- 63.649 Beschäftigte in der Bundesfinanzverwaltung (Stand 2025)
- Über 10 Mrd. Euro Jahreshaushalt — Einsparreserven unklar
- 20 Fragen zu Büroleerstand, Homeoffice und Beraterhonoraren
Hintergrund
Der Bundesrechnungshof hat in seinem Ergänzungsband 2022 eine unzureichende Anpassung des Bundes an flexible Arbeitsformen kritisiert und eine Reduzierung der Bundesbüroflächen um bis zu 20 Prozent gefordert. Eine Ifo-Umfrage vom Mai 2025 ergab, dass 26,3 Prozent der deutschen Unternehmen ihre Büroflächen infolge von Homeoffice für unterausgelastet halten. Die Beschäftigtenzahl der Bundesfinanzverwaltung von 63.649 Stellen ist bereits Gegenstand der früheren BT-Drs. 21/4007 gewesen.
- 63.649 Beschäftigte — Mitarbeiterzahl der Bundesfinanzverwaltung zum 1. Januar 2025 laut BT-Drs. 21/4007.
- Über 10 Mrd. Euro — Jahreshaushalt der Bundesfinanzverwaltung nach Bundeshaushaltsplan 2025 (Einzelplan 08).
- 20–30 Prozent — Einsparungspotenzial durch Raumnutzungsoptimierung und Digitalisierung laut Studien (McKinsey Global Institute), auf die die Fragesteller verweisen.
- 26,3 Prozent — Anteil der deutschen Unternehmen, die laut Ifo-Umfrage Mai 2025 ihre Büroflächen wegen Homeoffice für unterausgelastet halten.
- Bis zu 20 Prozent — Flächenreduzierung, die der Bundesrechnungshof aufgrund flexibler Arbeitsformen einfordert.
Im Detail
„Die Bundesfinanzverwaltung beschäftigt 63.649 Mitarbeiter (Stand 1. Januar 2025), von denen viele in Büroimmobilien arbeiten, während Digitalisierungspotenziale noch nicht voll ausgeschöpft sind.“
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/8723, AfD-Fraktion
Die Bundesfinanzverwaltung ist mit über 63.000 Beschäftigten und einem Jahreshaushalt von mehr als 10 Mrd. Euro eines der größten Verwaltungsgefüge des Bundes. Ob die eingesetzten Mittel effizient verwendet werden, bleibt bislang öffentlich kaum dokumentiert — die AfD-Fraktion stellt mit BT-Drs. 21/8723 vom 20. Oktober 2026 nun 20 detaillierte Fragen zu Kosteneinsparungspotenzialen in der Bundesfinanzverwaltung.
Bundesfinanzverwaltung: Struktur und Haushalt
Zum Verbund der Bundesfinanzverwaltung zählen das Bundesministerium der Finanzen (BMF), das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), die Zollverwaltung mit ihren Hauptzollämtern und dem Zollkriminalamt (ZKA), die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA), das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) sowie die KfW Bankengruppe. Auf diese Behörden entfällt laut Bundeshaushaltsplan 2025 (Einzelplan 08) ein Gesamtbudget von über 10 Mrd. Euro jährlich. Mit 63.649 Beschäftigten zum 1. Januar 2025 — dokumentiert in der früheren BT-Drs. 21/4007 — stellt die Bundesfinanzverwaltung einen der größten Personalhaushalte der gesamten Bundesregierung dar.
Kosteneinsparungspotenziale: Büroflächen und Homeoffice
Im Mittelpunkt der Anfrage steht die Frage, wie stark Büroflächen tatsächlich ausgelastet sind. Laut Bundesrechnungshof liegt die Auslastung von Präsenzarbeitsplätzen im Bund häufig unter 70 Prozent; der Rechnungshof fordert eine Flächenreduzierung um bis zu 20 Prozent. Die Fragesteller verweisen zudem auf eine Ifo-Umfrage vom Mai 2025, der zufolge 26,3 Prozent der deutschen Unternehmen ihre Büroflächen infolge von Homeoffice für unterausgelastet halten — 10,3 Prozent haben bereits verkleinert, 12,5 Prozent planen dies innerhalb von fünf Jahren. Für die öffentliche Verwaltung stehen solche Daten bislang nicht systematisch zur Verfügung. Die Anfrage will dies für jede Behörde getrennt aufschlüsseln: nach Standort, Quadratmetern, Leerstandsquote und Mietkosten für die Jahre 2022 bis 2025. Vergleichbare Fragen zu IT-Ausgaben in Bundesbehörden zeigen, wie schwer solche Kosten intern zu kontrollieren sind.
IT, KI und externe Beratung im Fokus
Neben Büroflächen und Homeoffice-Kosten richtet sich die Anfrage auf drei weitere Kostenbereiche: Erstens die IT-Ausgaben pro Mitarbeiter (Hardware und Software, 2022 bis 2025), zweitens den Einsatz von KI-Tools und Robotic Process Automation (RPA) sowie die dadurch erzielten Einsparungen in Euro oder Vollzeitäquivalenten. Drittens fragt die AfD nach den Gesamthonoraren für externe Beratungsunternehmen wie McKinsey, Boston Consulting, Roland Berger und PwC bei Effizienz- und Digitalisierungsprojekten — und welche messbaren Einsparungen diesen Ausgaben gegenüberstanden. Diese Frage nach der Kosten-Nutzen-Relation externer Beratung ist im parlamentarischen Raum kein Einzelfall, wie auch die aktuellen Drucksachen vom 24. Oktober 2026 zeigen.
Personalentwicklung und Führungsstruktur
Die Drucksache erfragt auch die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen (Vollzeitäquivalente je Behörde) von 2020 bis 2025 sowie das Verhältnis von Führungs- und Stabspersonal zu operativem Personal. Hintergrund ist die politische Debatte über einen wachsenden Verwaltungsapparat trotz Sparversprechen. Gefragt wird außerdem nach dem Überstundenbestand, den Vergütungskosten für Mehrarbeit sowie nach Maßnahmen zur Reduzierung von Überstunden — für alle acht Behörden, tabellarisch und nach Jahren aufgeschlüsselt.
Reisekosten und Fuhrpark
Zwei weitere Fragenkomplexe betreffen den Fuhrpark der Bundesfinanzverwaltung — inklusive Auslastung, Leasingkosten und Treibstoffaufwand — sowie die Dienstreisekosten von 2022 bis 2025, differenziert nach Verkehrsmittel und Reiseklasse. Dabei fragt die Anfrage auch, in welchem Umfang Videokonferenzen als Alternative zu Dienstreisen genutzt wurden. Bundesbehörden stehen hier unter einem ähnlichen Rechtfertigungsdruck wie bei anderen Haushaltspositionen, bei denen Effizienzfragen öffentlich diskutiert werden.
Die Bundesregierung muss die Anfrage nach den Regeln der Geschäftsordnung des Bundestages grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt beantworten. Das genaue Zuleitungsdatum ist der Drucksache nicht zu entnehmen.
Unmittelbar betroffen sind die rund 63.649 Beschäftigten des BMF und seiner nachgelagerten Behörden sowie der KfW. Mittelbar sind alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler betroffen, da der Haushalt der Bundesfinanzverwaltung aus öffentlichen Mitteln finanziert wird.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/8723) ist am 20. Oktober 2026 eingegangen. Die Antwort der Bundesregierung steht noch aus; § 104 GO-BT sieht grundsätzlich eine Beantwortung innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vor. Das genaue Zuleitungsdatum ist der Drucksache nicht zu entnehmen.
- Vollzeitäquivalent (VZÄ)
- Maßgröße für Beschäftigte, bei der Teilzeitstellen rechnerisch auf Vollzeitstellen umgerechnet werden, um Personalkapazitäten vergleichbar zu machen.
- Desk-Sharing
- Arbeitsplatzmodell, bei dem sich mehrere Beschäftigte einen Schreibtisch teilen, anstatt feste Einzelarbeitsplätze zu haben.
- RPA (Robotic Process Automation)
- Softwaretechnologie zur Automatisierung wiederkehrender, regelbasierter Büroprozesse durch sogenannte Software-Roboter.
Welche Behörden umfasst die Bundesfinanzverwaltung?
Laut Drucksache zählen dazu BMF, BZSt, Zollverwaltung mit Hauptzollämtern und ZKA, BaFin, BImA, FMSA, ITZBund sowie die KfW Bankengruppe, soweit sie dem BMF unterstellt ist.
Wie groß ist der Haushalt der Bundesfinanzverwaltung?
Nach Angaben der Fragesteller verfügt die Bundesfinanzverwaltung über einen Haushalt von mehr als 10 Mrd. Euro jährlich gemäß Bundeshaushaltsplan 2025, Einzelplan 08.
Welche Einsparungen sind laut Anfrage theoretisch möglich?
Die Fragesteller verweisen auf Studien, die Einsparungen von 20 bis 30 Prozent durch bessere Raumnutzung, Homeoffice-Optimierung und Prozessdigitalisierung für möglich halten. Der Bundesrechnungshof fordert eine Flächenreduzierung von bis zu 20 Prozent.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8723 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




































































