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Trinkwassersicherheit: AfD hinterfragt Qualität und Versorgung
Hintergrund
Nach Angaben des Umweltbundesamtes weist deutsches Trinkwasser derzeit überwiegend gute bis sehr gute Qualität auf. Dennoch gibt es strukturelle Herausforderungen: In über einem Viertel der Grundwasserkörper wird der angestrebte gute chemische Zustand nicht erreicht, hauptsächlich durch Nitratbelastung. Zusätzlich werden Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände, PFAS oder Pflanzenschutzmittel nachgewiesen. Für PFAS werden ab 2026 bzw. 2008 neue Grenzwerte eingeführt.
Die AfD-Fraktion hat am 15. Mai 2026 eine umfassende Kleine Anfrage zur Trinkwassersicherheit in Deutschland eingereicht (BT-Drs. 21/5948). Mit 29 detaillierten Fragen fordert die Fraktion um Marcel Queckemeyer die Bundesregierung auf, den aktuellen Zustand der deutschen Wasserversorgung darzulegen.
Nitratbelastung im Fokus
Ein Schwerpunkt der Anfrage liegt auf der Nitratbelastung des Grundwassers. Die AfD fragt, in welchen Regionen der Grenzwert von 50 mg/l überschritten wird. Außerdem will sie wissen, wie sich die Belastung seit 2010 entwickelt hat. Dies ist bemerkenswert, da nach Angaben des Umweltbundesamtes über ein Viertel der deutschen Grundwasserkörper nicht den angestrebten guten chemischen Zustand erreicht.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei neuen Schadstoffen wie PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Für diese gelten ab 2026 bzw. 2008 neue Grenzwerte. Diese als ‚Ewigkeits-Chemikalien‘ bezeichneten Substanzen sind schwer abbaubar und werden zunehmend in Umweltmedien nachgewiesen. Ähnliche Aspekte bei der Überwachung neuer Entwicklungen zeigen sich auch bei der Wasserqualität.
Infrastruktur und Klimarisiken
Die Anfrage thematisiert auch den Sanierungsbedarf der Trinkwasserinfrastruktur. Jährliche Wasserverluste durch Leitungsdefekte sind ein weiterer Punkt. Zudem fragt die AfD, welche Regionen durch klimatische Veränderungen Auswirkungen auf die Wasserversorgung sehen und welche Maßnahmen in Trockenperioden ergriffen worden sind.
Weitere Fragen betreffen die Koordination zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie Förderprogramme zum Schutz von Wasserressourcen. Hintergrund ist, dass die Fraktion Aufschlüsselungen nach Jahren, Programmen und bewilligten Mitteln seit 2015 fordert. Auch hier zeigt sich ein ähnliches Muster detaillierter Nachfragen wie bei anderen AfD-Anfragen zu Fördermitteln.
Die AfD fragt umfassend nach der Sicherheit des deutschen Trinkwassers, bestehenden Herausforderungen und den Ausgaben des Bundes für den Wasserschutz.
Weiterlesen: Andere aktuelle AfD-Anfragen behandeln Kriminalität an Bahnhöfen und Stiftungsförderungen.
Alle Verbraucher in Deutschland sind betroffen, da die Anfrage die gesamte Trinkwasserversorgung umfasst. Besonders relevant für Regionen mit erhöhter Nitratbelastung im Grundwasser oder Schadstoffbelastungen durch Industrie und Landwirtschaft.
Die Bundesregierung hat nun Zeit, die umfangreichen 29 Fragen zu beantworten. Eine Antwortfrist ist nicht explizit genannt, üblich sind mehrere Wochen bis Monate für derart detaillierte Anfragen. Die Antwort wird als separate Bundestagsdrucksache veröffentlicht.
- PFAS
- Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen sind langlebige chemische Verbindungen, die als 'Ewigkeits-Chemikalien' bezeichnet werden und schwer abbaubar sind.
- Nitratbelastung
- Überschreitung des Grenzwerts von 50 mg/l Nitrat im Grundwasser, hauptsächlich durch landwirtschaftliche Düngung verursacht.
- Spurenstoffe
- Chemische Substanzen wie Arzneimittelrückstände oder Pflanzenschutzmittel, die in sehr geringen Konzentrationen in Gewässern nachweisbar sind.























































