- Kölner Hauptbahnhof soll im Januar 2027 elf Tage gesperrt werden
- Erste Sperrung im November 2025 scheiterte nach zehn Tagen
- Gleichzeitig ist Köln Messe/Deutz für Fern- und Regionalverkehr weitgehend gesperrt
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7051 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Kölner Hauptbahnhof zählt zu den meistbefahrenen Bahnknoten Deutschlands. Die Deutsche Bahn plant, das dortige Stellwerk auf moderne elektronische Stellwerkstechnik (ESTW) umzustellen, was eine vollständige Unterbrechung des Betriebs erfordert. Ein erster Versuch im November 2025 scheiterte nach einer zehntägigen Sperrung, ohne dass das Vorhaben abgeschlossen werden konnte. Für Januar 2027 kündigt die DB nun einen zweiten Anlauf an – diesmal mit einer geplanten Sperrdauer von elf Tagen.
Im Detail
Nach Ansicht der Fragestellenden ergibt sich durch diese doppelte Sperrung und die damit einhergehenden schwerwiegenden Einschränkungen im Regional- und Fernverkehr eine erhebliche Belastung für Pendlerinnen und Pendler aber auch alle anderen Fahrgäste im Großraum Köln.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7051
Im Januar 2027 soll der Kölner Hauptbahnhof erneut vollständig für den Regional- und Fernverkehr gesperrt werden. Diesmal ist eine Totalsperrung von elf Tagen geplant – einen Tag länger als bei dem gescheiterten Versuch im November 2025. Hintergrund ist die Umrüstung des Stellwerks auf moderne elektronische Stellwerkstechnik (ESTW). Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellt dazu mit der Drucksache 21/7051 vom 10. Juli 2026 eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung.
Zweite Kölner Hauptbahnhof-Sperrung: Mehr Tage, weniger Ausweichmöglichkeiten
Besonders kritisch aus Fahrgastsicht ist, dass die Sperrung des Hauptbahnhofs diesmal mit erheblichen Einschränkungen am Ausweichbahnhof Köln Messe/Deutz zusammenfällt. Dort werden zur gleichen Zeit die Bahnsteigdächer erneuert, weshalb die Fern- und Regionalgleise – mit Ausnahme der Gleise 11, 12 und der S-Bahn-Gleise – ebenfalls nicht zur Verfügung stehen. Wer auf den Bahnknoten Köln angewiesen ist, hat damit im geplanten Sperrzeitraum kaum Ausweichmöglichkeiten im Schienennetz.
Für Pendlerinnen und Pendler im Großraum Köln sowie für Fernreisende bedeutet das eine doppelte Belastung. Bereits die erste Sperrung im November 2025 hatte zu erheblichen Einschränkungen geführt; damals war das Vorhaben letztlich gescheitert und es war angekündigt worden, dass eine kürzere Nachsperrung genügen würde. Nun ist das Gegenteil der Fall: Die zweite Sperrung soll sogar länger dauern als die erste.
Fünf Fragen an die Bundesregierung
Die Grünen-Abgeordneten um Matthias Gastel und Katharina Dröge stellen der Bundesregierung fünf konkrete Fragen. Sie wollen wissen, warum die zweite Sperrung entgegen früherer Ankündigungen länger als die erste ausfällt und welche konkreten Arbeiten die Dauer von elf Tagen bedingen. Darüber hinaus fragen sie, welche weiteren Sperrungen am Kölner Hauptbahnhof und an anderen Bahnhöfen im Zuge der ESTW-Umstellung noch geplant oder absehbar notwendig sind. Ein weiterer Punkt betrifft die Bewertung der Deutschen Bahn zu den kombinierten Auswirkungen beider gleichzeitiger Sperrungen auf die Fahrgäste. Schließlich erkundigt sich die Anfrage nach konkreten Umleitungs- und Ersatzkonzepten für die betroffenen Verbindungen.
ESTW-Umstellung: Notwendige Modernisierung mit erheblichen Folgen
Die Umrüstung auf Elektronische Stellwerke ist bundesweit ein zentrales Projekt der Deutschen Bahn im Rahmen der Netzmodernisierung. ESTW-Technik ermöglicht eine effizientere und zuverlässigere Steuerung des Zugbetriebs und gilt als Voraussetzung für das Deutschlandtakt-Konzept sowie das europäische Zugsicherungssystem ETCS. An einem Knoten wie dem Kölner Hauptbahnhof – einem der verkehrsreichsten in Deutschland – sind solche Umrüstungen technisch aufwendig und erfordern vollständige Betriebsunterbrechungen. Dass ein erster Anlauf scheiterte und nun eine noch längere Sperrung notwendig wird, wirft aus Sicht der Fragesteller Fragen zur Planung und Kommunikation seitens der Deutschen Bahn auf.
Die Bundesregierung hat bis zum 31. Juli 2026 Zeit, die Fragen zu beantworten. Aktuelle Entwicklungen im Bereich Bahninfrastruktur finden sich auch in der Übersicht Saubere-Fahrzeuge-Gesetz: 35.673 Bundesfahrzeuge im Blick sowie in der wöchentlichen Zusammenfassung Bundestag 13.07.2026: Die wichtigsten Drucksachen.
Weiterlesen:
- Saubere-Fahrzeuge-Gesetz: 35.673 Bundesfahrzeuge im Blick
- Bundestag 13.07.2026: Die wichtigsten Drucksachen
- Das bewegt Deutschland — 13.07.2026
Betroffen sind Pendlerinnen und Pendler sowie alle Bahnreisenden im Großraum Köln, die den Regional- und Fernverkehr nutzen. Da gleichzeitig auch am Bahnhof Köln Messe/Deutz die Bahnsteigdächer erneuert werden und die dortigen Fern- und Regionalgleise weitgehend nicht zur Verfügung stehen, entfällt für Reisende auch der wichtigste Ausweichbahnhof.
Die Kleine Anfrage wurde am 10. Juli 2026 im Bundestag eingereicht. Die Bundesregierung hat nun 21 Tage Zeit, die fünf Fragen schriftlich zu beantworten – die Antwortfrist läuft bis zum 31. Juli 2026. Mit der Antwort ist das parlamentarische Verfahren abgeschlossen.
- ESTW
- Elektronisches Stellwerk – moderne Technik zur computergestützten Steuerung von Weichen und Signalen im Bahnbetrieb, ersetzt ältere mechanische oder Relais-Stellwerke.
- Totalsperrung
- Vollständige Unterbrechung des Bahnbetriebs an einem Bahnhof oder Streckenabschnitt, bei der kein planmäßiger Zug verkehrt.
Warum wird der Kölner Hauptbahnhof 2027 erneut gesperrt?
Die Deutsche Bahn erneuert das veraltete Stellwerk am Kölner Hauptbahnhof und stellt es auf elektronische Stellwerkstechnik (ESTW) um. Ein erster Versuch im November 2025 ist gescheitert, weshalb ein zweiter Anlauf notwendig wird.
Wie lange dauert die geplante Sperrung im Januar 2027?
Laut Drucksache 21/7051 stehen elf Tage Totalsperrung im Raum – einen Tag länger als die erste, gescheiterte Sperrung im November 2025.
Was ist ESTW?
ESTW steht für Elektronisches Stellwerk. Es ersetzt ältere, elektromechanische oder relaistechnische Stellwerke und ermöglicht eine modernere und effizientere Steuerung des Zugbetriebs.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7051 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































