- 277.219 Euro Bundesförderung für Strömungskraft-Forschung in fünf Jahren
- Energyfish-Technologie gilt als Nischenanwendung für Aquakultur
- Keine ressortübergreifende Strategie für schwimmende Mikrowasserkraftwerke
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7432 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Energyfish-Technologie der Firma Energyminer GmbH nutzt Strömungsenergie in Fließgewässern durch schwimmende Mikrowasserkraftwerke. Ein Pilotprojekt bei Sankt Goar am Rhein hat öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) förderte zwischen Januar 2024 und Dezember 2025 im Rahmen des Innovationsraums BaMS (Bioökonomie auf marinen Standorten) einen Prototyp — vorrangig für die Energieversorgung abgelegener Fischzuchtbetriebe. Das EEG ermöglicht grundsätzlich eine Förderung von Strom aus Wasserkraft, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
- 219.348,51 Euro — BMFTR-Förderung für den Energyfish-Prototyp im Innovationsraum Bioökonomie (2024–2025)
- 43.777,64 Euro — BMWE-Förderung aus dem 7. Energieforschungsprogramm für eine abgeschlossene Vorstudie (bis 2023), aus der kein weiteres Vorhaben resultierte
- 14.093,00 Euro — BMWE-Förderung über das WIPANO-Programm für Unternehmen im Bereich Strömungsenergie
- Januar 2024 bis Dezember 2025 — Förderzeitraum des BMFTR-Vorhabens zur Weiterentwicklung des Energyfish-Prototyps
Im Detail
Schwimmende Mikrowasserkraftwerke wie der sogenannte Energyfish stellen derzeit aufgrund der begrenzten Energieausbeute eine Nischenanwendung dar, deren Einsatz auf bestimmte Anwendungsbereiche begrenzt ist.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7432, Seite 4
Rund 277.000 Euro hat der Bund in den vergangenen fünf Jahren in die Erforschung von Strömungskraft-Technologien investiert — darunter das schwimmende Mikrowasserkraftwerk „Energyfish“. Doch eine strategische Rolle bei der Energiewende misst die Bundesregierung dieser Technologie nicht zu: Sie gilt als Nischenanwendung für bestimmte landwirtschaftliche und aquakulturelle Betriebe, nicht als Baustein der deutschen Energieversorgung.
Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/7432, 29. Juli 2026). Abgeordnete um Stefan Schröder hatten 15 Fragen zur Entwicklung, Förderung und strategischen Einordnung von Strömungsenergietechnologien gestellt.
Was ist Energyfish und wie wurde es gefördert?
Das Energyfish-Konzept der Firma Energyminer GmbH bezeichnet ein schwimmendes Mikrowasserkraftwerk, das die Strömungsenergie von Fließgewässern nutzt. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat zwischen Januar 2024 und Dezember 2025 im Rahmen des Innovationsraums BaMS (Bioökonomie auf marinen Standorten) einen Prototyp mit 219.348,51 Euro gefördert. Ziel war ausdrücklich nicht die Entwicklung einer neuen Energieerzeugungstechnologie für den allgemeinen Energiemarkt, sondern die Verbesserung der Ressourceneffizienz in aquatischen Anwendungen — konkret die Energieversorgung abgelegener Fischzuchtbetriebe. Im geförderten Vorhaben wurde ein Prototyp in einem Fischzuchtkanal unter Einsatzbedingungen getestet.
Hinzu kommen weitere Förderbeträge aus anderen Ressorts: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat über das WIPANO-Programm 14.093 Euro bereitgestellt sowie 43.777,64 Euro aus dem 7. Energieforschungsprogramm für eine abgeschlossene Vorstudie, aus der kein weiteres Vorhaben folgte. Insgesamt belaufen sich die Bundesausgaben für Strömungskraft-Forschung in fünf Jahren damit auf gut 277.000 Euro — eine vergleichsweise geringe Summe im Kontext der gesamten Energieforschungsförderung.
Kein Bezug zum Pilotprojekt am Rhein
Ein öffentlich bekanntes Pilotprojekt bei Sankt Goar am Rhein, bei dem Energyfish als sogenanntes Schwarmkraftwerk erprobt wird, ist vom BMFTR-geförderten Vorhaben ausdrücklich zu trennen. An der Förderung dieses Pilotprojekts ist die Bundesregierung nicht beteiligt. Kontext, Ausrichtung und Ziel des Sankt-Goar-Projekts entsprechen laut Drucksache nicht denen des geförderten Prototypvorhabens.
Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) hatte allerdings über zwei Anträge zur Erteilung einer strom- und schifffahrtspolizeilichen Genehmigung zu entscheiden — für eine Anlage mit 24 und eine mit 100 Strömungsturbinen im Rhein-Nebenarm bei St. Goar. Zudem ist derzeit ein verwaltungsgerichtliches Verfahren über die Errichtung von 55 Unterwasserkraftwerken am Standort Niederwerth nördlich von Koblenz anhängig. Die grundsätzliche Genehmigungszuständigkeit für Anlagen an Fließgewässern liegt bei den Ländern.
Energyfish als Nischenanwendung ohne Energiewendebeitrag
Die Bundesregierung bewertet schwimmende Mikrowasserkraftwerke klar als Nischenanwendung. Eine grundlegende strategische Bedeutung für die Energieversorgung Deutschlands oder die Transformation des Energiesystems ergibt sich laut Bundesregierung nach derzeitiger Erkenntnis nicht. Eine ressortübergreifende Strategie für die Entwicklung und Skalierung solcher Technologien existiert nicht. Auch aktuelle Programme oder Förderungen für neue Vorhaben in diesem Bereich bestehen nicht — weder im Rahmen der angewandten Forschung des 8. Energieforschungsprogramms noch anderweitig.
Zur Frage, welche Erkenntnisse aus dem Sankt-Goar-Pilotprojekt in politische Entscheidungsprozesse einfließen, gibt die Bundesregierung an, keine Informationen darüber zu haben, ob und wie diese Ergebnisse systematisch ausgewertet werden. Über internationale Kooperationen vergleichbarer Technologien liegen der Bundesregierung ebenfalls keine Erkenntnisse vor. Über die Förderung des BMFTR-Projekts hinaus sind auch keine weiteren deutschen Unternehmen oder Forschungseinrichtungen in diesem Bereich bekannt.
Im Zusammenhang mit der Energiewende und der Nutzung erneuerbarer Energien aus Gewässern ist auch die kommunale Wärmeplanung ein aktuell diskutiertes Thema, das dezentrale Energieversorgungskonzepte betrifft. Fragen zur staatlichen Förderung und Kontrolle innovativer Technologien berühren auch das Thema staatlicher Informationspolitik bei neuen Technologien.
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Direkt betroffen sind Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die an Strömungskraft-Technologien arbeiten, sowie Betreiber aquakultureller Anlagen, für die dezentrale Energieversorgung relevant ist. Für Verbraucher und Steuerzahler ist relevant, dass öffentliche Fördermittel von rund 277.000 Euro in diesen Bereich geflossen sind, ohne dass eine breitere Strategie damit verbunden ist.
Die Bundesregierung beantwortet die Fragen überwiegend vollständig. Bei Frage 6 zum Sankt-Goar-Pilotprojekt verweist sie darauf, keine Erkenntnisse zu haben — was sachlich korrekt sein kann, da sie an diesem Projekt nicht beteiligt ist. Fragen 7 bis 9 sowie 10 bis 13 werden jeweils gebündelt beantwortet, ohne inhaltliche Lücken zu hinterlassen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Energyfish: Strom aus Fließgewässern auf dem Prüfstand →
- Innovationsraum BaMS
- Förderinitiative des BMFTR für Bioökonomie auf marinen Standorten; im Rahmen dieses Programms wurde der Energyfish-Prototyp gefördert.
- Strom- und schifffahrtspolizeiliche Genehmigung (ssG)
- Behördliche Erlaubnis der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung für Anlagen, die in Bundeswasserstraßen errichtet werden sollen.
- Technology Readiness Level (TRL)
- Internationale Skala (1–9) zur Bewertung des Reifegrads einer Technologie von der Grundlagenforschung bis zur Marktreife.
Was ist Energyfish?
Energyfish ist ein schwimmendes Mikrowasserkraftwerk, das Strömungsenergie aus Fließgewässern nutzt. Ein Pilotprojekt befindet sich bei Sankt Goar am Rhein; die Bundesregierung war an dessen Förderung nicht beteiligt.
Hat der Bund Energyfish gefördert?
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hat zwischen 2024 und 2025 einen Prototyp mit rund 219.349 Euro gefördert — allerdings als Nischenanwendung für Fischzuchtbetriebe, nicht als Energieerzeugungstechnologie für den allgemeinen Markt.
Spielt Strömungskraft eine Rolle bei der Energiewende?
Laut Bundesregierung nicht in strategischer Hinsicht. Eine ressortübergreifende Strategie für die Entwicklung und Skalierung schwimmender Mikrowasserkraftwerke existiert nicht.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7432 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































