- 1 Milliarde Euro Wohngeld-Kürzungen geplant
- 1,9 Millionen Haushalte betroffen
- 18,4 Millionen Menschen leben in Wohnarmut
Wohngeld-Kürzung: Linke warnt vor Armutsdynamik bei 1,9 Mio. Haushalten
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6363 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Deutschland fehlen laut dem Sozialen Wohn-Monitor 2026 derzeit rund 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen. Gleichzeitig leben 18,4 Millionen Menschen in Wohnarmut, was 22,3 Prozent der Bevölkerung entspricht. Die unzureichenden Investitionen in den sozialen Wohnungsbau der vergangenen Jahrzehnte haben zu erheblich gestiegenen Ausgaben für die Subjektförderung geführt. Zwischen Antragstellung und Auszahlung des Wohngeldes vergehen derzeit oft mehrere Monate.
- 1 Milliarde Euro — Umfang der geplanten Wohngeld-Kürzungen der Bundesregierung
- 1,9 Millionen — Anzahl der Wohngeld-Haushalte, die von den Kürzungen betroffen wären
- 18,4 Millionen — Menschen in Deutschland, die in Wohnarmut leben (22,3% der Bevölkerung)
- 1,4 Millionen — Anzahl der fehlenden bezahlbaren Wohnungen in Deutschland
- 24 Monate — Mögliche Verlängerung der Bewilligungszeit für Wohngeld statt der üblichen 12 Monate
Im Detail
Kürzungen beim Wohngeld in einem Umfang von bis zu einer Milliarde Euro würden die finanzielle Lage von Millionen von Menschen weiter verschärfen und die bestehende Armutsdynamik zusätzlich befeuern.
— Antragsteller BT-Drs. 21/6363
Die Fraktion Die Linke wendet sich gegen geplante Kürzungen beim Wohngeld von bis zu einer Milliarde Euro. Stattdessen fordert sie eine grundlegende Reform der Antragsverfahren. In einem am 9. Juni 2026 eingereichten Antrag (BT-Drs. 21/6363) verweist sie auf mögliche Auswirkungen auf die Armutsdynamik bei 1,9 Millionen betroffenen Haushalten.
In Deutschland fehlen 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen laut dem Sozialen Wohn-Monitor 2026. Gleichzeitig leben 18,4 Millionen Menschen — das sind 22,3 Prozent der Bevölkerung — in Wohnarmut. Der Wohnungsmarkt gilt damit als einer der zentralen Faktoren für Armut.
Was gilt aktuell?
Das Wohngeld wird derzeit für zwölf Monate bewilligt. In Einzelfällen kann es auf 24 Monate verlängert werden. Zwischen Antragstellung und Auszahlung vergehen oft mehrere Monate, während die Bearbeitung erhebliche personelle Kapazitäten in den Wohngeldbehörden bindet. Das Baurecht steht bereits in der Kritik, da es den Wohnungsbau zusätzlich behindert.
Vereinfachung statt Kürzung
Die Linke-Fraktion führt an, das komplizierte Antragsverfahren halte viele Anspruchsberechtigte vom Wohngeld fern. Eine Fraunhofer-Studie zeigt, dass deutlich mehr Menschen einen Anspruch auf die Sozialleistung haben, als sie tatsächlich erhalten. Deshalb fordert die Fraktion eine automatische Weiterbewilligung bei unveränderten Verhältnissen. Stichprobenartige Kontrollen zur Rechtmäßigkeitsprüfung sollen dabei die Qualität sichern.
Das Ziel: Kein Miethaushalt soll mehr als 25 Prozent seines Nettoeinkommens für die Bruttowarmmiete aufbringen müssen.
Mietpreisdeckelung als Lösung
Zusätzlich fordert Die Linke eine bundesweite, rechtssichere Mietpreisdeckelung. Dies soll die Spirale aus steigenden Mieten und steigenden staatlichen Transferleistungen stoppen. Die Fraktion vertritt die Ansicht, Wohngeld fungiert derzeit als indirekte Subvention zur Renditesteigerung der Vermietenden. Statt der sozialen Absicherung der Mieter zu dienen.
Eine Studie des Pestel-Instituts „Bauen und Wohnen 2024 in Deutschland“ zeigt, dass unzureichende Investitionen in den sozialen Wohnungsbau zu erheblich gestiegenen Ausgaben für die Subjektförderung geführt haben. Andere Parteien wenden sich bereits gegen weitere Sozialkürzungen der Bundesregierung.
Digitalisierung der Verwaltung
Um die Bearbeitungszeiten zu verkürzen, fordert Die Linke eine umfassende Digitalisierung der Verwaltungsverfahren. Die Mitarbeiter der Wohngeldbehörden müssen nachhaltig entlastet werden, da der Verwaltungsaufwand durch wiederholte Weiterleistungsanträge erhebliche personelle Kapazitäten bindet.
Die geplanten Kürzungen stehen nach Ansicht der Antragsteller im Gegensatz zum steigenden Bedarf. Solange es zu wenige Sozialwohnungen gibt und steigende Mieten ein Armutsrisiko darstellen, muss der Wohngeldanspruch die realen Wohnkosten abbilden.
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Betroffen wären die schätzungsweise 1,9 Millionen Wohngeld-Haushalte in Deutschland. Fachleute gehen davon aus, dass deutlich mehr Menschen einen Anspruch auf die Sozialleistung hätten, das Wohngeld aber viele Anspruchsberechtigte aufgrund des komplizierten Antragsverfahrens nicht erreicht.
Der Antrag wurde am 9. Juni 2026 im Bundestag eingereicht und wird nun dem zuständigen Ausschuss zur Beratung zugewiesen. Anschließend erfolgt die Beratung im Plenum, wo über die Annahme oder Ablehnung entschieden wird.
- Wohngeld
- Staatliche Unterstützung für Mieter und Eigentümer zur Senkung der Wohnkosten. Das Wohngeld wird als Zuschuss zur Miete oder Belastung gewährt.
- Subjektförderung
- Unterstützung von Personen statt Objekten – also Wohngeld für Mieter statt Förderung des Wohnungsbaus direkt.
Welche Wohngeld-Kürzungen sind geplant?
Die Bundesregierung plant Kürzungen beim Wohngeld von bis zu einer Milliarde Euro, was 1,9 Millionen Wohngeld-Haushalte betreffen würde.
Was fordert Die Linke stattdessen?
Die Fraktion fordert eine grundlegende Vereinfachung des Antragsverfahrens, automatische Weiterbewilligung bei unveränderten Verhältnissen und eine bundesweite Mietpreisdeckelung.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6363 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































