- 40% des weltweiten Heliums kommt aus Katar
- 1,5 Mrd. Euro Energiekosten für deutsche Kliniken
- MRT-Geräte benötigen bis zu 1.700 Liter flüssiges Helium
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6470 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die geopolitischen Spannungen im Persischen Golf haben bereits zu Angriffen auf katarische Industrieanlagen geführt, wodurch die Helium- und LNG-Produktion zeitweise eingestellt wurde. Katar deckt etwa 40 Prozent des weltweiten Heliumbedarfs und exportiert 20 Prozent des globalen LNG-Bedarfs über die Straße von Hormus. Deutschland ist vollständig auf Heliumimporte angewiesen, da das Edelgas bei der Erdgasförderung gewonnen wird.
- 40% — Anteil Katars am weltweiten Helium-Bedarf, der über Seewege exportiert wird
- 1,5 Mrd. Euro — Jährliche Energiekosten der rund 2.100 deutschen Kliniken
- 6.000 kWh — Durchschnittlicher Stromverbrauch pro Krankenhausbett und Jahr
- 1,68 Mrd. kWh — Gesamtenergiebedarf der etwa 65.000 deutschen Arztpraxen
- 24,4 Mio. Gigajoule — Energiebedarf der pharmazeutischen Industrie für Produktion und Kühlung
Im Detail
Etwa 40 Prozent des weltweiten Heliumbedarfs werden durch Katar gedeckt und über den Seeweg exportiert. Nach Angriffen auf die Industrieanlagen in Ras Laffan und Mesaieed wurde die Produktion von LNG und Helium zeitweise eingestellt, die Instandsetzung dieser Anlagen kann bis zu 5 Jahre in Anspruch nehmen.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/6470
Die Sicherheitslage im Persischen Golf beeinflusst die Versorgung des deutschen Gesundheitssystems mit kritischen Rohstoffen. Am 12. Juni 2026 reichte die Grünen-Fraktion eine umfassende Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/6470) ein. 30 Fragen stellt sie zur Abhängigkeit der medizinischen Versorgung von Energie- und Rohstoffimporten über die Straße von Hormus.
Die Helium-Versorgung zeigt hohe Abhängigkeiten: Das Edelgas wird zur Kühlung von MRT- und CT-Geräten sowie für die Qualitätssicherung in der Arzneimittelproduktion benötigt. Deutschland ist vollständig auf Heliumimporte angewiesen. Katar deckt etwa 40 Prozent des weltweiten Bedarfs ab. Nach Angriffen auf katarische Industrieanlagen wurde die Heliumproduktion zeitweise eingestellt – die Reparatur kann bis zu fünf Jahre dauern.
Was gilt aktuell?
Rund 20 Prozent des weltweiten Rohölverbrauchs passieren die Straße von Hormus. Etwa 20 Prozent des globalen LNG-Bedarfs ebenfalls. Deutsche Krankenhäuser verbrauchen pro Bett durchschnittlich 6.000 kWh Strom jährlich, dazu kommen 29.000 kWh Wärme, was bei 2.100 Kliniken Gesamtkosten von 1,5 Milliarden Euro verursacht. Für die Kühlung ihrer Magnetspulen benötigen MRT-Geräte zwischen wenigen Litern und bis zu 1.700 Litern flüssigem Helium.
Versorgungsengpässe zeigen Auswirkungen
Die Preise petrochemischer Stoffe sind gestiegen: Butadien um 35 Prozent, Acrylnitril um 60 Prozent. Diese werden für die Produktion von Einmalhandschuhen benötigt. Ebenso für Abdecktücher und OP-Kittel. Steigende Kerosinkosten beeinträchtigen zusätzlich die Luftfracht von Arzneimitteln und erhöhen die Kosten der Luftrettung.
Energieabhängigkeit des Gesundheitssystems
Die 65.000 deutschen Arztpraxen weisen einen Gesamtenergiebedarf von 1,68 Milliarden kWh auf. Die pharmazeutische Industrie benötigt zusätzlich 24,4 Millionen Gigajoule für Produktion, Kühlung und Lüftung. Durch energetische Sanierungen können Krankenhäuser 40 Prozent des Stromverbrauchs einsparen. 32 Prozent beim Wärmeverbrauch, wie die Viamedica Stiftung ermittelte.
Halbleiter-Abhängigkeiten verstärken Risiken
Helium spielt auch eine zentrale Rolle in der Halbleiterproduktion, wo es als Kühl- und Schutzgas eingesetzt wird. Halbleiter sind unverzichtbare Komponenten moderner Medizinprodukte wie MRT- und CT-Systeme, Beatmungsgeräte und Implantate. Eine Störung der Heliumversorgung kann weitreichende Auswirkungen auf die gesamte medizinische Infrastruktur haben.
Die Anfrage zielt darauf ab, die Resilienz des deutschen Gesundheitssystems zu bewerten und mögliche Notfallpläne zu identifizieren. Besondere Aufmerksamkeit gilt strategischen Reserven, alternativen Bezugsquellen und Monitoring-Systemen für kritische Rohstoffe. Die Bundesregierung muss bis zum 3. Juli 2026 antworten.
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Betroffen sind Patienten, die auf MRT- und CT-Untersuchungen angewiesen sind, sowie Krankenhäuser und Arztpraxen durch steigende Energiekosten. Etwa 2.100 Kliniken in Deutschland haben Gesamtenergiebedarf von 1,5 Milliarden Euro jährlich, während 65.000 Arztpraxen zusätzlich 1,68 Milliarden kWh benötigen.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, um die 30 Fragen der Grünen-Fraktion zu beantworten. Die Antwort wird voraussichtlich Anfang Juli 2026 vorliegen und Aufschluss über strategische Reserven, Monitoring-Systeme und Notfallpläne für das Gesundheitssystem geben.
- Straße von Hormus
- Strategisch wichtige Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die etwa 20% des weltweiten Rohöltransports fließt.
- Helium
- Edelgas, das bei der Erdgasförderung gewonnen wird und für MRT-Geräte sowie Arzneimittelproduktion unverzichtbar ist.
- LNG
- Liquefied Natural Gas – verflüssigtes Erdgas für den Transport über weite Strecken.
Warum ist Helium für das Gesundheitssystem so wichtig?
Helium wird zur Kühlung von MRT- und CT-Geräten benötigt und ist für die Qualitätssicherung in der Arzneimittelproduktion unverzichtbar.
Welche Handelsrouten sind betroffen?
Die Straße von Hormus, der Golf von Aden und das Rote Meer – wichtige Seewege für 20% des weltweiten Rohöls und Katars LNG-Exporte.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6470 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.







































































