Beantwortet
Die Grünen-Fraktion stellte am 27. April 2026 eine umfangreiche Kleine Anfrage zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Wohnungslosigkeit (Drucksache 21/5611). In 27 detaillierten Fragen will die Fraktion von der Bundesregierung wissen, wie das ambitionierte Ziel erreicht werden soll, Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 zu überwinden.
Deutschland hat sich vorgenommen, dass bis 2030 niemand mehr auf der Straße leben muss – die Grünen fragen nach, wie das konkret funktionieren soll.
Dramatische Zahlen bei Wohnungslosigkeit
Die Zahlen sind alarmierend. Laut der Hochrechnung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe waren 2024 mindestens 1,029 Millionen Menschen bundesweit wohnungslos – ein Anstieg um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bundesregierung kommt hingegen in ihrem Wohnungslosenbericht für Februar 2024 auf 439.500 wohnungslose Menschen. Dies ist bemerkenswert, da die erheblichen Unterschiede in den Datengrundlagen selbst Teil der parlamentarischen Anfrage sind.
Die Grünen betonen, Wohnen sei ein Menschenrecht nach Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Wohnungsmangel und stark steigende Mietpreise, insbesondere in städtischen Ballungsgebieten, gehören zu den wichtigsten Ursachen für die seit Jahren stetig steigende Zahl wohnungsloser Menschen.
Konkrete Fragen zur Umsetzung
Nach einem konkreten Zeitplan fragt die Fraktion. Ebenso nach geplanten Fördermitteln und neuen Gesetzen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der angekündigten Wissensplattform zur Unterstützung der Kommunen sowie der Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen.
Ein wichtiger Punkt der Anfrage betrifft geschlechtsspezifische Aspekte: Die Grünen wollten wissen, wie sichergestellt wird, dass die strukturell unterschiedlichen Bedarfe und Lebenslagen von Frauen gezielt adressiert werden. Hintergrund ist die besondere Vulnerabilität von Frauen in prekären oder von Gewalt geprägten Situationen.
Kritisch thematisiert wird auch der Zusammenhang zwischen restriktiver Migrationspolitik und Wohnungslosigkeit. Die Fraktion fragt nach den Auswirkungen von Leistungsausschlüssen für EU-Bürger und Asylbewerber, die laut Kritik von Sozialverbänden mehr Menschen in akute Wohnungsnot bringen könnten.























































