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Home Themen Wirtschaft & Finanzen

Bundesagentur für Arbeit: Defizit droht bis 2030 auf 23 Mrd. Euro zu steigen

durch Redaktion Bundestag
30. Juli 2026
in Wirtschaft & Finanzen
0
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/7391

KI-generiertes Titelbild zur Bundestagsdrucksache 21/7391

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VerfahrensstandKleine Anfrage
Beantwortet
✓
Einreichung
Eingereicht von einer Fraktion oder einzelnen Abgeordneten.
✓
Antwort der Bundesregierung
Die Regierung antwortet schriftlich innerhalb vorgeschriebener Fristen.
3
Veröffentlichung
Anfrage und Antwort werden als Drucksache veröffentlicht.
Vorgang VO337806 →

📄 Quelle: Deutscher Bundestag / DIP — BT-Drs. 21/7391 | Kleine Anfrage | Original-PDF | dip.bundestag.de

⏱ 6 Min. Lesezeit
⚡ Auf einen Blick
  • BA-Defizit 2026 prognostiziert auf über 8 Milliarden Euro
  • Liquiditätshilfen des Bundes könnten bis 2030 auf 23 Mrd. Euro steigen
  • AfD fragt nach Bundesdarlehen, Rücklagen und möglichen Leistungskürzungen

Hintergrund

Die Bundesagentur für Arbeit finanziert sich überwiegend aus Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. In konjunkturell schwachen Phasen steigen die Ausgaben für Arbeitslosengeld, während die Einnahmen aus Beiträgen sinken. Reichen die Rücklagen nicht aus, kann der Bund der BA zinsgünstige Darlehen gewähren. Laut dem in der Anfrage zitierten BA-Haushaltsbeschluss für 2026 stützt sich die Planung auf eine Herbstprognose der Bundesregierung mit 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum und durchschnittlich 2,90 Millionen Arbeitslosen — Werte, die angesichts der tatsächlichen Wirtschaftsentwicklung nach Einschätzung der Fragesteller als zu optimistisch gelten.

📊 Zahlen auf einen Blick
  • ~4 Mrd. Euro — Ursprünglich geplantes Jahresdefizit der BA für 2026 laut bisheriger Bundesregierungs-Haushaltsplanung.
  • über 8 Mrd. Euro — Aktuell erwartetes Defizit der BA für 2026 nach eigener Prognose aufgrund höherer Arbeitslosigkeit.
  • knapp 10 Mrd. Euro — Gesamtschuldenstand der BA inkl. Liquiditätshilfen des Bundes, der zum Ende 2026 erwartet wird.
  • rund 23 Mrd. Euro — Kumulierte Liquiditätshilfen des Bundes an die BA, die laut Prognose bis 2030 anfallen könnten.
  • 1,3 Prozent — Angenommenes Wirtschaftswachstum in der Herbstprognose der Bundesregierung, auf der der BA-Haushalt 2026 fußt.

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Infografik BT-Drs. 21/7391
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Im Detail

Die Bundesregierung müsse aufhören, der BA versicherungsfremde Aufgaben aufzubürden, und bestehende versicherungsfremde Leistungen konsequent und transparent aus Steuermitteln statt aus dem Beitragshaushalt finanzieren.

— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7391

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) steckt in einer tiefen Finanzkrise. Laut Vorbemerkung der Fragesteller in BT-Drs. 21/7391 vom 29. Juli 2026 rechnet die Behörde für das laufende Jahr 2026 mit einem Defizit von über acht Milliarden Euro — doppelt so viel wie die ursprüngliche Haushaltsplanung der Bundesregierung vorsah. Bis zum Jahr 2030 könnten die Liquiditätshilfen des Bundes an die BA auf rund 23 Milliarden Euro anwachsen. Die AfD-Fraktion stellt dazu 13 konkrete Fragen an die Bundesregierung.

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Bundesagentur für Arbeit zwischen Rezession und Beitragsdruck

Die Finanzlage der Bundesagentur für Arbeit verschlechtert sich nach Angaben der Fragesteller rapide. Während der BA-Haushalt für 2026 noch auf einer Herbstprognose der Bundesregierung mit 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum und jahresdurchschnittlich 2,90 Millionen Arbeitslosen basiert, hat die angespannte Wirtschaftslage die tatsächlichen Ausgaben für das Arbeitslosengeld I deutlich in die Höhe getrieben. Das erwartete Defizit von über acht Milliarden Euro zwingt die BA, auf Bundesdarlehen zurückzugreifen. Der Schuldenstand gegenüber dem Bund könnte demnach bereits Ende 2026 auf knapp zehn Milliarden Euro steigen.

Was gilt aktuell?

Die Bundesagentur für Arbeit finanziert sich überwiegend aus Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zur Arbeitslosenversicherung. Der Beitragssatz liegt derzeit bei 2,6 Prozent des Bruttolohns, je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Reichen die Einnahmen und Rücklagen nicht aus, kann der Bund zinsgünstige Darlehen gewähren. Aus dem Verwaltungsrat der BA kommen nach Angaben der Fragesteller Forderungen, die Bundesregierung müsse aufhören, der BA versicherungsfremde Aufgaben aufzubürden — also Leistungen, die eigentlich aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden sollten, statt aus Beiträgen der Versicherten.

13 Fragen zur Finanzlage der Bundesagentur für Arbeit

Die Kleine Anfrage der AfD umfasst ein breites Fragenspektrum. Fragen 1 und 2 verlangen jahresgenaue Aufschlüsselungen des kumulierten Schuldenstands und der erwarteten Jahresdefizite bis 2030. Frage 3 zielt darauf, wie viel des Arbeitslosigkeitsanstiegs dem Bereich der Arbeitslosenversicherung (ALG I) zuzurechnen ist und wie sich das auf den Beitragshaushalt auswirkt. Frage 4 erfragt die für 2026 veranschlagten ALG-I-Ausgaben und ihren Anteil am Gesamtetat der BA.

Frage 5 beleuchtet die Entwicklung der BA-Rücklagen zwischen 2024 und 2026 und in welchem Umfang sie zur Defizitdeckung herangezogen wurden. Fragen 6 und 9 betreffen Bundesdarlehen und die Verfahren zum Ausgleich zeitlicher Differenzen zwischen Auszahlungsverpflichtungen der BA und der Mittelbereitstellung durch Bund und Länder. Frage 7 fragt nach zusätzlichen Finanzierungskosten, die entstehen, wenn Mittel für Bund-und-Länder-Auszahlungen nicht pünktlich bereitgestellt werden.

Besondere politische Brisanz entfaltet Frage 11: Die AfD möchte wissen, welche finanziellen Auswirkungen eine Verkürzung der ALG-I-Bezugsdauer — etwa von 24 auf 18 oder 12 Monate — hätte und welche Verlagerungseffekte in die Grundsicherung damit verbunden wären. Frage 12 erkundigt sich nach möglichen Sondervermögen zur Schließung der Finanzierungslücke. Frage 13 fragt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), ob es prüft, welche sachfremden Leistungen — zum Beispiel das Transferkurzarbeitergeld — aus BA-Mitteln finanziert werden und ob diese Leistungen die offiziellen Arbeitslosenzahlen statistisch senken.

Wie hat sich die Finanzlage der Bundesagentur für Arbeit entwickelt?

Nach Jahren mit soliden Rücklagen — in wirtschaftlich guten Zeiten hatte die BA eine Rücklage von mehreren Milliarden Euro aufgebaut — hat die schwächelnde Konjunktur die Lage gedreht. Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit fordert nach Angaben der Fragesteller eine strukturelle Entlastung des Beitragsbudgets und passgenaue Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Wachstum. Ohne eine Trendwende könnten allein die Bundesdarlehen bis 2030 auf rund 23 Milliarden Euro anwachsen — eine Größenordnung, die auch den Bundeshaushalt langfristig belastet.

Für Beitragszahler und Arbeitslose steht viel auf dem Spiel: Entweder steigen die Beitragssätze, oder es werden Leistungen beim Arbeitslosengeld I gekürzt. Die Anfrage beleuchtet auch, inwieweit ineffiziente Maßnahmen Steuergelder verschwenden — Frage 8 verlangt Auskunft über durchgeführte Evaluationen und deren Ergebnisse. Wie der aktuelle politische Kontext zeigt, steht das Thema Arbeitsmarkt und Sozialausgaben weit oben auf der parlamentarischen Agenda.

Weiterlesen:

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👥 Wen betrifft das?

Direkt betroffen sind rund 45 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als Beitragszahler sowie alle Bezieher von Arbeitslosengeld I. Indirekt betrifft die Finanzlage der BA auch Steuerzahler, da bei wachsenden Defiziten Bundesdarlehen aus dem Bundeshaushalt fließen. Unternehmen sind als Arbeitgeber-Beitragszahler ebenfalls berührt.

Parlamentarischer Fahrplan

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 12.08.2026)

⚖️ Erwähnte Gesetze
  • Sozialgesetzbuch III (SGB III) — Arbeitsförderung
📖 Begriffe erklärt
Arbeitslosengeld I (ALG I)
Versicherungsleistung für Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren und zuvor Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt haben. Es wird aus dem Beitragshaushalt der Bundesagentur für Arbeit finanziert.
Versicherungsfremde Leistungen
Ausgaben der BA, die nicht aus dem Versicherungsprinzip abgeleitet sind, sondern politisch zugewiesene Aufgaben darstellen — zum Beispiel bestimmte Transferleistungen — und eigentlich aus Steuermitteln finanziert werden sollten.
Liquiditätshilfe / Bundesdarlehen
Zinsgünstige Kredite des Bundes an die BA, wenn deren Rücklagen und laufende Einnahmen nicht ausreichen, um die Ausgaben zu decken.
❓ Häufige Fragen

Wie hoch ist das aktuelle Defizit der Bundesagentur für Arbeit?

Laut Vorbemerkung der Fragesteller rechnet die BA für 2026 mit einem Fehlbetrag von über acht Milliarden Euro — doppelt so viel wie die ursprüngliche Haushaltsplanung der Bundesregierung vorsah.

Was sind versicherungsfremde Leistungen der BA?

Versicherungsfremde Leistungen sind Aufgaben, die die BA im staatlichen Auftrag erfüllt, die aber eigentlich aus Steuermitteln finanziert werden sollten — etwa bestimmte Transferleistungen — anstatt aus Beiträgen der Versicherten.

Was fragt die AfD konkret zur Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld?

Frage 11 der Anfrage erkundigt sich nach den finanziellen Auswirkungen einer Verkürzung der ALG-I-Bezugsdauer von derzeit maximal 24 auf 18 oder 12 Monate sowie nach möglichen Verlagerungseffekten in die Grundsicherung (Bürgergeld).

Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7391 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

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Plenarsaal des Deutschen Bundestages

Heute im Bundestag – 24.09.2026

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Aus den Ausschüssen – KW41/2026

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Bundesförderung im Bundestag: Kontrolle, Transparenz und Millionenbeträge

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Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8821

EUNAVFOR MED IRINI: Bundeswehr-Mandat bis November 2027

29. Oktober 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8808

Femizide: Bundesregierung zu Prävention und Schutzstandards befragt

29. Oktober 2026
Bindungswirkung von Patientenverfügungen für Notfallsanitäter

Bindungswirkung von Patientenverfügungen für Notfallsanitäter

29. Oktober 2026
Bundesregierung verschiebt mit GKV-Spargesetz ihre Haushaltsprobleme auf Beitragszahler und Beschäftigte

SPD-Bauministerin Hubertz scheitert auch beim neuen Gebäudetyp E

29. Oktober 2026
Bundesregierung verschiebt mit GKV-Spargesetz ihre Haushaltsprobleme auf Beitragszahler und Beschäftigte

Milliardenkosten für Medikamente ohne belegten Zusatznutzen

29. Oktober 2026
Bundesregierung verschiebt mit GKV-Spargesetz ihre Haushaltsprobleme auf Beitragszahler und Beschäftigte

SPD-Bauministerin Hubertz scheitert auch beim neuen

29. Oktober 2026

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22. Oktober 2026
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30. Juli 2026

Neueingänge

  • EUNAVFOR MED IRINI: Bundeswehr-Mandat bis November 2027
  • Femizide: Bundesregierung zu Prävention und Schutzstandards befragt
  • Bindungswirkung von Patientenverfügungen für Notfallsanitäter
  • SPD-Bauministerin Hubertz scheitert auch beim neuen Gebäudetyp E
  • Milliardenkosten für Medikamente ohne belegten Zusatznutzen
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