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Gasspeicher: Regierung sieht Versorgung trotz niedriger Füllstände gesichert
Hintergrund
Nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine reduzierte Deutschland seine Gasabhängigkeit von Russland drastisch. In der Heizsaison 2025/2026 erreichten die Gasspeicher jedoch kritische Tiefstände von nur 20 Prozent im Februar. Gleichzeitig planen Speicherbetreiber Stilllegungen von Kapazitäten, was die Grünen zu ihrer Anfrage veranlasste.
Die deutsche Gasversorgung stand in der Heizsaison 2025/2026 vor Herausforderungen. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen (BT-Drs. 21/5802 vom 6. Mai 2026) hervorgeht, sind die Gasspeicherfüllstände auf 20 Prozent im Februar gesunken. Dies stellt den niedrigsten Stand seit Jahren dar.
Mehrere Speicher unterschritten Vorgaben
Mehrere deutsche Gasspeicher haben die gesetzlichen Füllstandsvorgaben nicht eingehalten. Bereits zum 1. November 2025 sind die Speicher Rehden, Wolfersberg, Inzenham-West und Breitbrunn geringer gefüllt gewesen als vorgeschrieben. Die Situation verschärfte sich weiter. Bis zum 1. Februar 2026 kamen weitere hinzu, darunter Frankenthal, Katharina und mehrere EWE-Speicher.
Die Bundesregierung sieht die Versorgung dennoch als gesichert an. „Da die Versorgung jederzeit sichergestellt war, waren Maßnahmen gemäß § 35c EnWG nicht erforderlich“, heißt es in der Antwort. Hintergrund ist, dass die Bundesregierung bei der Beurteilung der Versorgungslage nicht nur einzelne Speicher betrachtet, sondern die Gesamtsituation einschließlich Import- und Verbrauchssituation.
LNG-Terminals mit schwankender Auslastung
Die deutschen LNG-Terminals haben 2025 unterschiedliche Auslastungen gezeigt. Das Terminal Wilhelmshaven 01 hat zwischen 22,7 Prozent (Februar) und 86 Prozent (Juli) erreicht. Im Mai nahm das zweite Terminal in Wilhelmshaven den Betrieb auf. Über alle deutschen LNG-Terminals sind etwa 10 Prozent der deutschen Gasimporte abgewickelt worden.
Die Importquellen verteilten sich auf verschiedene Länder. Dies ist bemerkenswert, da die staatlichen Energiehändler SEFE und Uniper 2025 Gas aus diversen Quellen bezogen haben. SEFE hat das größte Volumen aus den USA (192,12 TBtu) und Russland (181,37 TBtu) importiert. Kamerun folgt mit 71,63 TBtu. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bleibt ein Thema der deutschen Energiepolitik.
Speicher-Stilllegungen geplant
Weitere Entwicklungen stehen bevor. Speicherbetreiber planen die Stilllegung von Kapazitäten. RWE Gas Storage West hat im Februar 2026 die Genehmigung zur Stilllegung zweier Kavernen in Gronau-Epe beantragt – zur Umstellung auf Wasserstoff. Die Füllstandsvorgaben für deutsche Gasspeicher sind bis zum 31. März 2027 befristet. Eine Nachfolgeregelung befindet sich in Arbeit.
Betroffen sind alle Gasverbraucher in Deutschland – von Haushalten über Gewerbe bis zur Industrie. Besonders relevant für Regionen mit Gasspeichern und für die deutsche LNG-Terminal-Infrastruktur an der Küste.
Die Füllstandsvorgaben für Gasspeicher sind bis 31. März 2027 befristet. Die Bundesregierung arbeitet an einer Nachfolgeregelung und prüft die Einführung einer staatlichen Gasreserve. Laufende Stilllegungsverfahren werden von der Bundesnetzagentur bearbeitet.
- LNG-Terminal
- Anlage zur Anlandung von Flüssigerdgas, das per Schiff transportiert wird und vor Ort wieder in gasförmigen Zustand gebracht wird.
- Füllstandsvorgaben
- Gesetzlich vorgeschriebene Mindestmengen an Gas, die in deutschen Speichern vorgehalten werden müssen.
- Sommer-Winter-Spread
- Preisunterschied zwischen Gas im Sommer (günstig) und Winter (teurer), der die Einspeicherung wirtschaftlich macht.























































