Wartet auf Antwort
AfD hinterfragt Vergabe von Kindertherapieplätzen an Migranten
Hintergrund
Autismusdiagnosen sind bundesweit gestiegen und führen zu längeren Wartelisten für Therapieplätze. Gleichzeitig haben sich die Kosten für Heilmittelverordnungen innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. In Berlin liegt der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in vielen Bezirken bei über 50 Prozent, in Therapiepraxen nach AfD-Angaben noch höher.
Die AfD-Fraktion im Bundestag hat am 8. April 2026 eine Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/5238) zur Transparenz bei der Vergabe von Kindertherapieplätzen eingereicht. Dr. Götz Frömming stellt zehn Fragen zur Diagnose und Behandlung von Autismus und Sprachstörungen bei Kindern.
Kritik an steigenden Diagnosen und Kosten
Bundesweit sind die Autismusdiagnosen gestiegen, verweist die AfD. Dies führt zu längeren Wartelisten. Gleichzeitig sind die Ausgaben für Logopädie- und Sprachtherapien stark gestiegen. Bemerkenswert ist dabei: Bei allen Heilmittelverordnungen haben sich die Kosten pro Verordnung innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Die Situation in Berlin sieht die Fraktion besonders kritisch. Dort liegt der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in vielen Bezirken bei über 50 Prozent, während dieser Anteil in logopädischen und Autismustherapie-Einrichtungen nach Einschätzung der AfD noch deutlich höher liegt.
Die AfD befürchtet, dass Kinder, die eigentlich nur Deutschförderung bräuchten, fälschlicherweise teure Therapieplätze bekommen – während andere Kinder länger warten müssen.
Vorwurf der Fehlversorgung
Kinder werden häufig auf logopädische oder therapeutische Plätze verwiesen, kritisiert die AfD. Diese benötigen nach ihrer Auffassung primär gezielte Deutschförderung über steuerfinanzierte Programme. Hintergrund ist das Projekt „Mehrsprachige Kinder – Sprachentwicklungsstörung“ der Hochschule Bremen, auf das sich die Fraktion bezieht.
Das Projekt zeigt nach Angaben der AfD, dass nicht ausreichend zwischen Sprachförderbedarf und tatsächlichem Therapiebedarf unterschieden wird. Sprachförderbedarf entsteht durch mangelnde Deutschkenntnisse. Sprachauffälligkeiten bei mehrsprachigen Kindern sind nicht automatisch Sprachentwicklungsstörungen, argumentiert die AfD.
Zehn Fragen an die Bundesregierung
Die Fraktion fordert Antworten zu verschiedenen Bereichen: Von den Auswirkungen steigender Autismusdiagnosen über einheitliche Diagnostikstandards bis hin zu Kontrollmechanismen bei der Abrechnung. Besonders interessiert zeigt sie sich für spezialisierte NGOs. Diese vermitteln Familien mit Migrationshintergrund an Therapie-Träger.
Die Bundesregierung muss die Anfrage in den kommenden Wochen beantworten. Eine konkrete Frist nennt die Drucksache nicht.
Betroffen sind Familien mit Kindern, die auf Therapieplätze warten, sowie Kinder mit Migrationshintergrund und deren Eltern. Auch Therapeuten, Krankenkassen und Jugendämter sind von den Vergabekriterien betroffen.
Die Bundesregierung muss die zehn Fragen der AfD-Fraktion beantworten. Eine Antwortfrist ist nicht explizit genannt, üblich sind mehrere Wochen. Die Antwort wird als separate Drucksache veröffentlicht.
- Autismus-Diagnostik
- Standardisierte Verfahren wie ADOS und ADI-R zur Diagnose von Autismus-Spektrum-Störungen bei Kindern und Jugendlichen.
- Sprachentwicklungsstörung
- Störung der normalen Sprachentwicklung, die sich von mangelnden Deutschkenntnissen bei mehrsprachigen Kindern unterscheidet.
- Heilmittelverordnung
- Ärztliche Verordnung für Therapien wie Logopädie, Ergotherapie oder Physiotherapie, die von Krankenkassen finanziert werden.























































