Von Bundesregierung beantwor…
HIV/Syphilis-Übertragung: AfD hinterfragt Versorgungslage
Hintergrund
Die WHO hat im Februar 2026 Dänemark als erstes EU-Land validiert, das die Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis eliminiert hat. Dies geschah durch hohe Testabdeckung, robuste Datensysteme und integrierte Versorgung. Die AfD nahm dies zum Anlass, die deutsche Versorgungslage zu hinterfragen.
Die AfD hat die Bundesregierung zur Versorgungslage bei der Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis befragt. Hintergrund ist die WHO-Validierung für Dänemark im Februar 2026 als erstes EU-Land, das diese Übertragungen eliminiert hat.
Mit Drucksache 21/5912 vom 12. Mai 2026 antwortete die Bundesregierung. Sie legte umfassende Daten vor. Das Robert Koch-Institut erfasst entsprechende Infektionen nach dem Infektionsschutzgesetz, wie es hieß. Bei der Testabdeckung in der Schwangerschaftsvorsorge zeigt sich ein positives Bild: 2024 sind 96,5 Prozent der Schwangeren auf Syphilis getestet worden, 91,9 Prozent auf HIV. Dies ist bemerkenswert, da die WHO-Zielmarke von 90 Prozent damit übertroffen wird.
Datenlücken bei Behandlungsverläufen
Dennoch verwies die Bundesregierung auf erhebliche Informationslücken bei zentralen Fragestellungen. Zur Anzahl positiv getesteter Schwangerer, die rechtzeitig in fachärztliche Behandlung gekommen sind, liegen keine Daten vor. Ebenso wenig zur Häufigkeit später Erstdiagnosen. Über Partnerdiagnostik und Nachsorgequoten bei Kindern fehlten Informationen.
Die GKV-Ausgaben für HIV-Tests in der Schwangerschaft haben 2024 etwa 3,2 Millionen Euro betragen. Für Syphilis-Tests sind es 3,5 Millionen Euro gewesen. Der Bund finanziert keine speziellen Programme für HIV/Syphilis und Schwangerschaft, sondern unterstützt allgemeine Präventionsmaßnahmen.
Deutschland testet Schwangere sehr gut auf HIV und Syphilis, weiß aber nicht genau, was danach passiert.
Eine WHO-Validierung für Deutschland ist derzeit nicht möglich. Die erforderlichen Dokumentationspflichten können nicht erfüllt werden. Hintergrund ist, dass die nötigen Datenquellen anonymisiert vorliegen und nicht miteinander verknüpft werden können.
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Betroffen sind schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder, insbesondere bei HIV- oder Syphilis-Infektionen. Auch Ärzte in der Schwangerschaftsvorsorge und das Gesundheitssystem sind einbezogen.
Die Kleine Anfrage wurde vollständig beantwortet. Weitere parlamentarische Schritte sind nicht vorgesehen, es sei denn, die AfD stellt Nachfragen oder bringt Anträge ein.
- Mutter-Kind-Übertragung
- Übertragung von Krankheitserregern während Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit von der Mutter auf das Kind.
- WHO-Validierung
- Bestätigung der Weltgesundheitsorganisation, dass ein Land bestimmte Gesundheitsziele erreicht hat.
- Kongenitale Syphilis
- Syphilis-Infektion, die während der Schwangerschaft von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen wird.























































