- Grüne fordern Wasserstoff-Umstieg für Kraftwerke ab achtem Betriebsjahr
- Kapazitätsausschreibungen sollen alle Technologien gleichberechtigt behandeln
- September 2026: Erste Ausschreibungen für Stromversorgungssicherheit geplant
Kapazitätsmechanismus: Grüne warnen vor fossilem Lock-In
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6369 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Deutschland plant zur Absicherung der Stromversorgung bei geringem Wind- und Solarangebot ein System von Kapazitätsausschreibungen. Dabei erhalten Kraftwerksbetreiber Geld dafür, ihre Anlagen als Backup bereitzuhalten. Die Bundesregierung bevorzugt dabei wasserstofffähige Gaskraftwerke. Die erste Ausschreibung ist für September 2026 vorgesehen, wobei die genauen Konditionen und Finanzierungsdetails noch nicht vollständig feststehen.
Im Detail
Gerade in einer Zeit, in der uns erneut schmerzhaft vor Augen geführt wird, wie verwundbar unser Wirtschaftsstandort durch die Abhängigkeit von Erdgasimporten ist, dürfen wir uns nicht noch abhängiger von fossilen Importen machen und Milliarden für Energieimporte ins Ausland überweisen.
— Antragsteller BT-Drs. 21/6369
Die Grünen-Fraktion fordert eine Reform der geplanten Kapazitätsausschreibungen für die deutsche Stromversorgung. Mit Drucksache 21/6369 vom 10. Juni 2026 will sie verhindern, dass Deutschland in eine Abhängigkeit von fossilen Gaskraftwerken gerät.
Die Grünen sehen ein Missverhältnis in der aktuellen Planung der Bundesregierung. Während offiziell Technologieoffenheit proklamiert wird, bevorzugt das geplante System Gaskraftwerke gegenüber Alternativen wie Batteriespeichern, Bioenergie oder flexiblem Lastmanagement. Sie kritisierten, dass Vorschläge von Gaskraftwerksbetreibern zum Ausschluss von Batteriespeichern aufgegriffen worden sind.
Was gilt aktuell?
Deutschland entwickelt derzeit einen Kapazitätsmechanismus, um die Stromversorgung auch bei geringem Angebot aus Wind- und Solarenergie zu sichern. Die erste Ausschreibung ist für September 2026 vorgesehen. Kraftwerksbetreiber erhalten Geld dafür, dass sie ihre Anlagen als Reserve bereithalten. Die Verbraucher tragen die Kosten über eine Umlage.
Die Bundesregierung plant, dass neu gebaute Gaskraftwerke spätestens ab 2045 klimaneutral betrieben werden müssen. Eine Umstellung auf Wasserstoff bereits im achten Betriebsjahr fordern die Grünen.
Acht konkrete Forderungen
Acht spezifische Forderungen an die Bundesregierung enthält der Antrag. Zentral ist die Vermeidung einer fossilen Festlegung durch faire Ausschreibungsbedingungen für alle Technologien. Bei einem Zuschlag müssen Kraftwerksbetreiber umgehend einen Plan für die Wasserstoff-Umstellung vorlegen.
Vollständige Transparenz über die Finanzierung verlangen die Grünen außerdem: Bereits zur ersten Ausschreibung im September muss klar sein, welche Belastungen durch die Kapazitätsumlage auf Bürger und Unternehmen zukommen. Das Bundeskartellamt soll durch Zuschlagslimitierungen eine zu starke Marktkonzentration bei einzelnen Unternehmen verhindern.
Wert legen die Grünen auf eine systemdienliche Verteilung der neuen Kapazitäten im ganzen Land, einschließlich der Kohlereviere. Transparent begründet werden müssen die Annahmen für die Notwendigkeit der Ausschreibungen.
Ein Kapazitätsmechanismus vergütet Kraftwerke dafür, dass sie bei Bedarf schnell Strom liefern können – auch wenn sie die meiste Zeit stillstehen.
Gegen die geplante Nutzung von Carbon-Capture-and-Storage (CCS) als Alternative zur Wasserstoff-Umstellung richtet sich auch die Kritik der Grünen. Diese Technologie bezeichnen sie als technisch unerprobt und teuer. Bewährte Alternativen wie Batteriespeicher oder Bioenergie sind stattdessen gleichberechtigt zu behandeln.
Die energiepolitische Kritik der Grünen an der schwarz-roten Koalition spiegelt der Antrag wider. Während die Regierung auf wasserstofffähige Gaskraftwerke als Brückentechnologie setzt, warnen die Grünen vor einer neuen fossilen Abhängigkeit und steigenden Energieimporten.
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Betroffen sind alle Stromverbraucher, die über eine Umlage die Kapazitätsreserve finanzieren werden. Kraftwerksbetreiber, Speicherbetreiber und andere Anbieter von Backup-Kapazitäten können an den Ausschreibungen teilnehmen. Besonders relevant ist der Antrag für Kohlereviere, wo neue gesicherte Leistungen entstehen sollen.
Der Antrag wird zunächst den zuständigen Bundestagsausschüssen zur Beratung zugewiesen. Nach der Ausschussberatung folgt die Abstimmung im Bundestag. Die erste Kapazitätsausschreibung soll bereits im September 2026 stattfinden.
- Kapazitätsmechanismus
- System zur Bezahlung von Kraftwerken dafür, dass sie als Reserve für die Stromversorgung bereitstehen.
- Fossiler Lock-In
- Langfristige Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch entsprechende Infrastrukturinvestitionen.
- Carbon-Capture-and-Storage (CCS)
- Technologie zur Abscheidung und unterirdischen Speicherung von CO2 aus Kraftwerksabgasen.
Was ist ein Kapazitätsmechanismus?
Ein System zur Sicherstellung der Stromversorgung, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichen. Kraftwerke erhalten Geld dafür, dass sie bereitstehen.
Wann sollen die ersten Ausschreibungen starten?
Die erste Kapazitätsausschreibung ist für September 2026 geplant.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6369 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.








































































