Antrag eingereicht
- Grüne fordern Gaskrisenpaket vor Winter 2026/27
- Gasverbrauch bis 2035 halbieren, bis 2045 null
- Abwrackprämie für alte Heizungen geplant
Gas-Krise: Grüne fordern Notfallplan für Winter 2026/27
Hintergrund
Der Antrag bezieht sich auf den aktuellen Iran-Konflikt, der die Gaspreise in die Höhe treibt. Die Grünen warnen vor einer „erdrückenden Kostenwelle“ für fossiles Gas. Anders als bei Benzinpreisen schlagen höhere Gaspreise erst mit Verzögerung bei den Verbrauchern durch – bei Mietern sogar erst nach bis zu zwei Jahren über die Nebenkostenabrechnung.
Die zweite fossile Energiekrise innerhalb von vier Jahren zeigt deutlich: Die Bezahlbarkeit unseres Alltags und die Stärke sowie Resilienz unserer Wirtschaft hängt massiv von der Unabhängigkeit von globalen Gas- und Ölmärkten sowie der Profitgier der fossilen Lobby ab.
— Begründung BT-Drs. 21/6007
Die Grünen-Fraktion sieht eine Kostensteigerung für fossiles Gas auf Deutschland zukommen. Mit der Drucksache 21/6007 vom 19. Mai 2026 fordern die Abgeordneten um Dr. Julia Verlinden ein Gaskrisenpaket zum Schutz der Verbraucher vor dem Winter 2026/27.
Der Iran-Konflikt führt zu steigenden Gaspreisen, erklären die Grünen. Dies ist bemerkenswert, da während Benzinpreise sofort steigen, sich höhere Gaspreise erst zeitverzögert auswirken. Mieter ohne eigenen Gasvertrag bemerken die Preissteigerung erst bis zu zwei Jahre später über die Nebenkostenabrechnung. Dieses Zeitfenster muss genutzt werden.
Konkrete Sofortmaßnahmen gefordert
Eine Abwrackprämie für alte Öl- und Gasheizungen schlagen die Grünen vor. Zusätzlich 10% Förderung im ersten Jahr. Im zweiten Jahr 5%. So kann die Gesamtförderung befristet auf bis zu 80% steigen, heißt es weiter. Parallel dazu plant eine Energiesparkampagne die Information über zu erwartende hohe Preise.
Vermieter sollten zur Umsetzung kurzfristig umsetzbarer Energiesparmaßnahmen verpflichtet werden, etwa zur Dämmung von Geschoss- und Kellerdecken. Hintergrund ist: Ähnliche Maßnahmen zeigten in der Krise 2022/23 bereits Wirkung, als private Haushalte und Gewerbe knapp 10 Prozent Erdgas einsparten.
Die Grünen stellen fest, dass die Bundesregierung seit Krisenbeginn keine der 18 EU-Sofortmaßnahmen aus dem AccelerateEU-Programm umgesetzt hat.
Gasunabhängigkeit bis 2045
Langfristig fordern die Grünen eine Gasunabhängigkeitsstrategie. Der fossile Gasverbrauch soll bis 2035 mindestens halbiert werden. Bis spätestens 2045 auf null reduziert. Deutschland muss der niederländischen COFFIS-Initiative zum Abbau fossiler Subventionen beitreten, heißt es in dem Antrag.
Den geplanten Energie-Deal mit den USA bewerten die Grünen negativ. Dieser verpflichtet die EU, Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar aus den USA zu importieren. Stattdessen soll Deutschland den Prozess zum Ausstieg aus fossilen Energien unterstützen, der in Santa Marta, Kolumbien angestoßen wurde.
Ohne entsprechende Maßnahmen prognostizieren die Grünen ähnliche Kosten wie in der Krise 2022/23. Damals kosteten die Entlastungspakete 187 Milliarden Euro. Andere Parteien diskutieren ebenfalls Schutzmaßnahmen für Mieter vor steigenden Energiekosten.
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Betroffen sind vor allem Mieter ohne eigenen Gasvertrag, die erst verzögert über die Nebenkostenabrechnung zur Kasse gebeten werden. Auch Unternehmen mit fossilem Energiebedarf und Kommunen mit Gas-beheizten öffentlichen Gebäuden stehen unter Kostendruck.
Der Antrag wird nun in die zuständigen Ausschüsse überwiesen. Die Grünen fordern, dass die Bundesregierung noch in diesem Jahr ein Gaskrisenpaket beschließt, um rechtzeitig vor der Heizperiode 2026/27 zu wirken.
- AccelerateEU
- EU-Programm mit 18 Sofortmaßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und Entlastung der Bürger.
- COFFIS-Initiative
- Niederländische Koalition zum schrittweisen Abbau fossiler Brennstoffsubventionen auf internationaler Ebene.
Wann sollen die höheren Gaspreise bei Mietern ankommen?
Mieter ohne eigenen Gasvertrag spüren den Preisschock oft erst bis zu zwei Jahre später über die Nebenkostenabrechnung.
Wie viel Gas hat Deutschland in der letzten Krise eingespart?
Private Haushalte und Gewerbe sparten in der Krise 2022/23 knapp 10 Prozent Erdgas ein.























































