Von Bundesregierung beantwor…
Über 740.000 Reiseausweise für Flüchtlinge ausgestellt
Hintergrund
Reiseausweise für Flüchtlinge sind internationale Reisedokumente nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Sie werden Menschen ausgestellt, die als Flüchtlinge anerkannt sind, aber keinen Pass ihres Herkunftslandes besitzen oder erhalten können. Die AfD hatte bereits früher nach diesen Zahlen gefragt und wollte nun aktuelle Daten bis März 2026.
Die Bundesregierung hat am 7. Mai 2026 detaillierte Zahlen zu Reiseausweisen für Flüchtlinge in Deutschland vorgelegt. Die Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (Drucksache 21/5847) zeigt: Seit 2011 sind insgesamt 740.594 solcher Reisedokumente ausgestellt worden.
Zum Stichtag 31. März 2026 sind noch 591.154 Reiseausweise gültig gewesen. Dies ist bemerkenswert, da es die anhaltend hohe Zahl anerkannter Flüchtlinge ohne Heimatpässe verdeutlicht. Die meisten Inhaber stammten aus Syrien (289.749). Afghanistan folgt mit 112.913, der Irak mit 92.020 Dokumenten. Diese drei Länder machten zusammen über 66 Prozent aller ausgestellten Dokumente aus.
Anstieg seit 2015
Die Zahlen zeigen einen markanten Anstieg der Ausstellungen seit 2015. Bis 2014 sind nur wenige hundert Dokumente pro Jahr ausgestellt worden. Hintergrund ist die verstärkte Flüchtlingsaufnahme ab Mitte des Jahrzehnts. Die Zahl hat 2025 mit 250.267 neuen Reiseausweisen ihren Höchststand erreicht. In den ersten drei Monaten 2026 sind weitere 38.443 Dokumente ausgestellt worden.
Regional verteilen sich die Reiseausweise unterschiedlich: Nordrhein-Westfalen führt mit 213.132 ausgestellten Dokumenten. Niedersachsen folgt mit 81.115, Hessen mit 79.055. Bayern liegt mit 74.023 Dokumenten auf Platz vier.
Reiseausweise für Flüchtlinge sind spezielle Dokumente für Menschen, die als Flüchtlinge anerkannt sind, aber keinen Pass aus ihrem Heimatland haben.
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass im Ausländerzentralregister nur ein Reiseausweis pro Person gespeichert wird. Die tatsächliche Zahl der ausgestellten Dokumente kann daher höher liegen, wenn Menschen mehrere Ausweise erhalten haben. Dies kommt beispielsweise bei Verlust oder Ablauf vor. Die Daten für 2026 sind aufgrund noch nicht erfolgter Nacherfassungen nur eingeschränkt belastbar.
Die Gültigkeitsdauer der aktuell im Umlauf befindlichen Ausweise variiert stark. Die meisten (227.905) sind bis 2028 gültig. 188.370 laufen bis 2027, 118.398 bereits in diesem Jahr aus. Diese Entwicklung spiegelt auch die aktuelle Debatte um Flüchtlingsaufnahme wider.
Die AfD-Abgeordneten Stephan Brandner und Martin Hess haben die Anfrage gestellt, um bereits vorliegende Informationen aus einer früheren Anfrage (21/1401) zu aktualisieren. Die Zahlen liefern einen Einblick in die Dimension der Flüchtlingsaufnahme in Deutschland.
Betroffen sind anerkannte Flüchtlinge ohne gültige Reisedokumente ihres Herkunftslandes. Die meisten Inhaber stammen aus Syrien (289.749), Afghanistan (112.913) und dem Irak (92.020). Regional sind Nordrhein-Westfalen (213.132), Niedersachsen (81.115) und Hessen (79.055) am stärksten betroffen.
Die Anfrage ist mit dieser Antwort der Bundesregierung vom 7. Mai 2026 abgeschlossen. Die Daten werden regelmäßig im Ausländerzentralregister aktualisiert. Weitere parlamentarische Anfragen zu diesem Thema sind jederzeit möglich.
- Reiseausweis für Flüchtlinge
- Internationales Reisedokument nach der Genfer Flüchtlingskonvention für anerkannte Flüchtlinge ohne gültigen Pass des Herkunftslandes.
- Ausländerzentralregister (AZR)
- Zentrale Datenbank des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, in der Daten aller Ausländer in Deutschland gespeichert werden.























































