- Über 17 Mio. Euro ausgegeben, kein Fertigstellungstermin bekannt
- Beide beauftragten Unternehmen sind insolvent
- Gesamtbudget laut Haushaltsentwurf bei rund 28,7 Mio. Euro
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7706 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Bundestagsbeschluss zum Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals datiert aus dem Jahr 2007. Baubeginn war im Mai 2020. Seitdem sind nach Angaben der Kleinen Anfrage mehr als 17 Millionen Euro geflossen, ohne dass ein Fertigstellungstermin feststeht. Das beauftragte Stahlbauunternehmen hat Insolvenz angemeldet; die fertiggestellte 150 Tonnen schwere Stahlwippe ist Gegenstand einer Eigentumsstreitigkeit zwischen Bundeskanzleramt und Insolvenzverwalter. Auch die Kreativagentur Milla und Partner, die die Bauausführung begleitete, ist insolvent und wird unter dem Dach eines anderen Unternehmens weitergeführt. Bereits in früheren Wahlperioden wurden in den Bundestagsdrucksachen 19/5531 und 19/19918 geologische, ökologische und denkmalrechtliche Bedenken formuliert.
- über 17 Mio. Euro — Bereits aufgewendete Mittel seit Baubeginn im Mai 2020 laut Vorbemerkung der Anfrage.
- rund 28,7 Mio. Euro — Im Haushaltsentwurf veranschlagte Gesamtausgaben für das FED.
- 150 Tonnen — Gewicht der bereits fertiggestellten Stahlwippe, deren Eigentumsansprüche rechtlich strittig sind.
- 8 Mio. Euro — Betrag, für den der ehemalige Denkmalsockel laut Expertenaussagen zuvor saniert wurde, bevor Fundamentarbeiten begannen.
- 20 Jahre — Zeitraum seit dem Bundestagsbeschluss zum Bau im Jahr 2007 bis zum Jahr 2027, in dem sich der Beschluss zum 20. Mal jährt.
Im Detail
„in konkreter und konstruktiver Abstimmung mit dem Bauministerium und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung über mögliche Lösungen und zeitliche Rahmenbedingungen“
— Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer, zitiert in der Vorbemerkung BT-Drs. 21/7706
Das Berliner Freiheits- und Einheitsdenkmal, im Volksmund Einheitswippe genannt, verschlingt seit Jahren Steuermittel — ohne dass ein Ende des Projekts absehbar ist. Laut BT-Drs. 21/7706 vom 24. August 2026 sind seit Baubeginn im Mai 2020 mehr als 17 Millionen Euro aufgewendet worden. Im Entwurf für den Bundeshaushalt sind Gesamtausgaben von rund 28,7 Millionen Euro veranschlagt. Gleichzeitig steht kein konkreter Fertigstellungstermin fest.
Zwei Insolvenzen stoppen die Einheitswippe
Das Projekt steckt in einer doppelten Insolvenz-Krise: Sowohl das für den Stahlbau beauftragte Unternehmen als auch die Kreativagentur Milla und Partner, die die Bauausführung verantwortete, haben Insolvenz angemeldet. Die 150 Tonnen schwere Stahlwippe ist zwar fertiggestellt, befindet sich aber mitten in einem Eigentumsrechtsstreit zwischen dem Bundeskanzleramt und dem Insolvenzverwalter des Stahlbauunternehmens. Milla und Partner firmiert nach eigenen Angaben inzwischen unter einem neuen Dach. Wann und wie die Bauarbeiten fortgesetzt werden können, ist damit offen.
Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer äußerte sich auf eine BILD-Anfrage lediglich dahingehend, er befinde sich „in konkreter und konstruktiver Abstimmung mit dem Bauministerium und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung über mögliche Lösungen und zeitliche Rahmenbedingungen“ — ohne konkrete Daten zu nennen.
Was gilt aktuell?
Der Bundestagsbeschluss zum Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals stammt aus dem Jahr 2007. Das Denkmal soll auf dem ehemaligen Sockel des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals gegenüber dem Berliner Schloss entstehen und an die friedliche Revolution von 1989 erinnern. Baubeginn war im Mai 2020. Seitdem häufen sich Verzögerungen: Geologische, ökologische und denkmalrechtliche Bedenken wurden bereits vor Baubeginn in den Bundestagsdrucksachen 19/5531 und 19/19918 dokumentiert und bestehen fort. Im kommenden Jahr 2027 jährt sich der ursprüngliche Bundestagsbeschluss zum 20. Mal — ohne dass eine Fertigstellung in Sicht ist.
Einheitswippe: Fragen zu Kosten, Schäden und Artenschutz
Die AfD-Fraktion stellt in ihrer Kleinen Anfrage insgesamt 12 Fragen an die Bundesregierung. Neben dem Baufortschritt und dem Liefertermin für die Stahlwippe interessieren sich die Fragesteller unter anderem für mögliche baubedingte Schäden: Durch die Fundamentlegung, insbesondere durch Betonpfeiler, soll die historische Bausubstanz des ehemaligen Denkmalsockels beeinträchtigt worden sein. Der Sockel war laut Angaben in der Anfrage zuvor für rund 8 Millionen Euro saniert worden. Die Fraktion fragt, ob diese Schäden reversibel sind.
Daneben thematisiert die Anfrage den Artenschutz: Im Denkmalsockel hatten Fledermäuse genistet; die Bundesregierung soll erklären, wo sich die Tiere aktuell befinden, wie lang der Sockel für sie gesperrt bleibt und ob die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung für das FED angesichts der Bauverzögerungen noch aktuell ist. Schließlich fragt die AfD nach alternativen Planungen für den Fall, dass das Projekt vollständig scheitern sollte.
Die Bundesregierung hat die Anfrage bislang nicht beantwortet. Das Thema der kostspieligen und verzögerten öffentlichen Bauvorhaben berührt breitere Debatten über die Haushaltsdisziplin des Bundes — wie auch der Beitrag Keine Steuermillionen für überflüssige Funkmasten zeigt. Aktuelle Informationen zu weiteren parlamentarischen Vorgängen bietet der Überblick Bundestag 28.08.2026: Die wichtigsten Drucksachen.
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Unmittelbar betroffen sind Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, da das Projekt öffentliche Mittel in Höhe von mehr als 17 Millionen Euro verbraucht hat und laut Haushaltsentwurf Gesamtkosten von rund 28,7 Millionen Euro eingeplant sind. Darüber hinaus thematisiert die Anfrage die Situation von Fledermäusen, die zuvor im Denkmalsockel Quartier bezogen hatten und durch die Bauarbeiten verdrängt wurden.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/7706) ist am 24. August 2026 beim Deutschen Bundestag eingegangen. Die Bundesregierung hat die Fragen noch nicht beantwortet. Gemäß § 104 GO-BT ist nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt eine Antwort innerhalb von 14 Tagen vorgesehen.
- Freiheits- und Einheitsdenkmal (FED)
- Nationales Denkmal in Berlin, das an die friedliche Revolution von 1989 erinnern soll. Umgangssprachlich als 'Einheitswippe' bekannt, weil die geplante Konstruktion einer begehbaren, kippbaren Schale ähnelt.
- Artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung
- Behördliche Erlaubnis, die es ermöglicht, trotz möglicher Beeinträchtigung geschützter Tierarten Bauvorhaben durchzuführen — unter Auflagen wie Ersatzquartieren für betroffene Tiere.
- Insolvenzverwalter
- Vom Gericht eingesetzte Person, die das Vermögen eines zahlungsunfähigen Unternehmens verwaltet und Ansprüche der Gläubiger prüft.
Was ist die Einheitswippe?
Das Freiheits- und Einheitsdenkmal (FED) ist ein geplantes Nationaldenkmal in Berlin. Es soll auf dem ehemaligen Denkmalsockel gegenüber dem Berliner Schloss errichtet werden und an die friedliche Revolution von 1989 erinnern.
Warum verzögert sich der Bau so lange?
Laut Drucksache sind sowohl das beauftragte Stahlbauunternehmen als auch die Kreativagentur Milla und Partner insolvent. Hinzu kommen Eigentumsstreitigkeiten um die fertiggestellte Stahlwippe sowie geologische, ökologische und denkmalrechtliche Bedenken.
Wie viel Geld ist bisher geflossen?
Laut der Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/7706) sind bereits mehr als 17 Millionen Euro aufgewendet worden. Im Haushaltsentwurf sind Gesamtausgaben von rund 28,7 Millionen Euro veranschlagt.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7706 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































