Eingegangen am 8. April 2026
AfD fragt nach Schilf-Glasflügelzikade: Droht Millionenschaden?
Hintergrund
Die Schilf-Glasflügelzikade überträgt bakterielle Erreger, die das Syndrome Basses Richesses (SBR) auslösen. Dieses führt zu Vergilbungssymptomen und Zuckergehaltsverlust in Feldfrüchten. Der Schädling wurde 1991 erstmals in Frankreich und 2008 in Deutschland beobachtet. Eine starke Ausbreitung in Deutschland ist seit 2017 zu verzeichnen. Die Zikade steht paradoxerweise auf der Roten Liste als gefährdete Tierart, richtet aber massive landwirtschaftliche Schäden an.
Die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich rasant in Deutschland aus und bedroht wichtige landwirtschaftliche Kulturen. Die AfD-Fraktion hat am 8. April 2026 eine umfangreiche Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/5216) an die Bundesregierung gestellt, um das Ausmaß der Bedrohung zu ermitteln.
Das winzige Insekt überträgt bakterielle Erreger auf Zuckerrüben, Kartoffeln und andere Feldfrüchte. Die übertragenen Bakterien lösen das Syndrome Basses Richesses (SBR) aus. Dies führt zu Vergilbungssymptomen und erheblichen Zuckergehaltsverlusten. Nach Angaben der AfD ist die Befallsfläche dramatisch gestiegen: von circa 75.000 Hektar im Jahr 2023 auf über 158.000 Hektar im Jahr 2025. Eine Verdopplung binnen zwei Jahren.
Ein kleines Insekt macht Zuckerrüben und Kartoffeln krank – die befallene Fläche hat sich in zwei Jahren verdoppelt.
Die wirtschaftlichen Folgen können massiv ausfallen. Ganze Regionen sind wirtschaftlich vom Anbau der betroffenen Feldfrüchte abhängig, so die Fragesteller. Bei einer flächendeckenden Ausbreitung drohen Ertragsausfälle, nicht verarbeitbare Ware und ein Rückgang der Anbaufläche. Dies ist bemerkenswert, da sich die Auswirkungen auch auf nachgelagerte Unternehmen der Ernährungsindustrie und letztendlich auf die Lebensmittelpreise auswirken werden.
Die AfD stellt 34 detaillierte Fragen zur Ausbreitung, zu betroffenen Betrieben und Kulturpflanzen sowie zu möglichen Bekämpfungsmaßnahmen. Bemerkenswert: Die Zikade steht paradoxerweise auf der Roten Liste als gefährdete Tierart, richtet aber erhebliche landwirtschaftliche Schäden an.
Bekämpfung steckt in den Kinderschuhen
Die Forschung zu effektiven Bekämpfungsmaßnahmen befindet sich noch im Anfangsstadium. Diskutiert werden natürliche Prädatoren wie Laufkäfer und Spinnen. Auch Mikroorganismen kommen infrage. Weitere Ansätze sind die Störung der Fortpflanzung durch Pheromone sowie landwirtschaftliche Managementmaßnahmen wie Schwarzbrache oder Änderung der Fruchtfolge.
Hintergrund ist ein Fachgespräch des Julius-Kühn-Instituts im März 2025 mit über 300 Experten. Dieses hat deutlich gemacht: Einzelmaßnahmen reichen nicht aus. Es braucht abgestimmte Strategien über gesamte Fruchtfolgen in Raum und Zeit hinweg. Die Bundesregierung hat nun zwei Monate Zeit, um die umfangreichen Fragen zu beantworten.
Betroffen sind Landwirte, die Zuckerrüben, Kartoffeln, Karotten, Rote Bete, Kohl, Zwiebeln, Paprika, Tomaten, Spargel, Rhabarber und Erdbeeren anbauen. Auch die nachgelagerte Ernährungsindustrie wie Zuckerindustrie und kartoffelverarbeitende Betriebe sowie der Lebensmittelhandel könnten wirtschaftliche Verluste erleiden.
Die Bundesregierung hat zwei Monate Zeit, die 34 detaillierten Fragen der AfD zu beantworten. Die Anfrage wird voraussichtlich an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft weitergeleitet. Eine Antwort ist bis Anfang Juni 2026 zu erwarten.
- Schilf-Glasflügelzikade
- Ein kleines Insekt, das bakterielle Erreger auf Pflanzen überträgt und dadurch Pflanzenkrankheiten verursacht.
- Syndrome Basses Richesses (SBR)
- Syndrom der niedrigen Zuckergehalte – eine Pflanzenkrankheit, die zu Vergilbung und Zuckergehaltsverlust führt.
- Schwarzbrache
- Landwirtschaftliche Methode, bei der Felder über einen bestimmten Zeitraum unbewirtschaftet bleiben.























































