695 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































